Pressemeldung des Landratsamt Altötting

Antragstellung für das Vertragsnaturschutzprogramm beginnt ab 11. Januar

Landkreis Altötting - Für die Förderung der Artenvielfalt durch extensive und naturschonende Bewirtschaftung von Nutzflächen können Landwirte sowie Flächeneigentümer finanzielle Förderung über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm beantragen. Diese Förderung gleicht Kosten und Einkommensverluste aus, die durch die nachhaltige Bewirtschaftung entstehen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Blühende Wiesen, auf denen es summt und brummt wünschen sich viele. Aber wie ist das möglich? Über das sogenannte „Vertragsnaturschutzprogramm Offenland“ (VNP Offenland) wird die naturschonende Bewirtschaftung von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gefördert. Auf diese Weise sollen die kulturgeprägten Lebensräume und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt in ihrer Vielfalt geschützt und verbessert werden. Die Vertragspartner verpflichten sich dabei, ihre Flächen fünf Jahre lang nach vorher abgestimmten Zielen zu bewirtschaften.

Förderfähig ist dabei die naturschonende Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden und Äckern. Für vereinbarte Extensivierungsleistungen wie Düngeverzicht, Einhaltung später Mähzeitpunkte und eventueller Bewirtschaftungserschwernisse erhält der Vertragspartner ein festgelegtes jährliches Entgelt, durch das der zusätzliche Bewirtschaftungsaufwand einer schonenderen Nutzung ausgeglichen werden soll.


Die Förderung kann dabei von selbstbewirtschaftenden, landwirtschaftlichen Unternehmen, sowie Landwirten und deren Zusammenschlüsse (z.B. Jagdgenossenschaften) mit einer Bewirtschaftungsfläche von mindestens 3.000 m² beantragt werden. Die einzelne bewirtschaftete Fläche muss zur Aufnahme ins VNP mindestens 500 m² groß sein. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Intensität der jeweiligen Einschränkung und dem erforderlichen zusätzlichen Aufwand und reicht von etwa 400 Euro pro Hektar und Jahr bis zu maximal 1.400 Euro pro Hektar und Jahr

Häufig sind es Grenzertragsstandorte, besonders feuchte oder trockene Grünlandflächen, Raine, Terrassen, Hänge oder schwer bewirtschaftbare Flächen, die besonders gut in dieses Förderprogramm passen. Aber auch Ackerflächen können durch eine naturschonende Bewirtschaftung einen großen Beitrag zum Schutz von bedrohten Arten wie z.B. Feldlerche und Kiebitz leisten oder Raum für besonders schützenswerte Ackerwildkräuter bieten und sind deshalb förderfähig.

Ebenso können für den Erhalt von alten, hochstämmigen Streuobstbeständen im Rahmen des VNP- Offenland Fördergelder ausbezahlt werden.

Zusammen mit dem Antragsteller wird in einem Beratungsgespräch für jede Fläche ein individuelles Konzept erstellt. Dieses soll den Zielen des Naturschutzes im Landkreis Altötting, aber auch für Bayern insgesamt und den Möglichkeiten und Interessen des jeweiligen Betriebes gleichermaßen dienen.

Bisher nehmen im Landkreis Altötting über 250 Betriebe/Personen am VNP-Offenland teil und bewirtschaften so naturschonend insgesamt über 565 ha (das sind 5,65 Millionen m²) im Sinne der Artenvielfalt.

Aber nicht nur im Offenland, sondern auch für den Wald gibt es ein spezielles Naturschutz-Förderprogramm. Mit dem sogenannten „Vertragsnaturschutzprogramm Wald“ (VNP Wald) können konkrete Bewirtschaftungsmaßnahmen im Wald gefördert werden, die der Umsetzung von Natur- und Artenschutzzielen dienen. Die Festlegung entsprechender Maßnahmen und Flächen erfolgt in Abstimmung zwischen dem Revierförster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging und der unteren Naturschutzbehörde Altötting.

Die Beratungen finden das ganze Jahr über statt, die Antragstellung ist jedoch immer nur in einem bestimmten Zeitraum möglich. Die diesjährige Antragstellung für das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm beginnt am 11. Januar 2021 und endet am 24. Februar 2021. In diesem Zeitraum können sich interessierte Landwirte, Grundstückseigentümer und Verpächter, die sich ein „Mehr“ an Artenvielfalt auf ihren Flächen wünschen und naturschonend wirtschaften wollen gerne bei der unteren Naturschutzbehörde Altötting melden. 

Die Ansprechpartnerin Christina Heindlmaier (Tel.: 08671/502 738, E-Mail: christina.heindlmaier@LRA-aoe.de) berät gerne zu allen Fördermöglichkeiten im Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm.

Pressemeldung des Landratsamt Altötting

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