Wusstet ihr das schon? Teil 5 unserer Serie

Artikelserie zur Burghauser Geschichte: Herzogin Hedwig - Braut der Landshuter Hochzeit


Ein Stifterbild in der Äußeren Burgkapelle um 1489 zeigt Herzogin Hedwig, geborene Königin von Polen und Herzog Georg von Niederbayern
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Ein Stifterbild in der Äußeren Burgkapelle um 1489 zeigt Herzogin Hedwig, geborene Königin von Polen (1457 - 1502) und Herzog Georg von Niederbayern (1455 - 1503) .

In unseren neuen Serie präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit dem Burghauser Stadtarchiv in regelmäßigen Abständen interessante Details aus der Geschichte der alten Herzogstadt. Der fünfte Teil befasst sich mit Herzogin Hedwig, Braut der Landshuter Hochzeit.

Burghausen - Die Stadt Burghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und sie bietet weit mehr als nur die längste Burg der Welt. Zusammen mit dem Stadtarchiv Burghausen wollen wir euch besondere Geschichten aus der Burghauser Vergangenheit präsentieren. Den Anfang machte Johann Anton von Manner, der erste Burghauser Bürgermeister, von dem ein Porträt überliefert ist. Der zweite Teil thematisierte das Adelsgeschlecht der Mautner, der dritte Teil Anna Eßbaum, Bierbrauerswitwe und Stifterin. Zuletzt wurde die Geschichte von Therese Voraus, Besitzerin des Herzogsbades, präsentiert.


Herzogin Hedwig - Geborene Königin von Polen und Braut der Landshuter Hochzeit

Im November 1475 wurde die 18-jährige polnische Königstochter Hedwig mit dem jungen Herzog Georg von Niederbayern vermählt. Dieses Fest, das vom Vater des Bräutigams, Herzog Ludwig „der Reiche“ von Bayern-Landshut, ausgerichtet wurde, gilt als die prunkvollste Hochzeit des Mittelalters. Alle vier Jahre wird in Landshut in der weltberühmten „Landshuter Fürstenhochzeit“ an dieses Ereignis erinnert.


Nach der Hochzeit zog das junge Paar in die Burg nach Burghausen. Hier befand sich die Familienresidenz der niederbayerischen Wittelsbacher. In Burghausen lebten die Frauen und Witwen der Herzöge, hier wurden die Kinder geboren und erzogen. Die ersten vier Jahre ihrer Ehe verbrachten Hedwig und Georg dort gemeinsam. 1479, nach dem Tod seines Vaters, übernahm Herzog Georg die Regierungsgeschäfte und begab sich mit einem Teil seines Gefolges auf den Regierungssitz nach Landshut. Der Ehe mit Hedwig entstammten zwei Töchter, Elisabeth und Margarethe.

Hedwigs Alltag war festgelegt durch die Hofordnung und den über 100 Personen fassenden Hofstaat. Die weit verbreitete Legende von der Verbannung der unglücklichen polnischen Königstochter nach Burghausen stimmt nicht. Besuche und Geschenke ihres Mannes, gemeinsame Jagden und Turnierveranstaltungen zeichnen ein anderes Bild. Regelmäßig gingen Transporte von Landshut nach Burghausen. 1485 schenkte Georg seiner Frau beispielsweise einen Affen (Meerkatze) sowie ein Reitpferd zum Zeitvertreib. Herzogin Hedwig führte das standesgemäße Leben einer Fürstin der damaligen Zeit.

Herzog Georg hatte zu seinem Lebensende hin eine fast zwanghafte Vorstellung vom Fortbestand eines selbstständigen Staates Niederbayern. Dies ließ ihn ein Testament mit weitreichenden Folgen verfassen. 1496 vermachte er das Herzogtum Bayern-Landshut seiner Tochter Elisabeth und deren zukünftigen Gemahl Ruprecht von der Pfalz. Das Reichsrecht sah jedoch nur das männliche Erbrecht vor. Als Herzog Georg am 1. Dezember 1503 in Ingolstadt starb, traten Tochter und Schwiegersohn, unterstützt durch den niederbayerischen Adel und Böhmen, das Erbe an. Dies führte zum Landshuter Erbfolgekrieg 1504/05, an dessen Ende die Wiedervereinigung der Teilherzogtümer Bayern-Landshut und Bayern-München stand. Herzogin Hedwig war bereits am 18. Februar 1502 gestorben und im Kloster Raitenhaslach begraben worden.

Auch viele interessante Persönlichkeiten aus Rosenheim und Mühldorf

Angefangen hat unsere Serie mit Rosenheim. Auch dort spielten gewisse Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Damit diese nicht in Vergessenheit geraten und auch einfach weil viele diese Menschen, deren Namen immer noch häufig in der Stadt auftauchen, nicht mehr kennen, startete rosenheim24.de zusammen mit Christopher Kast, dem Leiter des Stadtarchiv Rosenheim vor kurzem eine Serie über „berühmte“ Rosenheimer Persönlichkeiten. Jede Woche wird eine Person genauer beleuchtet, im zehnten Teil war dies Marie Faber. Auch zu berühmten Mühldorfern Persönlichkeiten gibt es inzwischen eine Artikel-Serie. Im ersten Teil wurde Peter Ostermayr, Produzent und Filmregisseur, vorgestellt.

jz/Stadtarchiv Burghausen

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