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Bürgermeister Rasp muss sich einiges anhören

Busfahren in Berchtesgaden ein Luxus – außer für Touristen

Bis zum letzten Platz besetzt: Die Bürgerbeteiligung war enorm. „Normalerweise kommen viel weniger Leute“, sagt Gemeindechef Franz Rasp.
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Bis zum letzten Platz besetzt: Die Bürgerbeteiligung war enorm. „Normalerweise kommen viel weniger Leute“, sagt Gemeindechef Franz Rasp.

Bei einem Workshop mit Bügerbeteiligung haben Bürgermeister Franz Rasp und Marktbaumeister Peter Hasenknopf Berchtesgadens mögliche Zukunft skizziert und Ideen gesammelt. Das Thema Wohnen beschäftigt den Gemeindechef zunehmend. Denn Berchtesgadens Wohnpreise haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das für so manchen existenzbedrohend sei.

Berchtesgaden – Die Gemeinde beabsichtigt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Berchtesgaden plagt zudem das Problem, dass Wohnraum grundsätzlich zwar vorhanden wäre. Hunderte Ferienwohnungen sind existent, stehen aber nur für Urlaubsgäste bereit. Zudem gibt es viele Zweitwohnungen und Häuser, die als Investitionsobjekt gekauft wurden, aber kaum für den Wohnzweck genutzt werden. Wohnungen, die als Mietobjekt auf den freien Markt kommen, ziehen teils dutzende Interessenten nach sich. „Hier zu wohnen, ist für eine Familie mittlerweile kaum finanzierbar“, sagt eine Mutter von zwei Kindern.

Bürgermeister Rasp erwartet keine fallenden Mietpreise

Eigene Wohnprojekte seien in der aktuellen Situation schwierig planbar, zumal die Rohstoffpreise exorbitante Höhen erreicht hätten, weiß Rasp. Die Finanzplanung des Marktes Berchtesgaden sei zudem schwierig angesichts mehrerer anstehender, kostspieliger Projekte, wie etwa die Sanierung der ortseigenen Tiefgarage. Mit möglichen Genehmigungen versuche die Gemeinde zumindest einen Grundstein zum Wohnen zu legen, auf dem man aufbauen könne, sobald sich der Markt und die Preise wieder beruhigt hätten. Dass die Mietpreise wieder fallen, davon geht Bürgermeister Rasp hingegen nicht aus

Wenn Busfahren für Berchtesgadener zum Luxus wird

In Sachen Mobilität ist Berchtesgaden ein schwieriges Pflaster. Wer etwa mit dem Bus innerorts auf den Obersalzberg in die Buchenhöhe und wieder zurückfährt, zahlt mehr als neun Euro. Urlaubsgäste zahlen keinen Cent, beziehungsweise querfinanziert durch die ortsübliche Kurtaxe, die aktuell bei 2,60 Euro pro Tag liegt. Mehrere Bürger zeigten dafür kein Verständnis, dass „Auswärtige kostenlos fahren und das Busfahren für Einheimische zum Luxus wird“. „Das ist insgesamt viel zu viel“, schimpft auch der Berchtesgadener Horst-Rüdiger Klomfass. Ein Anreiz, auf das Auto zu verzichten, sei das Busfahren sicher nicht, sagt er.

Auf Kärtchen notierten Bürger Vorschläge, die nicht nur die Fortführung des 9-Euro-Tickets beziehungsweise eine im Ansatz vergleichbare Lösung für die Region fordern, sondern auch ein Park-and-Ride-System wünschen, das den Verkehr vom Ortskern abhält. Die Gemeinden des Talkessels, so der Wunsch, müssten in Zukunft besser zusammenarbeiten. Das Radwegenetz sei katastrophal, sagte eine Bürgerin. Marktbaumeister Peter Hasenknopf stimmte dem zu. An einer Verbesserung plane man – an einem durchgehenden Weg, der Radfahrer sicher durch die Gemeinden leitet. Besser getaktete Busanbindungen sind der Wunsch vieler Bürger. Hasenknopf verweist auf die Regionalverkehr Oberbayern (RVO), von der man in besonderem Maße abhängig sei. 

Kuriose Idee: Warnung, wenn in Berchtesgaden zu viel los ist

Eine kuriose Idee zu weniger Touristen war eine Art Warnmeldesystem, das potenziellen Berchtesgaden-Besuchern etwa bereits in München am Bahnhof schon anzeigt, falls in Berchtesgaden zu viel los ist

Eine zeitgemäße Ausbildung der Mobilitätsdrehscheibe am Hauptbahnhof von Berchtesgaden beabsichtigt der Markt langfristig. Am Bahnhof sammeln sich in der Hochsaison pro Tag tausende Touristen, die Züge und die Busse in die Nachbargemeinden nutzen. Das Ziel der Berchtesgadener Verwaltung: eine Verbesserung des ÖPNV-Angebotes samt Neustrukturierung des Busnetzes unter Einbindung von On-Demand-Mobilität. Als „Alpine Pearl“-Mitglied verpflichtet sich der Ort seit Jahren zur „sanften Mobilität“, wie es dort heißt. Ein Car-Sharing-System oder einen E-Auto-Verleih, seit Jahren schon im Gespräch, gibt es bislang aber nicht – wohl auch, weil die Ladeinfrastruktur noch zu wünschen übrig lässt. 

Weil die Bürgerbeteiligung überraschend groß war, plant Bürgermeister Franz Rasp eine weitere Veranstaltung, die bereits im Oktober stattfinden könnte. Dann möchte man geordneter an die Besprechung einzelner Themen rangehen. Alle Vorschläge von Bürgern sollen zudem berücksichtigt und in die Planungen einfließen.

kp

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