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Kostenexplosion am Kälberstein

DSV-Skisprungschanze in Berchtesgaden soll deutlich teurer werden - „Kein Luxus, den wir da bauen“

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Die Sprungschanze am Kälberstein sollte neu gebaut werden. Die Kosten steigen und steigen. Statt sechs soll sie nun 9,3 Millionen Euro kosten.

Anstatt sechs soll die neue Skisprungschanze am DSV-Bundesleistungszentrum Berchtesgaden nun 9,3 Millionen Euro kosten. An der Absicht, mit dem Bau im Frühjahr am Kälberstein zu beginnen, hält Bürgermeister Franz Rasp grundsätzlich fest - sofern der Genehmigungsbescheid erteilt wird, und die Konditionen stimmen. Für Berchtesgaden könnte das, trotz hoher Förderung von Bund und Land, enorme Zusatzkosten bedeuten, sagt er am Telefon. Ob der Gemeinderat diese mitträgt, ist fraglich.

Berchtesgaden – Angesichts Inflation und enormer Preissteigerungen in der Baubranche sind die Kosten für die geplante Trainingsschanze, auf der künftig die deutsche Skisprung-Mannschaft ganzjährig trainieren soll, in die Höhe geschossen. Noch im vergangenen August hatten Franz Rasp und Thomas Weber, Bürgermeister-Kollegen aus Berchtesgaden und Bischofswiesen, über das ambitionierte Projekt am Bundesleistungszentrum Berchtesgaden informiert. Damals war schon klar, dass es bei sechs Millionen Euro wohl nicht bleiben würde. Seit fast zwei Jahren wurde mit dieser Zahl gehandelt. Im August hieß es, dass möglicherweise steigende Kosten von Bund und Land mitgetragen würden. Bleibt es dabei? 

Fakt ist: Die in die Jahre gekommene Holzschanze, auf der die deutsche Skispringer-Elite regelmäßig trainiert, muss in weiten Teilen neu gebaut werden. Eine Stahlbetonkonstruktion für die große K98-Schanze soll es richten. Was dem Markt Berchtesgaden zugutekam: Die Förderung für den Skisprung-Neubau ist einmalig hoch. 90 Prozent schießen Bund und Land bei, sagt Gemeindechef Rasp. Allerdings wird vom Markt Berchtesgaden eine zehnprozentige Beteiligung für das Prestigeprojekt erwartet. Der finanzielle Spielraum in der Gemeindekasse ist überschaubar. Steigen die Kosten nun wirklich auf über neun Millionen Euro, wird auch der Anteil für die Gemeinde höher. Rund 900.000 Euro müsste der kleine Ort mit 7500 Einwohnern dann stemmen. Unklar ist, ob der Gemeinderat das mitträgt.

Stahl und Zement sind teurer geworden

„Alle Unterlagen sind eingereicht“, sagt Bürgermeister Franz Rasp auf Nachfrage. „Wir warten auf den Genehmigungsbescheid von Bund und Land.“ Von dessen Inhalt und den Konditionen hängt ab, ob die Schanze in naher Zukunft Realität wird. „Es sind schwierige Zeiten“, weiß Rasp. Dass die 90-Prozent-Förderung „sehr attraktiv“ sei, daraus macht er keinen Hehl. Weil die Baukosten nun aber um über 50 Prozent steigen, steigt auch der Eigenanteil der Gemeinde dementsprechend. Und es sei noch nicht einmal „Luxus, was wir da bauen“, sagt Rasp. Vor allem Stahl und Zement, Hauptbestandteile der neuen Konstruktion, haben sich massiv verteuert. 

Mit der neuen Kälbersteinschanze sollte der Sportstandort Berchtesgaden gestärkt werden: Am Dürreck am Obersalzberg befindet sich das CJD-Sportgymnasium, der DSV trainiert mit Ski- und Snowboard-Athleten auf den Pisten von Jenner und Götschen. Ergänzt wird der Sportstandort von der Kunsteisbahn am Königssee, die seit dem Unwetter im Juli vergangenen Jahres brach liegt. Noch ist ungeklärt, bis wann der Sportbetrieb dort wieder aufgenommen werden kann.

Richtig zuversichtlich klingt Bürgermeister Franz Rasp angesichts der neuen Kostensituation nicht. Noch einige Unklarheiten gibt es zudem hinsichtlich des künftigen Betriebs der Schanze zu klären. „Wir werden im Gemeinderat entscheiden müssen“, sagt er. Das Wichtigste sei aber erst einmal die Genehmigung.

kp

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