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Nach Unwetter im Berchtesgadener Land

Bob- und Rodelbahn am Königssee: So geht es nach der Zerstörung weiter

Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
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Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.

An der schwer beschädigten Bob- und Rodelbahn am Königssee laufen neben den Aufräumarbeiten schon die Planungen für die Zukunft. Neben der Organisation der Olympia-Vorbereitung und der Absicherung des Kindertrainings geht es vor allem um einen hochwassersicheren Wiederaufbau.

+++ Update vom 19. Juli, 15.30 Uhr +++

Schönau am Königssee - Über den hochwassersicheren Wiederaufbau der Bob- und Rodelbahn am Königssee wird gemeinsam mit Geologen und Bauexperten entschieden. „Es muss die Frage geklärt werden, was mit dem Bachbett passiert. Es wird sicher eine Bach- und Hangverbauung notwendig sein. Da geht es auch um den Schutz der Bürger am Unterlauf des Baches, denn solche Extremwettersituationen soll es in Zukunft wohl häufiger geben“, sagte Thomas Schwab auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Zwei Monate bis zur Schadensermittlung - Hilfe für betroffene Bürger

Der Vorstandsvorsitzende des Bob und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) rechnet damit, dass man in „etwa zwei Monaten“ einen kompletten Überblick über die Schäden haben werde. Zuerst müssten die Geröll- und Gesteinsmassen auf der Bahn beiseite geräumt werden: „Zu diesem Thema habe ich mich am Montagfrüh mit dem Bürgermeister abgestimmt. Wir geben das schwere Gerät, das bei uns im Einsatz ist, jederzeit ab, wenn es im Ort und an Häusern benötigt wird. Bei uns gibt es glücklicherweise nur Sachschäden“, sagte Schwab. Diese werden sich allerdings in jedem Fall auf „einen zweistelligen Millionenbetrag“ belaufen, so Schwab.

Bundestrainer Loch muss putzen - Olympia-Vorbereitung neu organisiert

Von den zahlreichen Topathleten und -Trainern war im häuslichen Umfeld nur Rodel-Bundestrainer Norbert Loch von Hochwasserschäden direkt betroffen. „Norbert wurde evakuiert. Er hat den Dreck aber schon wieder allein weggeputzt“, so Schwab. Der BSD-Topfunktionär muss sich jetzt vor allem um die Neuorganisation der Olympia-Vorbereitung für die Winterspiele von Peking 2022 kümmern. Viele der besten Rodel-, Bob- und Skeletonpiloten trainieren normalerweise auf der nun zerstörten Bahn. „Für die Nationalmannschaft ist das schon nicht schön, schließlich werden wir bei Olympia abgerechnet. Da hängt ja auch unsere Förderung dran“, so Schwab.

Nachwuchstraining in Innsbruck-Igls

Für die vielen betroffenen Nachwuchssportler aus der Eisrinne deutet sich bereits eine Lösung an. „Unsere Freunde aus Innsbruck haben sich sehr früh gemeldet und uns Hilfe angeboten. Wir werden unser Training auf die Bahn in Igls verlegen. Das wird sicher nicht täglich möglich sein, aber wir werden dann wöchentliche Blöcke absolvieren.“ Zweifel am Wiederaufbau der Bahn hat Thomas Schwab nicht: „Wir wollen im Winter 2022/2023 wieder am Königssee fahren. Alle Partner haben uns bereits ihre Unterstützung zugesagt.“

Olympiasieger Loch zweifelt an Wiederaufbau

Rodel-Olympiasieger Felix Loch hatte zuvor Zweifel geäußert, ob die Bob- und Rodelbahn am Königssee wieder aufgebaut wird. „Die Bahn steht dort schon sehr lange, da gab es immer Konflikte, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Bahn kostet eine Stange Geld und es gab immer schon Gegenwind gegen die Bahn und viele unterschiedliche Interessen“, sagte er der dpa. Loch glaubt dass es drei bis vier Jahre bis zum kompletten Wiederaufbau dauern werde.

+++ Ursprungstext vom Sonntag (18. Juli) +++

Ein Elitestandort des deutschen Wintersports gleicht einem Katastrophengebiet. Die Bob- und Rodelbahn am Königssee hat durch das Unwetter im Berchtesgadener Land schwere Schäden davongetragen.

Ich war heute an der Bahn und den Tränen nahe“ sagte der Vorstandsvorsitzende des Bob und Schlittenverbandes (BSD) Thomas Schwab gegenüber BGLand24.de und ergänzte: „Der obere Bereich ist zerstört, auch das Starthaus im Bobbereich hat es erwischt. Wir schätzen den Schaden auf um die 20 Millionen Euro“.

Was genau an der Bahn passierte, kann man unterdessen nur vermuten. „Man kann es noch nicht genau analysieren. Was ich gesehen habe, war unheimlich viel Geröll. Es sind Gerölllawinen abgegangen und der kleine Bach entlang der Bahn hat sich zu einem reißenden Fluss entwickelt“, sagte Schwab, der am Sonntag den Schaden vor Ort begutachtete.

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD

„Die kommende Saison wird komplett ausfallen“

Dass der Schaden noch hätte größer ausfallen können, wird bei der Ergänzung des BSD-Vorstandsvorsitzenden deutlich. „Das wichtigste für uns war, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Auch die Ammoniak-Fernleitung hat dem Druck standgehalten hat und bis auf das Bob-Starthaus sind alle weiteren Gebäude unbeschädigt“, so Schwab.

Erst vor gut zehn Jahren war die Bahn am Königssee saniert worden, an Benutzung ist in naher Zukunft nicht zu denken. „Die kommende Saison wird komplett ausfallen. Wir sind froh, wenn wir im Oktober 2022 den Betrieb wieder aufnehmen können“, ergänzte Schwab.

„Der Nachwuchs wird besonders leiden, das bereitet mir durchaus Sorgen“

Auch sportlich haben die Ereignisse rund um die Lotto Bayern Eisarena am Königssee schwerwiegende Konsequenzen. „Für unsere Athleten ist das gerade in einer Olympiasaison natürlich fatal. Für die Saisonvorbereitung war der Standort am Königssee ideal, das fällt jetzt komplett weg. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir das kompensieren. Da kommen die anderen deutschen Bahnen und möglicherweise auch Innsbruck/Igls ins Spiel“, sagte Alexander Resch, der für das Leistungssport-Management beim BSD verantwortlich ist.

Für die Spitzensportler vom Königssee werden voraussichtlich Alternativen gefunden, für den Nachwuchs gestaltet sich die Situation bedeutend komplizierter. „Der Nachwuchs wird besonders leiden, das bereitet mir durchaus Sorgen“, so Resch abschließend.

Quelle: bgland24.de

*ovb-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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