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Weil fünf Kälber bei Stallbrand starben

PETA zeigt Bauern aus Saaldorf-Surheim an - Landwirt: „Das ist eine Frechheit“

Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April

Die Tierschutzorganisation PETA erstattete gegen Johann Heinz, Landwirt aus Saaldorf-Surheim, Strafanzeige. Der Grund: Bei einem Stallbrand verendeten fünf seiner Kälber. Die Organisation wirft ihm nun mangelnden Brandschutz vor. Im Gespräch mit BGLand24.de beziehen PETA und Johann Heinz Stellung.

Saaldorf-Surheim / Traunstein - Für den Landwirt Johann Heinz vom Paulbauernhof in Saaldorf-Surheim ist es ein harter Monat. Erst geriet am 4. April sein Hof in Brand, dann verlor er in dem Feuer auch noch fünf Kälber. Zu Krönung kassierte er jetzt noch eine Strafanzeige von der Tierschutzorganisation PETA. Diese erstattete bei der Staatsanwaltschaft Traunstein Anzeige, weil er angeblich nicht für genug Brandschutz gesorgt haben soll, berichtete PETA in einer Pressemitteilung auf der hauseigenen Homepage. „Denn aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen“, heißt es dort.

Brand bei Surheim am 8. April

Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
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Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
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Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl
Brand bei Surheim am 8. April
Brand bei Surheim am 8. April © FDL/Brekl

Die Hintergründe zu einer solchen Anzeige sind komplex. Denn PETA geht nicht nur gegen diesen einen Landwirt vor. Die Organisation erklärt die Anzeige damit, dass jeder Landwirt, dessen Vieh bei einem Feuer stirbt, durch mangelnden Brandschutz in Kauf nehme, dass es qualvoll verende. Schließlich züchte der Bauer die Tiere ja erst in „eine leidverursachende Situation“ hinein.

PETA: Mangelnder Brandschutz in vielen Betrieben

Im Gespräch mit BGLand24.de erklärt Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie, dass sie häufig solche Anzeigen aufgeben. Denn leider sterben jährlich unzählige Tiere bei Stallbränden. Laut dem Tierschutzgesetz müssen Tiere so gehalten werden, dass sie im Brandfall gerettet werden können, erklärt Kainz. „In der Praxis sieht das leider anders aus“, bedauert sie. „Denn bei alten und kleinen Betrieben gibt es nur wenige konkrete Richtlinien.“

So sind zwar in vielen Stallungen Feuermelder vorhanden, diese werden aber oft nicht gehört, weil die Ställe sich ja abseits des Wohnhauses befinden. Einen mit dem Handy verbundenen Alarm haben viele Landwirte nicht, obwohl es diesen gäbe. „Solche Maßnahmen müssen Pflicht werden. Das erhöht deutlich die Chance, die Tiere zu retten“, betont Kainz. Klar, sie verstehe, dass Brände wie der in Saaldorf-Surheim auch für den Landwirt nur schwer zu ertragen seien. „Aber es muss auch jemanden geben, der die Rechte der Tiere einfordert“, und das sei eben PETA.

Doch PETA will auch die Politik zur Verantwortung ziehen. Denn nicht nur die Landwirte seien schuld an der verletzlichen Lage der Vierbeiner, sondern auch Politiker und Konsumenten. Durch Anzeigen wie gegen den Saaldorfer Landwirt solle auch ein politischer Wandel erreicht werden, betonte Kainz. Verbindliche Vorgaben müssen entstehen, die solche Tragödien künftig verhindern. „Wenn es um das Leben von Menschen ginge, würde ein solcher Brandschutz, wie er in Ställen herrscht, niemals akzeptiert werden. Aber bei Tieren nimmt man es einfach hin“, erklärt Kainz weiter.

Landwirt aus Saaldorf-Surheim empört

Johann Heinz vom Paulbauernhof ärgerte sich im Gespräch mit BGLand24.de massiv über die Vorwürfe. Die Anzeige beruhe auf komplett falschen Tatsachen, so der Landwirt. Dass ihm mangelnder Brandschutz vorgeworfen wird, verstehe er nicht. Der Stall sei gerade neu gebaut worden und natürlich habe es vorher ein Brandschutzgutachten gegeben. Die Vorgaben seien beim Bau auch eingehalten worden. Dazu gehören etwa Brandschutzmauern und die Sicherstellung einer Wasserquelle für die Feuerwehr.

Die Anzeige wolle er auf keinen Fall auf sich sitzen lassen und sich juristisch dagegen wehren, beteuert Heinz. Es sei allerdings schwer, gegen so eine große Organisation anzukommen. Er wisse auch, dass er nicht der Einzige sei, den eine solche Anzeige betreffe. „Die werden von PETA standardmäßig verschickt, wenn irgendwo ein Stall brennt“, erklärt er. Durch sein Umfeld erfahre er viel Unterstützung. „Ein PETA-Mitglied aus Berchtesgaden hat uns angerufen und gesagt, dass sie austritt wegen der ganzen Sache“, erzählt Heinz.

Die Lage sei auch ohne die Anzeige schon schwierig genug. „Wir haben ja Glück, dass wir noch wirtschaften können nach dem Brand“, erklärt er weiter. Im August werde man damit beginnen, den Stall wieder aufzubauen. Der Hauptverlust sind aber natürlich die Tiere.

PETA sollte sich vorher erkundigen, bevor sie solche Behauptungen aufstellen“, ärgert er sich. „Die erste Pressemitteilung war nicht einmal richtig, die musste verbessert werden, weil darin stand, es seien 70 Tiere gestorben. Das ist eine Frechheit.“ Von der Anzeige habe er überhaupt erst über die von der Organisation veröffentlichten Pressemitteilung erfahren. Von der Staatsanwaltschaft sei bisher keine Post gekommen.

Ermittlungen zur Brandursache eingestellt

Die Brandursache im Fall des 4. Aprils ist nicht bekannt. Die Kriminalpolizei übernahm zunächst die Ermittlungen, Hinweise auf eine Brandstiftung gab es aber nicht. Wie Carolin Englert, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage berichtete, wurden die Ermittlungen wegen eventueller Brandstiftung eingestellt. Es ließe sich nach Aussagen der Kriminalpolizei nicht mehr feststellen, wodurch der Brand ausgelöst wurde, dafür war er schlicht zu groß. Ob ein technischer Defekt oder eine fahrlässige Brandstiftung dahinterstecken, ließe sich nicht mehr sagen.

Das offene Stallgelände des Landwirtes war in der Nacht in Vollbrand geraten, es gelang der Feuerwehr nicht, alle Tiere zu retten. Fünf der Kälber starben in den Flammen. Zudem entstand ein Sachschaden von etwa 60.000 Euro. Auf Nachfrage von BGLand24.de konnte die Staatsanwaltschaft Traunstein den Eingang der Strafanzeige noch nicht bestätigen.

jv

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