Strecke wird elektrifiziert, zweigleisig und stärker ausgelastet

Schallschutz, Taktung, Bahnhof: Das fordert Laufen für den großen Bahn-Ausbau

Laufen - Bis zu 2030 könnte alles fertig sein, dann will die Bahn den Großteil des Schienenverkehrs zwischen München und Salzburg über Laufen abwickeln. Nun hat die Stadt ihre Forderungen für den Ausbau verabschiedet.

Wie sehr wird der Bahnausbau zwischen Mühldorf und Freilassing auch Laufen verändern? Die Bahn befindet sich momentan in den Vorplanungen, doch die Forderungen Laufens sind bereits übermittelt. In vier Treffen hat eine Bürgerplanungsgruppe die Forderungen ausgearbeitet, Helmut Schmid präsentierte sie jüngst dem Stadtrat - von welchem sie einstimmig an die Bahn weitergegeben wurden.


ABS38: Bahnausbau zwischen Mühldorf und Freilassing

Zentral ist unter anderem ein Halbstundentakt für den Personenverkehr. Außerdem soll der Laufener Bahnhof barrierefrei werden und einen überdachten Wartebereich bekommen. Das Wartegleis - momentan befindet es sich noch im Bahnhofsbereich - soll außerhalb der Stadt verlegt werden: „Das gäbe ein besseres Erscheinungsbild, weniger Lärm und die Brücken über die BGL3 und die St2103 müssten dann vielleicht nicht dreigleisig werden“, so Schmid.


Außerdem werden die Forderungen nach neuen Haltepunkten unterstützt: für Surheim, Freilassing-Nord und bei Gastag, südlich von Laufen. Verlangt wird darüber hinaus ein angemessener Schallschutz: Schienendämpfer oder Brückenentdröhner einerseits, transparente und nicht zu hohe Lärmschutzwände andererseits. Gefordert wird von der Bahn auch, möglichst früh die Auslastung der Strecke für den Güter- und Fernverkehr offenzulegen.

Acht Kilometer Gleise führen durch Laufens Stadtgebiet

Das ambitionierte Ziel ist es, den Ausbau bis 2030 verwirklicht zu haben. Die Strecke von Mühldorf nach Freilassing ist für die Zukunft der Bahn in Deutschland zentral: Hier wird der Hauptverkehr von München nach Salzburg fließen, einschließlich österreichischer Railjets, und nicht mehr über Rosenheim. Das Teilstück von Mühldorf bis Freilassing wird zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. „Ausbaustrecke 38“ (ABS38) heißt das Projekt im Jargon der Bahn, ein Teil der „Magistrale für Europa“ von Paris bis Budapest. Das Schienennetz soll für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgelegt sein.

Die knapp acht Kilometer lange Teilstrecke im Stadtgebiet von Laufen beinhaltet insgesamt elf Brückenbauwerke und zwei größere sowie mehrere kleine Durchlässe. Sechs Eisenbahnüberführungen und eine Straßenüberführung sollen im Rahmen der ABS 38 neu gebaut oder angepasst werden. Drei weitere Eisenbahnüberführungen und eine weitere Straßenüberführung erneuert die Südostbayernbahn bereits vorher.

Dementsprechend richten Stadtrat und Bürgerplanungsgruppe auch viele kleinere Wünsche an die Bahn: Lagerhaus- und Bahnhofstraße sollen mit einem Mini-Kreisverkehr an die Teisendorfer Straße angebunden werden. In Lepperding könnte die Unterführung verschoben werden, damit die Straße in gerade unter den Schienen hindurchführt. Und in Gastag sollte die Unterführung in der Höhe mehr Platz bieten, um es Sankas und Bulldogs einfacher zu machen.

„Der Bahnausbau ist eine Chance. Jetzt gilt es, die Forderungen an die Deutsche Bahn heranzutragen und in den Planungsdialog zu treten“, so Schmid.

xe

Rubriklistenbild: © M. Hudelist

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