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Energiehunger am Berg

Skibetrieb am Jenner findet statt – aber treibt Verantwortlichen Sorgenfalten in die Gesichter

Die Strom- und Energiekosten für den Betrieb der Jennerbahn haben sich deutlich erhöht. Nun hofft man auf eine Beruhigung der Märkte.
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Die Strom- und Energiekosten für den Betrieb der Jennerbahn haben sich deutlich erhöht. Nun hofft man auf eine Beruhigung der Märkte.

Von Enthusiasmus kann keine Rede sein, wenn Thomas Hettegger auf die diesjährige Skisaison am Jenner blickt. Der Vorstandsvorsitzende der Berchtesgadener Bergbahn AG hat dabei die Energiepreise im Blick, die für den Betrieb ein großes Risiko darstellen. „Wir haben tatsächlich überlegt, ob wir überhaupt öffnen werden“, sagt Hettegger.

Schönau am Königssee – „Entweder oder“, sagt der 41-Jährige. Die Verantwortlichen haben sich dazu entschlossen, den Skibetrieb in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Dabei war das gar nicht so klar, seitdem in der Ukraine Krieg herrscht und die Energiepreise so stark gestiegen sind, dass sie den am Jenner getätigten Umsatz aufzufressen drohen.

Dazu muss man wissen: Der Betrieb der Jennerbahnen ist auf Energie angewiesen. Vor allem die Beschneiung frisst viel Strom. 2,36 Millionen Kilowattstunden waren es im vergangenen Jahr. „Im Winter hatten wir immer rund 400.000 Euro Stromkosten“, sagt Thomas Hettegger. Die Konditionen, die die Berchtesgadener Bergbahn AG hatte, waren gut. Die Kosten haben sich aber am Schönauer Hausberg vervielfacht. Thomas Hettegger habe verschiedene Szenarien durchgerechnet, sagt er auf Nachfrage.

In den vergangenen Monaten herrschte ein Auf und Ab auf dem Strommarkt. Im August erreichte der Preis für eine Kilowattstunde den Höchststand. Wenn das im Winter ähnlich wird, heißt das für die Verantwortlichen nichts Gutes. Die Summen treiben ihm Sorgenfalten ins Gesicht. Hetteggers Rechnung: 1,45 Millionen Euro, sollte der Strompreis wieder die Werte im August erreichen. „Das wäre nicht darstellbar“, sagt der Vorstandsvorsitzende. 

Bereits vor rund drei Monaten haben die Jennerbahn-Verantwortlichen die Preise für diese Saison festgelegt. Es gab Preisanpassungen: Zehn Prozent sei man hochgegangen. Zu diesem Zeitpunkt lief der Strommarkt noch in einigermaßen geregelten Bahnen. Eine weitere Erhöhung? „Auf keinen Fall“, entgegnet Thomas Hettegger. Die Menschen müssten bereits jetzt auf ihren Geldbeutel achten, angesichts steigender Heiz- und Stromkosten. Unnötige Ausgaben würden eher vermieden. „Auf Lebensmittel kann man nicht verzichten, auf Freizeitaktivitäten aber schon“, sagt Hettegger. Der Bahnbetrieb fällt in die Freizeitkategorie.

Thomas Hettegger sagt auch: „Unsere Kosten bleiben die gleichen, egal ob zehn Leute kommen oder 1000.“ Denn die Lifte fahren, auch die Pisten müssen täglich präpariert werden. 50.000 bis 80.000 Liter Diesel benötigt die Technik am Jenner pro Jahr. Der Diesel ist wichtig: Er treibt die Pistenbullys an, mit Hilfe derer wiederum das Gelände präpariert wird. Der Dieseltank am Jenner fasst 100.000 Liter. „Wir waren halbvoll und haben jetzt erst nachgetankt“, sagt Thomas Hettegger.  

In der Theorie könnte der eine oder andere Jenner-Lift zwar abgeschaltet werden. Die Verantwortlichen haben sich aber dagegen entschieden. Ab sofort wolle die Berchtesgadener Bergbahn AG in die Werbung gehen. „Wir können im Endeffekt nur abwarten – und gegebenenfalls reagieren“, sagt Hettegger. Ein Energiezuschlag wäre denkbar. Dieser würde die Preise aber nur ein weiteres Mal nach oben treiben. Thomas Hettegger hofft nun auf eine Beruhigung der Märkte: Damit die Skisaison am Berg am Ende eine gute wird. Die Eröffnung der Wintersaison ist für den 1. Dezember angedacht. Der Skibetrieb startet rund um Weihnachten.

kp

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