ARTIKELSERIE: WIE DENKEN BAYERN ÜBER "ZUAGROASTE"?

"Die lieben Einheimischen sind ganz schön in ihrem Fahrwasser"

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Landkreis - "Do kimm i her, do bin i dahoam" - Uns Bayern sagt man ja gerne nach, wir seien extrem Heimatverbunden und Fremden gegenüber sehr verschlossen. Stimmt das?

Wir wollten von "Zuagroasten" wissen, wie sie über Ihre neue Heimat, die Menschen, das Land, die Städte, die Gemeinden, das Leben denken. Uns haben daraufhin sehr viele Erfahrungsberichte von Nichtbayern erreicht, die wir im Rahmen der Artikelserie "Meine neue Heimat - wie denken Zugezogene über Bayern" vorgestellt haben.

Die Serie wurde heiß diskutiert und es stellte sich heraus: Nicht nur die Zugezogenen haben Redebedarf. Deswegen haben wir die Serie nun umgedreht und starteten eine neue Artikelserie mit dem Thema "Wie denken Bayern über Zugezogene".

Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie über Nichtbayern denken. Wie empfinden Sie die Menschen, welche Erfahrungen haben Sie mit ihnen und ihren vielleicht etwas anderen Traditionen gemacht? Hier der dritte Teil:

So denkt eine Rosenheimerin in Kiefersfelden

Ich bin eine gebürtige Rosenheimerin also eine waschechte Oberbayerin. Wie das bei den Bayern so ist, bin ich ein geselliger kontaktfreudiger Typ. War früher viel in den Wasengemeinden unterwegs und dort auch kein unbeschriebenes Blatt. Der Liebe wegen bin ich nach Kiefersfelden gezogen und ich muss sagen ich hätte mir das Ankommen in meiner neue Heimat leichter vorgestellt denn auch für mich als Dialekt sprechende Person ist es nicht leicht Anschluss zu finden. 

Die lieben Einheimischen sind ganz schön in ihrem Fahrwasser und es ist sehr schwer sich eine Chane zu erkämpfen, jemanden kennen zu lernen- Teilweise wird mir auch das Gefühl der Ablehnung entgegen gebracht. Einerseits verstehe ich daher die Zuagroasdn, dennoch muss ich sagen, dass diese teilweise ein Auftreten an den Tag legen, dass ich es auch wieder verstehe, dass man ihnen das Leben nicht leicht macht. 

Ich habe mir vor Weihnachten erlaubt, mein Auto auf einem Seitenstreifen zu parken, der zu meinem Grundstück gehört, um meine Einkäufe in den Keller zu bringen. Einem hochdeutsch sprechenden, zuagroasdn Anlieger ist nix besseres eingefallen als zu warten bis ich wieder aus dem Keller komme, um mich dann zufragen ob das sein müsse dass ich hier parke worauf ich leider nur sagen konnte, dass er sich doch bitte um seine Angelegenheiten kümmern solle. Die anderen Dialekt sprechenden Anwohner konnten grüßend vorbei fahren."

Lesen Sie auch die anderen Artikel unserer Serie:

"Er hatte kaum Kontakt, weil die Menschen so stur seien"

- "Warum ziehen die Menschen wohin, wo sie kein Wort verstehen?"

- "Irgendwann wird der Bayer aussterben..."

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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