Bahnstreik: Was Fahrgäste nun wissen müssen

München - Über vier Tage wollen die Lokführer den Bahnverkehr in Deutschland lahm legen. Heute Nacht geht es los. Was sie als Fahrgast nun beachten sollten, erfahren Sie hier:

Von Donnerstag, 2 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, wollen die Lokführer streiken! In dieser Zeit stehen bei der Bahn die Räder nahezu still. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete ihre Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind.

Bei Fahrgästen und in der Politik stößt das Vorgehen der GDL auf scharfe Kritik. „Claus Weselsky (Anm. der Red.: Vorsitzender der GDL) verliert gerade jedes Maß“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi zu „Spiegel Online“. Die "Aktion Münchner Fahrgäste" ist ebenfalls stinksauer und sprach von "einem elenden Los für die Fahrgäste". Die Aktion fragt sich zurecht, warum gerade im Verkehrsbereich so oft gestreikt wird. "Eine mögliche Antwort ist, dass es eben zu Lasten Dritter, nämlich der Fahrgäste, geht. Die Besitzer von Monatskarten haben bereits bezahlt und die Dienstwagen der Politiker fahren auch. Also hält sich der Leidensdruck bei den Entscheidern in Grenzen. Würde Frau Merkel frierend auf einem zugigen Bahnsteig stehen, würden ihr ganz schnell Lösungen einfallen. Das ist sicher", sagte Sprecher Andreas Nagel der tz.

Was Fahrgäste nun wissen müssen:

  • Wo kann ich mich über Verspätungen informieren? Die Bahn hat unter der Telefonnummer 08000 99 66 33 eine kostenlose Service-Hotline eingerichtet. Der Ersatzfahrplan wird unter www.bahn.de/aktuell veröffentlicht.
  •  Fallen alle Züge aus? Offenbar nicht! Die Bahn will mindestens ein Drittel der Zugverbindungen aufrechterhalten.
  • Kann ich meine Fahrkarte stornieren? Betroffene Kunden können sich ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen – zum Beispiel in den DB-Reisezentren. Online-Tickets können über ein Formular im Internet erstattet werden.
  • Darf ich andere Züge nützen? Bahnreisende dürfen auf einen höherwertigen Zug umsteigen (beispielsweise ICE statt IC), wenn der ursprünglich gebuchte Zug nicht fährt. Problem: Der darf nicht vom Streik betroffen sein. Bei zuggebundenen Spartickets werde die Zugbindung aufgehoben, erklärt die Bahn. Ausgenommen seien Länder-Tickets, manche regionale Angebote wie das Schöne-Wochenende- und das Quer-durchs-Land-Ticket sowie reservierungspflichtige Züge.
  • Bekomme ich eine Entschädigung? Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.
  • Welche Alternativen gibt es? Wer auf den Fernbus umsteigen will, sollte sich rasch umschauen. „Die Busunternehmen sind für den Marathonstreik der GDL gerüstet“, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer der Online-Ausgabe der tz. Marktführer Meinfernbus.de hatte beim letzten Streik 100 zusätzliche Fahrten organisiert. Eine weitere Alternative: Mietwagen. Laut Bild-Zeitung gehen einigen Unternehmen aber schon die Autos aus...

Das einzig Positive an dieser Angelegenheit folgt zum Schluss: Die Privatbahnen, so zum Beispiel auch der Meridian, der die Nahverkehrsstrecken bei uns in der Region betreibt, sind von dem Ausstand nicht betroffen. Diese Züge fahren auch während des Streiks nach Plan.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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