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Den Ernstfall geprobt

Dramatische Szenarien am Innkanal: 50 Wasserretter bei größter Übung seit zwei Jahren

Das Szenario der Großübung: Mit mehreren Booten machten sich die Wasserwachten Mühldorf und Waldkraiburg mit der Feuerwehr Kraiburg auf die Suche nach zwei Personen, die im Kanal trieben.
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Das Szenario der Großübung: Mit mehreren Booten machten sich die Wasserwachten Mühldorf und Waldkraiburg mit der Feuerwehr Kraiburg auf die Suche nach zwei Personen, die im Kanal trieben.

„Wassernot 3 – Baustellenunfall“ – das war am Mittwochabend das Stichwort für die Alarmierung von etwa 50 Einsatzkräften von Wasserwacht, Feuerwehren und BRK. Bei der größten Wasserrettungsübung seit zwei Jahren im Landkreis Mühldorf probten sie den Ernstfall.

Waldkraiburg – Erstmals seit Beginn der Pandemie war ein derartige Übung wieder möglich. Auch die Sanitätseinsatzleitung Mühldorf mit dem Leitenden Notarzt und der Unterstützungsgruppe nahmen daran teil, so eine Pressemitteilung der Wasserwacht.

Drei Arbeiter abgestürzt

Das dramatische Szenario: Bei einem schweren Baustellenunfall an der Innkanalbrücke bei Hart sind drei Arbeiter abgestürzt, einer liegt schwer verletzt in einem Hohlraum am Brückenfundament, zwei weitere treiben im Kanal.

Seit Beginn der Pandemie waren keine größeren Übungen dieser Art möglich, berichtet Einsatzleiter Christian Goertz. Dabei ist nach seinen Worten bei den Einsätzen der Wasserrettung im Landkreis zuletzt ein leichter Trend nach oben festzustellen.

Üben tut not: Mehr Wasserrettungseinsätze an Inn und Innkanal

Früher habe es pro Jahr 25 bis 30 Einsätze an Inn und Innkanal gegeben. Mittlerweile sei diese Zahl auf bis zu 40 im Jahr angewachsen, vor allem im Inn, wo zuletzt ein Schlauchboot bei Hochwasser kenterte. Schon bei der Anfahrt zum Übungsort erhalten die verschiedenen Einheiten weitere Informationen und Einsatzaufträge. Während die Wasserwachten Waldkraiburg und Mühldorf und die Feuerwehr Kraiburg ihre Boote zu Wasser bringen, müssen die Pürtener Feuerwehrleute einen Weg finden, gemeinsam mit den Besatzungen der Rettungswagen den schwer verletzten Arbeiter aus dem Hohlraum am Brückenfundament zu bergen.

Einsatzleiter mit Anblauf zufrieden

Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung sichtet die Besatzung eines Bootes der Wasserwacht eine Person, die auf Höhe der Pürtener Kanalbrücke im Wasser treibt.

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Eine Rettungsschwimmerin war in diese Rolle geschlüpft. Noch auf dem Boot gehen die Einsatzkräfte an die medizinische Erstversorgung. Die Übergabe an den Landrettungsdienst fällt zur vollen Zufriedenheit von Einsatzleiter Christian Goertz aus. Der stellvertretende Vorsitzende der Kreiswasserwacht wird nach der Übung eine positive Bilanz ziehen. Vor allem die Akutrettungen im Wasser seien innerhalb kurzer Zeit gelungen.

Einen schwer verletzten Arbeiter mussten Einsatzkräfte des BRK versorgen, nachdem ihn die Feuerwehr Pürten geborgen hatte.

Es kommt auf jede Minute an

„Das Einsetzen der Boote, das Finden der Personen und deren Akutversorgung – alles ist sehr schnell gegangen. Das wünscht man sich auch in der Realität.“ Lediglich bei der Kommunikation an den Schnittstellen müsse man noch nacharbeiten.

Die Hauptprobleme: die Strömung und die niedrige Wassertemperatur

Denn es kommt auf jede Minute an. „Das Hauptproblem sind die Strömung und die Wassertemperaturen im Inn.“ Etwa 13 Grad hat es derzeit. „Richtig warm wird ein Gebirgsfluss wie der Inn nie“, so Goertz.

„Man kühlt schnell aus und es ist sehr schwierig, überhaupt wieder an Land zu kommen. Die Kräfte schwinden und in kurzer Zeit setzt die Unterkühlung ein.“

Auch ein Sonar zur Unterwasserortung kommt zum Einsatz

Bei Suchfahrten auf dem Kanal, bei der auch ein Sonar zur Unterwasserortung eingesetzt wird, entdecken die Wasserretter auch die dritte Person. Kraiburger Feuerwehrleute sichten den leblosen Körper, der an der Berme angeschwemmt wurde. Auf diesem untersten Betonabsatz, der aus dem Wasser ragt, fallen der Wasserwacht immer wieder Personen auf, die sich dort zum Sonnen niederlassen. Goertz: „Viele wissen nicht, dass das brandgefährlich ist.“

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Der dritte Mann, eine Puppe, wird zum Übergabepunkt gebracht. Die Feuerwehrleute beginnen umgehend mit der Reanimation. Noch während der Fahrt steigt ein Wasserwachtler mit kompletter Notausrüstung von Boot zu Boot zu und intensiviert die medizinischen Maßnahmen, ehe die Person an den Landrettungsdienst übergeben werden kann.

„Zeit ist der oberste Faktor“

„Zeit ist der oberste Faktor“, sagt Einsatzleiter Christian Goertz. Es komme auf die schnelle Reaktion an. Goertz appelliert an Bürger, die ein Unglück an Inn oder Innkanal mitbekommen, „als erstes sofort den Notruf abzusetzen“. Es dürfe keine Zeit bis zur Alarmierung vergehen. Erst dann sollten sie schauen, wo sich das nächste Rettungsmittel befindet und es der Person , die sich im Wasser befindet, zuwerfen. Der Wasserwachtler warnt davor, bei eigenen Rettungsversuchen Risiken einzugehen.

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