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Fachkräftemangel in Kitas

Erzieherinnen gesucht: So stemmt sich eine Waldkraiburger Kita gegen den Fachkräftemangel

Zeit nimmt sich Cornelia Reichthalhammer (links) für Manuela Stadler. Die arbeitet im Rahmen des Förderprogramms „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“ als Zusatzkraft in der Kita Maria Schutz.
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Zeit nimmt sich Cornelia Reichthalhammer (links) für Manuela Stadler. Die arbeitet im Rahmen des Förderprogramms „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“ als Zusatzkraft in der Kita Maria Schutz.

Erzieher gesucht: In Krippen, Kitas und in Horten fehlt es oft an Personal. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung könnte der Bedarf noch zusätzlich steigen. Die Kita Maria Schutz nutzt ein Bundesprogramm, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten.

Waldkraiburg – Wer den Stellenmarkt aufschlägt, stolpert unweigerlich über die vielen Anzeigen: Kinderpflegerin oder Erzieherin gesucht, als Elternzeitvertretung oder unbefristete Stelle. Das Angebot ist groß und wird auch in den kommenden Jahren nicht kleiner werden. Denn mit dem Ausbau von Betreuungseinrichtungen ist der Bedarf in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Rund 700.000 Erzieherinnen und Erzieher sind sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vergangenes Jahr bekannt gegeben. Damit ist die Zahl in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel gestiegen.

Ausbildung kostet Zeit

Es gibt ein großes Angebot, aber es mangelt an Nachwuchs. Dem will der Bund mit dem Programm „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher“ begegnen, an dem sich die Kita Maria Schutz beteiligt. Da geht es zum einen darum, dass für die Fachschülerinnen mehr Zeit bleibt, um sie bei ihrer Ausbildung zu begleiten. „Die Ausbildung ist wichtig und das kostet nun mal Zeit“, sagt Leiterin Charlotte Konrad. In Maria Schutz übernimmt Cornelia Reichthalhammer diese Aufgabe. Nicht ihre einzige, denn auch Manuela Stadler bekommt zusätzlich Aufmerksamkeit.

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Eine Zusatzkraft, die nicht vom Fach ist – es aber werden kann. „Es ist eine Chance, eine Fachkraft zu finden, die sich zuvor in der Einrichtung in den Beruf hineinfinden kann“, sagt die Leiterin. Eine anschließende Ausbildung kann dann verkürzt werden. Diese Chance will jetzt Manuela Stadler für sich nutzen.

Die gelernte Friseurin hatte nach einem Halbtagsjob gesucht und war zufällig auf den Aufruf von Charlotte Konrad gestoßen. „Ich engagiere mich beim TSC in der Kindergarde und mir macht die Arbeit mit ihnen auch viel Spaß“, sagt Manuela Stadler. Seit April arbeitet sie im Kindergarten mit und findet viel Freude an der Arbeit. „Für uns ist sie eine super Unterstützung“, sagt Cornelia Reichthalhammer.

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Mit dem gestiegenen Bedarf der vergangenen Jahre hat die Zahl der neuen Erzieherinnen nicht mithalten können. Charlotte Konrads Eindruck ist es, dass es bei Schülern kaum noch Interesse an dem Beruf gibt. „Früher sind viele aus dem sozialen Zweig an der Realschule gekommen, aber den gibt es kaum noch.“ Früher habe sie noch am Gymnasium den Beruf beworben.

Gesellschaftliche Anerkennung fehlt

„Dass die gesellschaftliche Anerkennung fehlt, trägt sicherlich dazu bei“, sagt Charlotte Konrad zu möglichen Gründen, warum der Beruf an Attraktivität verloren hat. Gleichzeitig werden höhere Ansprüche an das Personal gestellt. „Es muss klar sein, dass es keine Spieltanten sind“, sagt Charlotte Konrad. Vielmehr unterstützen die Erzieherinnen heute durch die geänderten Strukturen die Familien. „Es ist sehr komplex geworden.“ An das Personal werden hohe Anforderungen gestellt, was die Suche nicht unbedingt einfacher macht.

„Die Suche ist sehr schwierig“, sagt Ulrich Wunder, Kita-Verwaltungsleiter für die katholischen Kitas in Mühldorf und im Pfarrverband Ampfing. Man sei zwar aktuell personell gut aufgestellt, aber unter dem Jahr schnell Ersatz finden? „Keine Chance.“

Es liegt nicht allein am Geld

Allein mit einer besseren Bezahlung lässt sich das Problem seiner Meinung nach nicht lösen. „Man muss den Job auch mögen, das ist nicht nur durch eine bessere Bezahlung zu lösen“, sagt Wunder. Die Einrichtungen brauchen in den nächsten Jahren „dringend gute Leute“, aber die Qualität der Ausbildung dürfe man nicht herunterschrauben.

Auch die Stadt Waldkraiburg tut sich schwer, Personal für die städtischen Kitas zu finden. „Es gibt immer wieder einen Wechsel, aber wir mussten zum Glück noch keine Gruppe schließen“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch. Viel Spielraum, um Gruppen mit weniger Kindern zu betreuen, bleibt aber nicht.

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In der Vergangenheit hat die Stadt und das Ordinariat die Ausbildung zur Erzieherin immer unterstützt. „Die Azubis tauchen in keinem Personalschlüssel auf und die Kosten dafür müssen getragen werden“, sagt Charlotte Konrad. Das sei nicht selbstverständlich.

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