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Speisen wie die alten Rittersleut: Das steht auf dem „Menü“

Schrotfladen gefüllt mit gerupfter Sau & Co.: Ampfinger Spiel wartet mit Köstlichkeiten aus dem Mittelalter auf

Zuständig für das authentische Essen bei 1322: (von links) Sabine Kriegl-Schreiner (Tischlein deckt sich), Bäckermeister Stefan Greimel, Karina Meyer (Tischlein deckt sich), Claudia Empl (Organisationsteam 1322), Stephanie Hermann (zuständig für die Gastronomie bei 1322), Marianne und Robert Gebler (Geschäftsführer Kreuzerwirt Mettenheim).Stettner
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Zuständig für das authentische Essen bei 1322: (von links) Sabine Kriegl-Schreiner (Tischlein deckt sich), Bäckermeister Stefan Greimel, Karina Meyer (Tischlein deckt sich), Claudia Empl (Organisationsteam 1322), Stephanie Hermann (zuständig für die Gastronomie bei 1322), Marianne und Robert Gebler (Geschäftsführer Kreuzerwirt Mettenheim).Stettner

Wenn man an Rittermahle denkt, kommen einem ausschweifende Gelage in den Sinn, die am königlichen Bankett veranstaltet wurden. Für das 1322-Freilichtspiel in Ampfing haben sich die Köche etwas Besonderes überlegt. Tomaten haben keine Rolle gespielt. Und das hat einen ganz simplen Grund.

Ampfing – Bei diesen Gelagen gab es Nahrung im Überfluss mit bis zu zehn Gängen, Musik, Wein und ausgelassene Stimmung. Die Rittersleute stopften sich den Ranzen voll, und Tischmanieren im heutigen Sinne waren nicht bekannt.

Statt Kartoffeln gibt es Kraut und Rüben

Dagegen kann sich der kulinarische Teil beim Historienspiel 1322 in Ampfing mehr als sehen lassen. Mit Karina Meyer und Sabine Kriegl-Schreiner von „Tischlein deckt sich“ aus Oberbergkirchen sowie Robert und Marianne Gebler vom Kreuzerwirt in Mettenheim wurden für das Catering von 1322 kundige und ideenreiche Gastronomen gefunden.

Die Kartoffel hatte noch nicht Einzug gehalten

„Wir, wollen hier Schmankerl anbieten die man nicht alle Tage bekommt, da waren wir uns bei der Bewerbung für das Catering einig“, so Sabine Kriegl-Schreiner und Robert Gebler. Bevor sie so richtig loslegten, gingen sie der Frage nach: Was kochte man im Mittelalter? Eine spannende Frage, wo man doch von Sauf- und Fressgelagen wusste und zu damaligen Zeiten weder Kartoffel noch Tomate Einzug gehalten hatten.

Im Internet fündig geworden

Gesucht wurde im Internet nach der Kulinarik des Mittelalters. Schließlich war die geforderte Aufgabe des Organisationsteams, alles so authentisch wie möglich umzusetzen. Schwein, Ziege, Geflügel, verschiedene Rüben- und Kohlarten sowie vielerlei Gemüse standen auch bei Rittern schon auf dem Speiseplan. Eigentlich gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass die Kartoffel heute nicht mehr weg zudenken ist.

„Schrotfladen gefüllt mit gerupfter Sau“

Was bei den Recherchen herausgekommen ist, ist eigentlich nicht mehr zu toppen und kann schon als die gehobene Küche des Mittelalters bezeichnet werden: Schrotfladen gefüllt mit gerupfter Sau, Ripperl mit Kümmelweckerl, „Arme Ritter“ herzhaft gefüllt mit Schwein, gepickeltem Gemüse oder Ziegenkäse. Auch als süße Variante der damaligen Magd- und Knechtspeise wird es den klassischen „Armen Ritter“ geben und vor Ort frisch gebackene „Kiache“.

Honig statt Zucker als Süßungsmittel

Für Zucker, den es damals noch nicht gab, hat man mit Honig als Süßungsmittel eine gute Alternative gefunden. Als Bäcker der mittelalterlichen Brotsorten konnte Bäckermeister Stefan Greimel von „Backmas“ in Aschau gewonnen werden. Er wurde von dem Team angesprochen und dann sozusagen „überrannt“. Er backt verschiedene Brot- und „Loabe“-Varianten, in denen Fleisch und Käse serviert werden. Ebenfalls werden weitere spezielle „Loabe“ oder Weckerl angeboten, die sich gut als „Saug“-Unterlage für die angebotenen Getränke wie Bier, Wein und Met, eignen.

Gut vorbereitet auf den großen Ansturm

„Wir sind gut vorbereitet auf den Ansturm“, da ist sich das Team einig. Die Speisen werden an den vier Spiel- Wochenenden zum Erlebnis-Lagerleben jeweils vor den Aufführungen und auch in den Pausen angeboten. Wer nach der Aufführung zu seinem Absacker auch noch eine Kleinigkeit essen möchte, wird eine Speisenauswahl auf einer kleineren Karte für danach finden.

Getrunken werden Bier, Wein und Met

Das Organisationsteam von 1322 konnte sich kürzlich bei einem Probierabend von der Qualität der angebotenen Speisen und Getränke überzeugen. „Wir sind total begeistert von der sehr guten Qualität, den feinen Gewürznoten, mit denen die Speisen abgestimmt wurden und wie sie präsentiert werden“, lobt Stephanie Herrmann, zuständig für die Organisation der Gastro im Lagerleben. „Alle im Cateringteam für 1322 vereint ihre Leidenschaft für Lebensmittel und gutes Essen.“

Übrigens: Wie im Mittelalter gilt bei 1322 „Nur Bares ist Wahres“ – auf dem ganzen Gelände wird keine Kartenzahlung möglich sein.

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