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Aktuelles Interview

Vision für neues Schmerzzentrum: Dr. Hans-Helmut Gockel übernimmt Leitung im InnKlinikum

Dr. Hans-Helmut Gockel ist der neue Leiter der Schmerzklinik.
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Dr. Hans-Helmut Gockel ist der neue Leiter der Schmerzklinik.

Die Schmerzzentren des InnKlinikums bekommt einen neuen Leiter. Dr. Hans-Helmut Gockel ist ein anerkannter Spezialist in der Schmerzmedizin. Der 62-jährige Mediziner möchte die Schmerzklinik in Mühldorf neu aufstellen und stellte sich den Fragen der OVB-Heimatzeitungen.

Mühldorf – Die Schmerzzentren des InnKlinikums bekommt einen neuen Leiter. Dr. Hans-Helmut Gockel ist ein anerkannter Spezialist in der Schmerzmedizin. Der 62-jährige Mediziner möchte die Schmerzklinik in Mühldorf neu aufstellen und stellte sich den Fragen der OVB-Heimatzeitungen.

Nach elf Jahren in der Schmerztherapie Vilsbiburg wagen sie einen Neuanfang. Was sind die Gründe dafür?

Dr. Hans-Helmut Gockel: Eigentlich hatte ich mich darauf eingerichtet, die Schmerzmedizin in Vilsbiburg bis zu meiner Rente erfolgreich weiterzuführen. Dann bekam ich einen unerwarteten Anruf: Der ärztliche Direktor von Mühldorf Dr. Wolfgang Richter hat Anfang 2019 eine Schmerztherapie mit kompetenten Mitarbeitern begonnen. Allerdings gab es immer wieder kleinere organisatorische Hindernisse. Deshalb wurde eine ehemalige Mitarbeiterin von mir, die Teil des Teams in Mühldorf war, gefragt, was denn jetzt passieren müsse, damit die Schmerztherapie noch erfolgreicher wird. Ihre Antwort war ganz einfach ,,Dann müsste Herr Dr. Gockel kommen“. So bekam ich den besagten Anruf mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte, noch einmal etwas ganz Neues zu machen. Für mich war es wie für einen Maler, der auf ein gutes und spannendes Lebenswerk zurückzuschauen beginnt. Auf einmal waren da eine neue Leinwand, neue Farben und neue Pinsel. Drei Wochen später habe ich bei den InnKliniken unterschrieben.

Die Schmerzklinik in Mühldorf ist noch wenig bekannt, wie möchten Sie das ändern?

Gockel: Wir haben jetzt ein neues Team und eine flache Hierarchie. In allen Bereichen arbeiten wir daran, uns bekannt zu machen, ein gutes Konzept mit einem Assessmentcenter und einer Tagesklinik in Mühldorf sowie die Tatsache, dass jeder Schmerzpatient, der sich an uns wendet, problemlos einen Vorstellungstermin bei mir bekommt.

Welche Patienten sollen in die Schmerzklinik kommen?

Gockel: Unser Therapieangebot richtet sich an chronische Schmerzpatienten, bei denen der Schmerz das Leben und das soziale Umfeld sowie die psychische Situation und Zufriedenheit zu beeinflussen. Dies sind am häufigsten chronische Rückenschmerzen, Nervenschmerzen, aber auch Schmerzen in Muskulatur- und Bewegungsapparat.

Was erwartet die Schmerzpatienten für ein Behandlungskonzept?

Gockel: Die Patienten, die zu uns Kontakt aufnehmen, erwartet ein multimodales Schmerzkonzept. Dabei sind der Arzt, der Psychologe, der Bewegungstherapeut, der Co-Therapeut, die Pflege und die Teamassistenz auf gleichberechtigter Ebene zusammen für den Patienten da. Jeder hat seine Aufgabe und arbeitet in seinem Gebiet mit dem Patienten zusammen. Ob dies im Rahmen eines so genannten Assessments, wo die Patienten für einen Tag zu einer umfassenden Schmerzdiagnostik einbestellt werden, einer tagesklinischen Therapie, wo die Patienten von morgens bis nachmittags ein Programm durchlaufen und Zuhause die erlernten Strategien umsetzen, oder ein mehrwöchiger intensiver Aufenthalt in unserem großzügigen Schmerzzentrum am Krankenhaus Haag ist.

Gibt es eine Behandlungsmethode, die für sie ganz besonders für die Schmerztherapie geeignet ist und warum?

Gockel: Dadurch, dass es sich bei der chronischen Schmerzerkrankung um ein mehrdimensionales Geschehen handelt, das Körper, Psyche und das soziale Umfeld umfasst, ist die multimodale Schmerztherapie eine hervorragende Option für diese Patienten und sehr effektiv. Seit vielen Jahren erforschte Erfolge liegen bei 70 Prozent Schmerzlinderung.

Wie sind Sie eigentlich zur Schmerztherapie gekommen und was waren ihre bisherigen beruflichen Stationen?

Gockel: Ich habe 1987 als Anästhesist an der Uniklinik in Kiel begonnen. Dort gab es eine der ersten Schmerzambulanzen. Die Möglichkeit für den Anästhesisten, in der Schmerzmedizin Patienten primär zu versorgen und auf ihren Weg positiv zu begleiten, haben mich schon sehr früh fasziniert. Anfang der 90er Jahre habe ich mit meinem Lehrer, einem der renommiertesten Schmerztherapeuten Deutschlands Professor Christoph Maier, die Schmerzmedizin von Anfang an hochkompetent erlernt. 2000 bin ich durch Zufall als Oberarzt zu Dr. Reinhard Thoma in die Schmerztherapie nach Tutzing gekommen. Zusammen mit ihm und zwei weiteren Mitarbeitern haben wir in München 2008 das Algesiologikum gegründet. Nach zwei weiteren Jahren habe ich 2010 als Chefarzt in Kooperation mit dem Algesiologikum die Schmerzklinik in Vilsbiburg erfolgreich aufgebaut.

Was machen Sie, wenn Sie nicht in der Schmerztherapie anzutreffen sind?

Gockel: Ich habe eine große Familie und eine wunderbare Frau. Wir sind seit 26 Jahren verheiratet und haben drei Kinder. Unser ältester Sohn hat gerade im Ausland seine Ausbildung zum Arzt abgeschlossen. Meine Tochter befindet sich im Masterstudium in Wien. Unser Nachzügler ist noch in der neunten Klasse des Gymnasiums und kämpft mit coronabedingten Schwierigkeiten.

Sehr gerne bastle ich zum Ausgleich mit Holz, lese und wenn sich die Gelegenheit ergibt, fahre ich mit meiner Frau Motorrad.

Mit welchem Gefühl starten am 1. Juli in Mühldorf: Vorfreude auf etwas Neues oder Sorge, dass sie scheitern könnten?

Gockel: Ich beginne am 1. Juli bei den InnKliniken. Ich habe ein hervorragendes und erfahrenes Team. Ein geniales externes Coaching durch Dr. Andrea Hirmer zusammen mit ihrer Mitarbeiterin. Ich habe überhaupt keine Sorge, sondern eine Vision für die neuen Schmerzzentren der InnKliniken.

Interview: Harald Schwarz

Therapie in Mühldorf und Haag

Das neue Zentrum für Schmerztherapie in den Krankenhäusern Mühldorf und Haag soll ab 1. Juli eine neue Anlaufstelle für Patienten mit chronischen Schmerzen bieten. Dr. Hans-Helmut Gockel gilt als Koryphäe auf diesem Gebiet. Sechs Jahre in Folge wurde er nach Angaben des Inn-Klinikums vom Magazin „Focus“ ausgezeichnet. Gockel hat die Schmerztherapie im Vilsbiburger Krankenhaus aufgebaut und viele Jahre geleitet. Ein Ausbau der Schmerztherapie im Klinikverbund ist in Planung. Die von ihm praktizierte „Multimodale Schmerztherapie“ ist nach Angaben des Klinikums sehr erfolgreich. Bei durchschnittlich 70 Prozent der Schmerzpatienten könnten deutliche Erfolge mit mindestens 30 bis 50 Prozent Schmerzlinderung erreicht werden, wobei ein Ziel der Therapie sei, Medikamente zu reduzieren.

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