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Stadtplatzsanierung

Kein China-Granit auf Neumarkter Stadtplatz: Rathaus reagiert auf irreführende Mutmaßungen

„Die bisherigen Pflastersteine des Parkplatzes werden überwiegend wiederverwendet“, erklärt Neumarkts Bauamtschefin Natascha Engelmann. Sollten Steine übrig bleiben, werden diese verkauft.
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„Die bisherigen Pflastersteine des Parkplatzes werden überwiegend wiederverwendet“, erklärt Neumarkts Bauamtschefin Natascha Engelmann. Sollten Steine übrig bleiben, werden diese verkauft.

Vergabesumme für Tiefbauarbeiten und Pflasterung liegt mit 4,5 Prozent über der Kostenberechnung von 2019. So geht es mit der Sanierung weiter.

Neumarkt-St. Veit – Es ist der bislang größte Posten der Stadtplatzsanierung von Neumarkt-St. Veit, den der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung vergeben hat. 3,63 Millionen Euro brutto kosten die weiteren Tiefbauarbeiten in Verbindung mit den Straßen- und Pflasterungsarbeiten. Damit liegt die Summe zwar über der ursprünglichen Kostenschätzung, aber mit 4,5 Prozent hält sich diese angesichts der angespannten Lage bei der Verfügbarkeit von Baustoffen noch in Grenzen. 3,48 Millionen Euro war das Ergebnis der Kostenberechnung aus dem Jahr 2019.

Vergabesumme liegt nur um 4,5 Prozent drüber

Gerade bei den Bodenbelägen hatte es im Vorfeld der Stadtplatzgestaltung eine große Diskussion im Hinblick auf das Material gegeben. Die Initiative zum Bürgerbegehren „Rettet unseren schönen Stadtplatz“ wollte die roten Klinkersteine beibehalten, begründete dies unter anderem mit den Kostenunterschieden und befürchtete sogar bezüglich der Ausschreibung: „Da das kostengünstigste Angebot ausgewählt werden muss, würde unser Stadtplatz höchstwahrscheinlich mit Granit aus China belegt werden, genau wie es in Neuötting passiert ist.“ Eine Mutmaßung, die noch heute auf der Internetseite der Bürgerinitiative nachzulesen ist.

Im OVB-Dossier finden Sie alles zur Sanierung des Stadtplatzes in Neumarkt-St. Veit

Granit hat nichts mit Kinderarbeit zu tun

Die Befürchtung, dass Baustoffe womöglich aus fernen Ländern importiert würden, gipfelte in einer Äußerung von SPD-Stadtrat Ulrich Geltinger zur Haushaltsdebatte für 2021, der es aufgrund von europaweiten Ausschreibungen als unwahrscheinlich erachtet hatte, dass Aufträge zur Sanierung des Stadtplatzes an ortsansässige Betriebe vergeben würden. „Vielmehr werden wir die Kinderarbeit in chinesischen Granitsteinbrüchen fördern.“

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Granit stammt aus dem Bayerischen Wald und aus dem Böhmerwald

Diese Vorwürfe weist das Rathaus entschieden zurück. Bauamtsleiterin Natascha Engelmann erklärt: „Zur Herkunft der Pflastermaterialen müssen die Firmen die Herkunft mit Steinqualitäten nachweisen, diese liegen uns alle vor. Erst dann konnte vergeben werden.“ Der Granit, der auf dem Stadtplatz verbaut werde, stamme aus dem Bayer- beziehungsweise dem Böhmerwald.

Keine Ausbeutung von Kindern ersichtlich

Bezüglich der angesprochenen Kinderarbeit müssen nach Angaben Engelmanns alle Bieter das ein entsprechendes Formblatt gemäß des Vergabehandbuchs Bayern mit den Ausschreibungsunterlagen abgeben, „Dies liegt uns vor und es wurde bestätigt, dass keine Produkte von ausbeuterischer Kinderarbeit betroffen sind“, so Engelmann auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen.

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Die bisherigen Steine werden wieder verbaut

Sie weist darauf hin, dass kein Material verschwendet oder entsorgt werde, das sich gut in den Stadtplatz integrieren ließe: „Die bisherigen Pflastersteine des Parkplatzes werden überwiegend wiederverwendet. Sie werden gereinigt und dann für die Neupflasterung des Parkplatzbereiches benutzt.“ Sollten dennoch Steine übrig bleiben, werde die Stadt diese verkaufen. Dies gelte auch für das Kleinsteinpflaster vom Johannesplatz und die roten Klinkerplatten und das Großsteinpflaster.

Im OVB-Dossier finden Sie alles zur Sanierung des Stadtplatzes in Neumarkt-St. Veit

Reststeine will die Stadt verkaufen

Zu gegebener Zeit werde die Stadt den Verkauf veröffentlichen, der über die Zoll-Auktion laufen wird. Interessierte Bürger können sich im Vorfeld bei der Stadt melden und werden dann bei Bekanntgabe nochmals angeschrieben, damit sie mitbieten können, heißt es dazu aus dem Rathaus.

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Mit Abbrucharbeiten geht es zunächst weiter

Abbrucharbeiten sind es, welche den nächsten Bauabschnitt einleiten werden. Der Oberboden und ungebundene Schichten des Oberbaus werden zum Teil abgetragen, beprobt und entsorgt.

Asphaltschichten werden eingebaut, Maßnahmen zur Straßenentwässerung ergriffen und Abdichtungsarbeiten an den Fassaden im Sockelbereich durchgeführt. In diesem Teil der Bauphase stehen auch die Brunnenbauarbeiten an, sowohl am Marienbrunnen, der laut Planung versetzt werden soll, als auch am oberen Stadtbrunnen mit dem Panther.

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Trinkwasserinstallation angedacht

Bei beiden Brunnen ist eine Trinkwasserinstallation der Brunnenstuben mit Armaturen an gedacht. Für Märkte und Feste ist eine Abwasseranlage und auch eine entsprechende Trinkwasserversorgung geplant. Auch Vorarbeiten für die Straßenbeleuchtung werden bereits durchgeführt, für die Stromversorgung Leitungsgräben und Schächte hergestellt. Bodenhülsen und Fundamente für Fahnen, Beschilderung, Fahrradbügel, Abfallbehälter und Sitzbänke – diese Einbauten werden als „Allgemeine Einbauten“ ebenso berücksichtigt.

Bodenindikatoren sind ebenso vorgesehen wie Orientierungspflaster

Pflanzflächen und Leitungsgräben für die Breitbandversorgung sind in diesem Bauabschnitt berücksichtigt und zum großen Teil auch schon die Oberflächengestaltung: Der Plattenbelag und das Pflaster werden aus Naturstein verlegt, Bodenindikatoren sind ebenso vorgesehen wie Orientierungspflaster beziehungsweise Rinnen und Borde.

Baufortschritt wird im Internet dokumentiert

Die Stadt Neumarkt-St. Veit veröffentlicht seit Baubeginn regelmäßig Baufortschritt und die nachfolgenden Maßnahmen im Internet und auch auf den Litfaßsäulen auf dem Stadtplatz. Aktuell ist es so, dass die Hauptwasserleitung bis zum angestrebten Knotenpunkt verlegt und bereits befüllt worden ist. Am 8. Juni wurde die notwendige Wasserprobe genommen. Ein kleines Baufeld besteht noch, das bis 18. Juni wieder verschwunden sein wird. Diese erste Bauphase soll in der 26. Kalenderwoche abgeschlossen sein.

Am Unteren Tor geht es weiter

Laut Bauzeitenplan folgt dann der Kanal- und Wasserleitungsbau am Unteren Tor, bevor sich der Bautrupp der östlichen Stadtplatzseite an der Johanneskirche widmet und die Arbeiten Anfang August im nordwestlichen Bereich des Stadtplatzes fortsetzt.

Kostenangabe für Breitband, Beleuchtung und Elektroinstallation in der nächsten Sitzung

Die Vergabe der Tiefbau- und Pflasterarbeiten war nicht der letzte Posten im Zuge der Stadtplatzneugestaltung. Wie Baumgartner auf Nachfrage mitteilt, seien im nichtöffentlichen Teil des jüngsten Sitzungsblocks die Vergaben für die Breitbandverlegung, für die Beleuchtung und für die Elektroinstallation erfolgt. Die Bekanntgabe der Kosten kündigte er für den öffentlichen Teil der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag, 24. Juni, an.

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