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Mahnwache in Mühldorf

Solidarität in gelb-blau: 200 Menschen im stillen Protest gegen Putins Krieg in der Ukraine

Friedensbekundungen und Aufforderungen, Putin zu stoppen. Auch die Nationalfarben der Ukraine waren am Stadtplatz zu sehen, wo sich 200 Personen einfanden, um ihre Solidarität gegenüber der Ukraine auszudrücken.
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Friedensbekundungen und Aufforderungen, Putin zu stoppen. Auch die Nationalfarben der Ukraine waren am Stadtplatz zu sehen, wo sich 200 Personen einfanden, um ihre Solidarität gegenüber der Ukraine auszudrücken.

Fassungslosigkeit, Unverständnis, Bestürzung, aber auch Wut sind am Samstagabend unter den 200 Personen zu vernehmen, die zur Mahnwache auf den Mühldorfer Stadtplatz gekommen sind. Sie alle sind der Einladung von politischen Jugendorganisationen gefolgt, die zur Mahnwache aufgerufen hatten.

Mühldorf – Keine großen Worte. Keine langen Reden. Einfach nur in der Stille verharren und so den Unmut zu Putins Einmarsch in der Ukraine ausdrücken. Grüne Jugend, Junge Liberale, Junge Union und Jusos wollten als „gemeinsames Bündnis“ ihren Protest zum Ukraine-Krieg ausdrücken.

Auch Musiker aus dem Landkreis Mühldorf solidarisieren sich mit der Ukraine. Andreas Seifinger platzierte die Ukrainische Nationalhymne in den Sozialen Netzwerken.

Herzen in Gelb-blau und eine Botschaft auf kyrillisch

Herzen in gelb-blau, den Nationalfarben der Ukraine, auf Pappe werden hochgehalten. Parolen wie „Krieg ist keine Lösung“ sind zu lesen, „Mach Hummus, nicht Krieg“ oder „Stoppt Putin!“. Vereinzelt sind Protestierende zu sehen, die sich eine ukrainische Fahne umgehängt haben.

„Ruhm der Ukraine“ hat dieser junge Mann in Kyrillisch auf Pappe geschrieben. Kommentieren wollte er es nicht.

Stumm hebt ein junger Mann ein Schild hoch: „Ruhm der Ukraine!“, steht darauf in kyrillischen Buchstaben. Kommentieren will er es nicht. Nur soviel sagt ein Begleiter: Die Schwiegereltern leben in der Ukraine.

„Ruhm der Ukraine“ auf kyrillisch

Bobby Gruber. CSU-Stadtrat aus Neumarkt-St. Veit, hat seine Skiklamotten in gelb-blau aus dem Schrank geholt, um seine Solidarität mit dem ukrainischen Volk und seinen Protest zum Krieg auszudrücken. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass sowas in der heutigen Zeit mitten in Europa passiert“, kann er über den Krieg nur den Kopf schütteln.

Solidarisierung quer durch alle Altersgruppen

Und so geht es Vielen in Mühldorf. Es sind Menschen jeglichen Alters am Stadtplatz. Kleinkinder, die ihre Botschaften auf Pappe gekritzelt haben. Aber auch viele Erwachsene, darunter einige Politiker aus dem Landkreis. Frank Mürkens, Vorsitzender der Jusos Mühldorf, freut sich, „dass so viele Menschen gekommen sind. Es ist ein wichtiges Zeichen, das vom Landkreis ausgeht: Dass wir Kriegshandlungen in Europa nicht dulden!“ Er sei eigentlich immer davon ausgegangen, „dass wir den Geist des Krieges in Europa zurück in der Flasche haben. Dass sämtliche Völker zusammenhalten und die Zusammenarbeit vertiefen, auch mit der russischen Föderation. „Leider sind durch Putins Vorgehen sämtliche Brücken abgerissen worden!“

Der Heldensteiner Fotograf Matthias Ettinger lässt auf Facebook die Farben seiner Bilder sprechen, um seine Solidarität gegenüber der Ukraine auszudrücken.

„Man sieht die Nachrichten, man kommt sich hilflos vor und denkt sich: Was können wir machen?“ Diese Gedanken sind Sophie Sontag-Lohmayer, Kreisvorsitzende der Jungen Union, durch den Kopf geschossen. Also habe man sich mit anderen Parteien zusammengeschlossen, mit dem Ziel, Zeichen zu setzen. „Und unsere Solidarität mit der Ukraine zu bekunden“, erklärt sie am Rande der Veranstaltung. Man könne mit der Mahnwache nicht den Krieg stoppen. „Aber wir wollen zeigen, dass weitere Schritte unternommen werden müssen!“, bezieht sie sich auf Sanktionen gegenüber Russland.

Bunter Protest zum Kriegsgebaren Putins.

Kalter Schauer und Gänsehaut bei den Bildern aus der Ukraine

Christoph Arz von der Grünen Jugend appelliert an die Solidarität gegenüber der Ukraine. „Wir sind eine Generation, die ohne Krieg aufgewachsen ist.“ Er spricht von einem kalten Schauer und von Gänsehaut, wenn man nun die Bilder aus der Ukraine sieht. „Sorgen mache ich mir auch um Moldawien und darüber, dass Putin nicht aufhören könnte.“ Er hofft, dass der Krieg schnell vorbei ist und eine Lösung absehbar. „Es dürfen keine Menschen mehr sterben!“

Hoffnung, dass Sanktionen wirken

Valentin Clemente von den Jungen Liberalen zeigt sich fassungslos: „Ich hätte nicht gerechnet, dass es so weit kommen würde. Dass Putin ernst macht und einen Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat anfängt.“ Er sei überwältigt, dass so viele Menschen dem Aufruf der Jugendorganisationen gefolgt sind, „dass wir Demokraten zusammenstehen und ein Zeichen setzen“. Man will mit der Aktion auch an die Mandatsträger appellieren, alles zu unternehmen, um Putin zum Umdenken zu zwingen.

Landrat Heimerl lobt Einsatz der politischen Jugend als „wichtiges Signal“

Landrat Max Heimerl (CSU) lobt vor Ort den Einsatz der politischen Nachwuchsorganisationen im Landkreis: „Das ist ein sehr wichtiges Signal“. Persönlich sei er tief bestürzt über den Krieg, er trauere um die Opfer in der Ukraine. „Ich sehe jetzt die größte Notwendigkeit, dass der Westen, absolut geschlossen und konsequent auftritt. Ich hoffe, dass die Maßnahmen und die Sanktionen und die wirtschaftlichen Einschränkungen schnell Wirkung zeigen.“ Zurückhaltung sei fehl am Platz: „Russland muss so schnell wie möglich spüren, dass wir es ernst meinen, und an den Verhandlungstisch zurückkehren.“

Nur einmal wird es laut: „Frieden schaffen ohne Waffen!“

Es war ein leiser Protest, knapp eineinhalb Stunden lang dauert er und wird nur einmal lautstark unterbrochen. Als eine Gruppe Linker lauthals skandiert „Frieden schaffen ohne Waffen!“ Schön wärs‘s.

Einige Teilnehmer an der Mahnwache hatten Kerzen mitgebracht.

Interview mit Landrat Max Heimerl (CSU)

Das sagt Sophie Sontag-Lohmayer (JU)

Gespräch mit Christoph Arz (Grüne)

Im Interview: Valentin Clemente (FDP)

Frank Mürkens (SPD) im Gespräch

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