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Schuljahr an amerikanischer Highschool

Trotz Corona in die USA: 16-jähriger Ampfinger wagte das Abenteuer

Natürlich gehörte auch der Besuch eines Baseballspieles bei seinem Aufenthalt dazu
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Natürlich gehörte auch der Besuch eines Baseballspieles bei seinem Aufenthalt dazu

Ein Schuljahr im Ausland? Für viele Schüler ein Traum. Und fast genauso viele sind während der Corona-Pandemie davor zurückgeschreckt, aber Luca Bublak hat trotzdem an seinem Traum festgehalten. Als einziger seines Jahrgangs vom Ruperti-Gymnasium Mühldorf wagte er das Abenteuer Amerika in Zeiten von Corona.

Ampfing – „Eigentlich packte mich der Virus Auslandsschuljahr so richtig, als mich mein Papa ständig auf Messen mitgenommen hat“, erzählt Luca wieder daheim. Sein Papa Andreas Bublak arbeitet in der IT-Branche und da für diesen Beruf Englischkenntnisse und auch damit verbundene Auslandsaufenthalte gefordert sind, setzte sich der Gedanke eines Auslandsaufenthalts in Luca`s Kopf fest. Den letzten Ausschlag gab sein Vertrauenslehrer Stefan Wolf, der bei der Suche nach einer Gastfamilie half und viele nützliche Tipps parat hatte.

Zwei Wochen Quarantäne Pflicht

Alles war schon organisiert, doch dann kam Corona: Visum angefordert, die Koffer gepackt, doch es gab bis kurz vorher keine Einreisegenehmigung in die USA. Die Konsulate waren wegen Corona geschlossen, außerdem war keine Gastfamilie bereit für die Aufnahme von Luca.

Luca mit seinen Gasteltern Hollie und Robert Prueitt bei einem Ausflug in Tennessee.

Große Enttäuschung, denn statt Amerika sollte Irland oder Kanada das Ziel sein. Doch gerade als man alles neu organisieren wollte, gab es kurz vor Reiseantritt im August 2020 doch noch das Ok: Er kann zu einer Gastfamilie nach Amerika. „Wir hatten schon ein bisschen Bammel“, sagen Tamara und Andreas Bublak. Wie würde sich Luca auf den großen Flughäfen zurechtfinden? Zwischenlandung in Amsterdam, dann weiter nach Alabama. Als die Nachricht kam ‚Sitze im Flieger nach Alabama‘, da wussten wir, es läuft“, erinnert sich Andreas Bublak.

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In Amerika empfing die Familie Prueitt Luca am Flughafen. Eine erfahrene Gastfamilie, die ihm das Eingewöhnen leicht machte. Aber gleich zu Beginn ein kleiner Wehmutstropfen: Statt Schule musste Luca zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben. „Blöd für mich. Während die anderen schon drei Wochen Schule hinter sich hatten, kam ich erst dazu.“

Neue Kontakte zu knüpfen war nicht gerade einfach: Wegen Corona musste der Abstand eingehalten werden und die Maske war ein ständiger Begleiter. Sprachbarrieren oder Berührungsängste gab es kaum und so knüpfte er – auch im Abstandmodus – schnell Kontakt zu seinen Mitschülern. Nach drei Tagen hatte er seinen Platz in der Schulband und so richtig klick hat es gemacht, als sich Luca dem Theaterprojekt der Schule anschloss, wo er eine der Hauptrollen bekam. „Sprachlich gab es nur am Anfang kleine Probleme und als ich dann auf Englisch träumte, wusste ich: Ich bin angekommen“, sagt Luca.

Bei der Abschlussfeier der Schule mit seinem Freund Tanner Maul.

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Gelöchert wurde er von seinen neuen Freunden mit vielen Fragen und bei kleineren Schwierigkeiten unterstützten ihn die Gasteltern. Als Dankeschön verwöhnte Luca seine Gastfamilie mit einem Apfelkuchen nach dem Rezept seiner Oma Lisl. Der schmeckte so gut, dass er mehrmals während seines Aufenthaltes, auf der Kaffeetafel der Familie landete.

Bei einem Footballspiel spielte Luca das Becken in seiner Band

Doch nicht alles sagte Luca zu. „Amerika ist eine totale Wegwerfgesellschaft. So gibt es bei den Gasteltern fast kein Geschirr. Alles wird auf Plastik serviert, was danach entsorgt wird“, kritisiert Luca. Auch die Einkäufe werden in viele Tüten verpackt. „Da können bei einem Einkauf schon mal 15-20 Tüten verbraucht werden, die dann einfach weggeworfen werden.“ Ungewohnt war auch das fettige Essen, das oft frittiert war.

Als selbstbewusster junger Mann zurück

Auch was das amerikanische Wetter bekam er zu spüren. Neben einen Tornado machte Luca auch mit einem Hurrikan Bekanntschaft. „Obwohl der Tornado etwa einen Kilometer weg an unserem Haus vorbei zog, gab es kaputte Scheiben.“

Zuhause gab es großen Empfang von seinen Eltern Andreas und Tamara Bublak.

Knapp ein Jahr war Luca in Amerika. „Die Zeit ist total schnell vergangen.“ Den Kontakt nach Hause gab’s mit Telefonaten und langen Briefe, in die Heimat. Das Umgewöhnen fiel ihm leicht, doch: „Manchmal erwische ich mich, wie ich Sätze auf Englisch beginne. Ein Auslandsjahr kann ich nur jeden nur empfehlen.“ Auch seine Eltern nicken zustimmend: „Wir haben einen Bub zum Flughafen gebracht und einen selbstbewussten jungen Mann zurückbekommen.“

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