Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erlebnisweg zu Fundstelle soll entstehen

„Ebi ist noch lange nicht tot“: Waldkraiburg und Mühldorf wollen Projekt über Ur-Elefanten weiter vorantreiben

Eine Infotafel bei der „Ebinger Alm“ erinnert ab sofort an den Fund des Urelefanten. Dass damit der sensationelle Fund nicht länger in Vergessenheit gerät, darüber freuen sich Geografin Lucia Karrer, Paläontologin Dr. Gertrud Rößner, Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Mühldorfs Bürgermeister, Michael Hetzl, Landrat Max Heimerl, Mitarbeiterin des Tourismusverbands Inn-Salzach Andrea Streiter und Leiter des Geschichtszentrums und Museums Mühldorf Korbinian Engelmann.
+
Eine Infotafel bei der „Ebinger Alm“ erinnert ab sofort an den Fund des Urelefanten. Dass damit der sensationelle Fund nicht länger in Vergessenheit gerät, darüber freuen sich Geografin Lucia Karrer, Paläontologin Dr. Gertrud Rößner, Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Mühldorfs Bürgermeister, Michael Hetzl, Landrat Max Heimerl, Mitarbeiterin des Tourismusverbands Inn-Salzach Andrea Streiter und Leiter des Geschichtszentrums und Museums Mühldorf Korbinian Engelmann.

Vor genau 50 Jahren haben Angler Knochen und Zähne im Flussbett des Inns entdeckt. Der Skelettfund eines Urelefanten – auch Gomphotherium von Gweng genannt – ist bis heute eine wissenschaftliche Sensation. 50 Jahre später erinnert nun eine Informationstafel an den Urelefanten. Doch damit soll die Reise nicht zu Ende sein.

Waldkraiburg – Über viele Jahre hinweg erinnerte eine Tafel an den urzeitlichen Fund. Die ist aber mittlerweile genauso abgebaut, wie ein Wanderweg zur Fundstelle zurückgebaut worden ist. Doch dabei wollten es Waldkraiburg und Mühldorf nicht belassen. Als Auftaktprojekt für das gemeinsame Oberzentrum Mühldorf-Waldkraiburg sollte ein Erlebnisweg zur Fundstelle des Urelefanten bei Ebing entstehen. Dazu habe man eng mit dem Tourismusverband Inn-Salzach zusammengearbeitet. „Ein tolles Projekt“, wie Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch bei der Einweihung der Infotafel an der Ebinger Alm betonten.

Gescheitert ist das Projekt an den zu hohen Kosten für ein sicheres Verkehrskonzept. „Das war der Bevölkerung nicht zu vermitteln“, sagte Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch. Vorbehalte gab es zudem bei den Bewohnern in Ebing.

Infotafel an der Ebinger Alm

Mit der Einweihung einer Infotafel an der Ebinger Alm geht für den Urelefanten erst einmal „eine lange Reise zu Ende“. Eine zweite Tafel steht bei der Anlegestelle der Inn-Fähre in Mühldorf. Die beiden Städte Waldkraiburg und Mühldorf haben mit dem Geschichtszentrum und Museum Mühldorf und in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie eine Informationstafel mit dem Titel „Im Land der Urelefanten“ gestaltet.

Bei der inhaltlichen Gestaltung half Geografin Lucia Karrer. Mittels QR-Code soll es weiterführende Informationen zu den Funden und deren Geschichte geben. Doch das soll nicht alles sein. „Wir überzeugt davon und gehen noch ein Stück weiter“, sagte Pötzsch. Dazu werde es weitere Gespräche mit Mühldorf geben.

Lesen Sie auch: Seit 30 Jahren für den fairen Handel: Eine-Welt-Laden in Waldkraiburg feiert Jubiläum

Noch im vergangenen Jahr schloss Pötzsch eine weitere Kooperation mit Mühldorf aus. Dort sollte der Urelefant trotz des gescheiterten interkommunalen Projekts eine Zukunft bekommen, wie Bürgermeister Michael Hetzl im Sommer erklärte. Jetzt also soll es doch noch zu den gemeinsamen Funden ein gemeinsames Projekt geben. „Ebi ist noch lange nicht tot“, sagte Hetzl.

Den bedeutsamen Fund wolle man weiterführen. Hetzl verwies auf das Siegsdorfer Naturkunde- und Mammut-Museum: „So etwas könnte auch in Mühldorf entstehen.“ Deshalb werde es weitere Gespräche geben, um die Region – auch in touristischer Sicht – weiter voranzubringen. Die Städte würden geschlossen vorangehen wollen, um das Konzept an anderer Stelle umzusetzen. „Es ist noch nicht gestorben“, sagte Pötzsch. Wohlwissend, dass es noch „einige Bretter zu bohren gilt“, sagte Hetzl.

Der Fund des Gomphotherium von Gweng ist eine wissenschaftliche Besonderheit. Denn das Skelett war fast vollständig erhalten, als es vor 50 Jahren am Inn geborgen wurde. Ein naturgetreuer Skelettabguss ist im Lichthof des Paläontogischen Museum in München zu sehen.

Wissenschaftliche Sensation für die Region nutzbar machen

Ein Vorhaben, das auch Landrat Max Heimerl lobt. „Das ist ein mustergültiges Gemeinschaftsprojekt.“ Die Intention müsse sein, weiter voranzukommen und die wissenschaftliche Sensation für die Region nutzbar machen. „Mit geschichtlichen, wissenschaftlichen und touristischen Aspekten ist es ein vielseitiges Projekt.“

Dass 50 Jahren nach seinem Fund der Urelefant nicht länger in Vergessenheit geraten soll, freut besonders Paläontologin Dr. Gertrud Rößner, die Oberkonservatorin für fossile Säugetiere ist. Damit würde ein Bewusstsein für den Fund geschaffen und die Bevölkerung sensibilisiert werden. „Funde gibt es nicht nur in Amerika, sondern auch hier. Der Urelefant ist sicherlich nicht der einzige.“ Mehr als zehn Millionen Jahre habe der subtropische Lebensraum bestanden, in dem auch Nashörner, Krokodile und Riesenschildkröten beheimatet gewesen sind.

Lesen Sie auch: Zwei Stellplätze je Wohneinheit? Waldkraiburger Bauträger kritisiert „Aktionismus der CSU“

Auch Korbinian Engelmann, Leiter des Geschichtszentrums und Museums Mühldorf, kündigte an, dem Urelefanten wieder mehr Raum zu geben. Das Museum ist im Besitz eines Abgusses des Schädels.

Involviert in das ursprüngliche Konzept war auch der Tourismusverband Inn-Salzach. Dessen Leiterin Andrea Streiter freut sich natürlich, „dass es nun weitergehen soll“. Sie ist überzeugt davon, dass es ein Aushängeschild für die Region werden kann, das für Touristen, Familien und Schulklassen gleichermaßen interessant ist. „Der Tourismusverband ist bereit, bei der Umsetzung mitzuwirken.“

Urelefant bei Sonderausstellung zu sehen

Vor elf Millionen Jahren lebte der Urelefant, der ein kolossaler Bulle mit drei Metern Schulterhöhe und fünf Metern Körperlänge war. Insgesamt 170 Knochen und acht Backenzähne umfasst der Fund. Der größte Teil des Schädels, zwölf Rippen und einige Fußwurzelknochen fehlen. Die Seltenheit solch vollständiger Urelefantenskelette macht die Entdeckung zu einer paläontologischen Sensation, schreibt die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie.

1975 wurde nachträglich an der Fundstelle noch einer der oberen Stoßzähne geborgen, der zweite obere Stoßzahn wurde nie gefunden. Ausgestellt ist ein naturgetreuer Skelettabguss im Lichthof des Paläontogischen Museum in München. 2013 kürte die Paläontologische Gesellschaft das Gomphotherium aufgrund seines hohen wissenschaftlichen Werts zum Fossil des Jahres 2013.

Zur selben Zeit am Inn gefunden wurden auch die Überreste eines Deinotherium Giganteum, eine ausgestorbene Gattung des Rüsseltiers.

Der Urelefant lebte vor elf Millionen Jahren in einem subtropischen Klima, das eine exotische Welt mit Zimtbäumen, und Sumpfzypressen, Flughörnchen und Waldantilopen zuließ. Mit der Landschaft der Oberen Süßwassermolasse setzt sich die Sonderausstellung „Molassic Park“ im Botanischen Garten in München auseinander. Sie ist eine Expedition zu Bayerns Menschenaffen, Urelefanten und subtropischen Wäldern.

Der Mühldorfer Urelefant ist einer der Höhepunkte der Ausstellung, die vom 2. Juli bis 5. September im Botanischen Garten in München zu sehen ist.

Kommentare