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Einzelhandelsprojekt im Süden der Stadt

Nein zu Woolworth: Warum Waldkraiburg keinen Vollsortimenter am alten Bahnhof will

Die insolvente Logistiksparte der gerade verkauften Woolworth-Kaufhäuser macht dicht. Die neuen Eigentümer der Kaufhauskette haben mit der DWLogistics GmbH (DWL) im westfälischen Bönen keinen neuen Vertrag über Logistikdienstleistungen geschlossen.
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Ein Woolworth-Kaufhaus am Rande Waldkraiburg? Der Stadtentwicklungsausschuss hat Angst um die Attraktivität der Innenstadt.

Für so manchen Verbraucher wäre ein Woolworth-Markt an der Staatsstraße 2091 im Areal südlich des alten Bahnhofs vermutlich durchaus interessant. Der Stadtentwicklungsausschuss hat dennoch sein Veto eingelegt.

Waldkraiburg – Das neue Verteilzentrum, das die Post auf einem Grundstück an der Staatsstraße 2091 südlich des Aldi-Marktes bauen möchte, stand nicht mehr zur Debatte. Doch mit den Plänen, auf dem verbleibenden Restgrundstück einen Woolworth-Markt zu errichten, musste sich der Stadtentwicklungsausschuss auseinandersetzen. Ein Vollsortimenter an dieser Stelle könnte dem Einzelhandel in der Innenstadt schaden.

Was passiert mit dem Restgrundstück?

Es geht um ein fast 3900 Quadratmeter großes Grundstück südlich der Discountmärkte am alten Bahnhof. Auch dieses Areal will nach Informationen der Stadt die Post übernehmen.

Nicht ein geplantes Postverteilzentrum im Bereich südlich des alten Bahnhofs gibt es Bedenken im Stadtentwicklungsausschuss, sondern gegen die Ansiedlung eines Woolworth-Marktes. Ein Vollsortimenter schade dem Einzelhandel in der Innenstadt, so die Begründung.

Der aktuelle Grundstückseigentümer hat die Entwurfsplanung für das gesamte Areal nun dahingehend aktualisiert, dass das Zustellstützpunkt der Post größer wird und auf der Restfläche im Süden ein Woolworth-Markt angesiedelt werden soll.

Klares Nein der Verwaltung

„Meines Erachtens geht das nicht.“ Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, gab im Ausschuss eine klare Empfehlung der Verwaltung gegen dieses Einzelhandelsvorhaben ab. Denn Woolworth biete innenstadtrelevante Sortimente an.

Das Angebot in den Läden des Filialisten reicht von Leder- und Haushaltswaren über Bekleidung und Wäsche, Kleinelektrowaren, Kosmetika, Spielzeug, Accessoires, Geschenken bis hin zu Tierbedarf, Heimtextilien und Mode. Das widerspricht aber der Linie der städtischen Ansiedlungspolitik. Schwunck: „Wir wollen die Innenstadt nicht schwächen.“

UWG-Stadtrat sieht wichtige Funktion für den Stadtteil Föhrenwinkel

Darauf hatte sich der Stadtrat bereits vor längerer Zeit verständigt und einen Katalog von zentrumsrelevanten Waren aufgelistet, die die Stadt in diesem Bereich ausschließen will.

Hans Vetter (UWG), der erst seit Herbst dem Stadtrat angehört, hätte sich die Ansiedlung des Woolworth-Marktes Marktes an dieser Stelle gut vorstellen können. Denn auch der Ortsteil Föhrenwinkel wachse und damit das Publikum, das den Vollsortimenter an dieser Stelle ansteuern würde. Damit, so Vetter, könnte man auch das Postverteilzentrum kaschieren.

Räte wollen Zentrum nicht schwächen

Harald Jungbauer (CSU) teilt Vetters Einschätzung im Hinblick auf den Föhrenwinkel. Doch er verwies auf die Discountmärkte in unmittelbarer Nähe, wo die Verbraucher den täglichen Bedarf bereits decken könnten. Der entscheidende Punkt aus seiner Sicht: „Wir wollen die Innenstadt stärken.“

Daran will auch Anton Sterr (CSU) festhalten. Er erinnerte an frühere Pläne, auf dem Areal einen Edeka zu errichten, und einen Real-Markt am Weißen Hirsch. Beides hatte man verworfen, weil es einen Aufschrein gegeben habe.

Gutachten zeigt schädliche Folgen auf

Carsten Schwunck verwies darauf, dass es zwar nicht für das aktuelle Projekt, aber für ähnliche Vorhaben in diesem Bereich gutachterliche Untersuchungen gebe, die schädliche Auswirkungen für die Innenstadt aufzeigen.

Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss die Ansiedlung deshalb abgelehnt. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein Bauleitplanverfahren auf der Grundlage des aktuellen Entwurfs für das Postverteilzentrum durchzuführen. Das Restgrundstück soll als Gewerbefläche ausgewiesen werden, in dem Sortimente des Nahversorgungs- und Innenstadtbedarfs ausgeschlossen werden.

Die Post hat weiter „höchstes Interesse“ Zustellstützpunkt zu errichten

Schon seit etwa sechs, sieben Jahren ist die Post auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen neuen Zustellstützpunkt in Waldkraiburg. Mehrere Anläufe haben sich zerschlagen, bis der Standort südlich des Discountmarkt-Centers am alten Bahnhof, an der Staatsstraße 2091, ins Gespräch kam. Dieser Standort liegt verkehrsgünstig nahe der Autobahn.

Eine verkehrliche Erschließung des Zustellstützpunktes von der Staatsstraße her kommt allerdings nicht in Frage. Das vertrage sich nicht mit dem Ausbau der 2091, stellte die Stadt schon im Vorjahr klar. Die Erschließung muss also von Westen, von der Kraiburger Straße her, erfolgen

Eine Entwurfsplanung der Post auf der Grundlage einer Machbarkeitsdstudie hatte der Stadtentwicklungsausschuss ansonsten schon im vergangenen Sommer grundsätzlich befürworte t. Mittlerweile haben sich an den Planungen einige Änderungen ergeben. „Der geplante Raumbedarf hat sich im Laufe der Zeit vergrößert“, teilt dazu Post-Pressesprecher Dieter Nawrath auf Anfrage mit. Maßgeblich für den erhöhten Platzbedarf sind nach seinen Worten „die ständig steigenden Paketmengen“. Dafür brauche es größere Flächen und Hallen. „Auch die Fahrzeuge werden größer.“

Post hat noch nicht über Kauf entschieden

Ausdrücklich betont Nawrath, dass die Post an ihren Plänen festhalte. Die Frage, ob ein Vollsortimenter dort angesiedelt werde oder nicht, spiele dabei keine Rolle. „Wir haben weiterhin höchstes Interesse, in Waldkraiburg einen Zustellstützpunkt zu bauen“, so der Pressesprecher.

Allerdings hält Nawrath auch fest, dass das Projekt nach wie vor im Planungsstadium sei. Die Post habe noch keine Grundstücke erworben. Ob es zum Kauf kommen werde, sei noch nicht entschieden.

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Vom Stützpunkt Waldkraiburg aus werden neben der Stadt die Nachbargemeinden Heldenstein, Rattenkirchen, Aschau, Jettenbach, Kraiburg und Taufkirchen versorgt. Derzeit laufen die Sortierung, Kommissionierung und Auslieferung von Brief- und Paketsendungen noch über den bestehenden Stützpunkt in der Berliner Straße, den das Unternehmen aber seit Jahren aufgeben will. Gut 40 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.hg

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