Kampf geht weiter: Ende der B15neu an der A92?

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Landshut – Die Initiative gegen die B15neu scheint unaufhaltbar: Ihre Weiterführung wird vehement abgelehnt. Die Gegner sind aufgewühlt und fordern nun ein Ende an der A92.

Nach nur zwei Wochen Regierung der Vernunft ist Ministerpräsident Seehofer umgefallen und hat sich vom Koalitionär mit den Bürgern zum Büttel der IHK gemacht. Seine Entscheidung, jetzt die schon im vergangenen Jahr von der Autobahndirektion als untauglich verworfene Raumordnungstrasse aus den 70er Jahren gleichzeitig mit einem Autobahn-Wurmfortsatz bis zur B299 für den Bundesverkehrswegeplan anzumelden, ist nur durch völlige verkehrspolitische Ignoranz zu erklären.

Der vorgeschlagene Wurmfortsatz der Autobahn südlich um Landshut, löst das Verkehrsproblem der Stadt Landshut nicht, weil er innerstädtischen Verkehr aufgrund der Stadtferne bestenfalls zu 23 Prozent ableiten kann. So sagt es sogar das Gutachten von Prof. Harald Kurzak, der nicht gerade bekannt ist für irgendeine Regierungsferne. Der gleiche Gutachter prognostiziert Mehrverkehr von mehr als 30 000 für Landshut durch die Autobahn B15 neu und befürchtet dadurch den Verkehrskollaps der Stadt. Diesen Mehrverkehr – anstatt ihn auf die A92 zu leiten – nun stattdessen in einem vierspurigen Wurmfortsatz in die ohnehin überdurchschnittlich belastete Bundesstraße B299 abzuleiten, widerspricht jeder verkehrspolitischen Logik.

Finanzpolitischer Wahnsinn in Salamitaktik

Gleichzeitig werden die verschiedenen Landshuter innerstädtischen Lösungsansätze für einen notwendigen weiteren Isarübergang mit einem Zwangspunkt, dem Isarübergang bei Ohu, blockiert. Anstatt Landshuts Bürger möglichst effektiv von Verkehr zu entlasten, sollen Bürger in Ohu und südlich der Isar, in Adlkofen, Kumhausen und Geisenhausen neu belastet werden. Und das Ganze mit maximalem Finanzaufwand von 320 Millionen Euro, das entspricht 20 Millionen Euro pro Kilometer Autobahn. Mittel, die für vernünftige und angepasste Lösungen fehlen.

Wir lehnen den Wurmfortsatz über die Isar aber nicht nur wegen der verkehrspolitisch untauglichen „Lösung“ ab. Zu befürchten ist auch, dass dies Teil einer Salamitaktik ist, um die Autobahn doch noch weiter durch das niederbayerische Hügelland zu treiben. Nämlich dann, wenn der Wurmfortsatz die absehbaren Folgeprobleme bereits verursacht hat – die Überlastung der Bundesstraße B299 und Ortsumgehungen von Geisenhausen und Vilsbiburg.

Naive Staatsregierung

Gleichzeitig alternativ die angemeldete Raumordnungstrasse aus den Siebzigern, die selbst von der Autobahndirektion als veraltet eingeschätzt und wegen europäischer FFH-Richtlinien als undurchführbar, nun als Korridor vorzuschlagen, zeugt von Naivität.

Für den Verein der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim und die angeschlossenen Bürgerinitiativen STOP B15 neu wird der Kampf gegen diese unsinnigen Zerstörungs- und Geldvernichtungsprojekte auch nach 41 Jahren weitergehen. Von öffentlichen Protesten bis zu gerichtlichen Klagen sind wir auf alles vorbereitet. Der Widerstand wird stärker mit jeder neuen Trasse.

„Hier nicht und nicht anderswo und auch nicht scheibchenweise“ bleibt dabei unsere Devise, mit der wir solidarisch jede Weiterführung und Trassenvariante über die A92 ablehnen.

Pressemitteilung der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der B15 neu und die Bürgerinitiativen Stop B15 neu

Quelle: rosenheim24.de

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