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Traditionslokal nach Weggang der Pächterin geschlossen

Aktionäre sauer: Was passiert mit dem Wirtshaus D´Feldwies in Übersee?

Wirtshaus D‘Feldwies in Übersee
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Das Traditionswirtshaus D‘Feldwies ist derzeit geschlossen.

„In der freien Wirtschaft könnte man so etwas seinen Aktionären nicht bieten!“ Günther Dörr aus Übersee ist sauer. Er ist einer der knapp 2000 Geldgeber, die einst das Wirtshaus D´Feldwies vor dem Aus retteten.

Übersee/ Traunstein – „Wir Aktionäre werden überhaupt nicht informiert, was gerade Sache ist – man sieht nur, das Wirtshaus ist geschlossen, nachdem die Pächterin gekündigt hat, und wie es jetzt weiter geht, darüber werden wir im Unklaren gelassen“, meint Günther Dörr aus Übersee. Seit mehreren Monaten herrsche Funkstille zwischen den Aktionären und der D’Feldwies Wirtshaus AG, die eigens für den Erhalt des Traditions-Gasthauses gegründet wurde. Dörr sagt, seine ganze Familie habe in die gute Sache Geld gesteckt, „und wir haben auch viele andere dazu motiviert.“ Er könne nicht nachvollziehen, jetzt nicht mit in die Geschehnisse miteingebunden zu werden.

„Alle Aktionäre auf dem Laufenden zu halten, das schaffen wir gar nicht“, gesteht Wolfgang Gschwendner Junior ein, der stellvertretend für seinen Vater, den Aufsichtsratsvorsitzenden der AG, mit unserer Zeitung spricht. Denn der Senior, hauptberuflich Anwalt, ist gerade noch im Urlaub.

„Sind kein Dax-Konzern“

„Wir stemmen die AG im Ehrenamt, wir sind kein Dax-Konzern und können nicht alle nahezu 2000 Geldgeber, von denen viele im Ausland leben, informieren“, erklärt der Sohn. Und nennt dafür mehrere Gründe: den Zeitaufwand dafür, eventuelle Kosten fürs Porto. Per E-Mail könne man auch nicht alle erreichen, denn nicht jeder Aktionär habe seine Adresse hinterlassen.

„Eigentlich sollte am Josefitag im März wieder eine Aktionärsversammlung stattfinden, aber wir wissen aktuell nicht, ob uns die Pandemie da einen Strich durch die Rechnung machen wird“, so Gschwendner.

Doch er lässt hinter die Kulissen blicken und erzählt, dass die AG seit der Kündigung von Pächterin Beate Stang zum Jahresende einiges getan hat: „Sie hat das Haus zwar in ordentlichem Zustand hinterlassen, aber nach zwölf Jahren muss es einmal auf Vordermann gebracht werden, es stehen Renovierungsarbeiten an.“

Gemeinde steht dahinter

Das gehe nicht von heute auf morgen. Gerade sei eine Bestandsaufnahme gemacht worden, jetzt hole man Angebote von Dienstleistern ein, und welche Renovierungssumme am Ende zusammen komme, könne man augenblicklich noch nicht sagen. Nur eins: „Die Finanzierung dafür ist gesichert, kein Aktionär muss dafür einspringen“, versichert Gschwendner. Zu klären sei gerade außerdem, welchen Anteil die Gemeinde Übersee als Eigentümerin des Gebäudes beisteuere. „Wir sind mit Bürgermeister Herbert Strauch regelmäßig im Austausch, die Gemeinde steht voll hinter dem Ganzen“, bekräftigt Gschwendner weiter. „Man muss auch berücksichtigen, was der neue Pächter möchte.“

Vorsichtig optimistisch

Der neue Pächter? Davon wissen die Aktionäre laut Dörr noch nichts. Zuletzt hatte die AG per Anzeige und über ihre Website nach einem Nachfolger für Beate Stang gesucht. „Leider hat sich ein Bewerber vom November dann wieder zurückgezogen“, berichtet Gschwendner. Doch er kann diesbezüglich die erhitzten Gemüter wieder beruhigen: „Im Moment haben wir Gespräche mit einem interessierten Wirt.“

Noch sei nichts entschieden, man müsse sich noch gedulden, aber man sei vorsichtig optimistisch, bald wieder einen neuen Pächter zu haben.

Ziel: So schnell wie möglich eröffnen

So viel kann Gschwender verraten: Es sei ein Wirt aus der Region, mit viel Erfahrung. Aber es sei momentan auch der einzige Interessent: „Die Zeiten sind gerade schlecht für die Gastronomie, Corona macht den Menschen nicht unbedingt Mut, etwas zu wagen. Ganz abgesehen davon, dass es schwer ist, Personal zu finden.“ Alles in allem sei es gerade keine leichte Zeit, das Wirtshaus wieder zu beleben, „aber wir tun alles, was möglich ist“, verspricht Gschwendner. Er hofft, dass bis Mitte Februar die Pachtnachfolge geklärt ist, „und wir schnellstmöglich wieder eröffnen können.“

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