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Vier Männer aus dem Kreis Rosenheim vor Gericht

Bewaffnet Drogengelder in Marquartstein eingetrieben: Jetzt sprechen die Überfallenen

Ein Quartett aus dem Landkreis Rosenheim soll versucht haben in Marquartstein vermeintliche Schulden aus Kokain-Geschäften zu erpressen - auch ein Messer war im Spiel. Jetzt sprechen zwei der Überfallenen.

Marquartstein/Traunstein - „Du gibst mir jetzt das Geld oder Du stirbst“ - diese Worte sollen am 4. Oktober 2020 in einer Marquartsteiner Wohnung gefallen sein. So berichtete es am Mittwoch (4. Mai) zumindest ein Zeuge vor dem Traunsteiner Landgericht. Der junge Mann war einer von drei, die sich damals in der Wohnung aufhielten und dann in der Gewalt von vier Männern aus dem Landkreis Rosenheim standen.

Sie sind derzeit angeklagt und müssen sich wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung verantworten. Am ersten Verhandlungstag wären die Angeklagten mit ihren Aussagen an der Reihe gewesen: Drei von ihnen schwiegen zu den Vorwürfen. Vom Hauptangeklagten - 22 Jahre alt und aus Kolbermoor - kam zumindest ein Teilgeständnis. Seine drei Kumpanen seien zwar dabei gewesen, hätten sich aber an nichts beteiligt.

„Er konnte sich nicht wehren, ich konnte nicht helfen“

Dem vorrangigen Opfer, damals erst 17 Jahre alt, sei auch ein Messer an den Hals gedrückt worden. Auch er war als Zeuge geladen, erschien aber nicht. So musste sich das Gericht unter Vorsitz von Heike Will mit den Aussagen seiner beiden Bekannten begnügen, die damals mit in der Wohnung waren. Zuerst hätte der 22-jährige Hauptangeklagte nur 50 Euro gefordert, im Laufe der Auseinandersetzungen habe er die „Schulden“ aus Kokain-Geschäften dann aber auf über 3000 Euro erhöht. „Er konnte sich nicht wehren, ich konnte ihm nicht helfen. Wir waren klar im Nachteil“, so der Zeuge.

Zusätzlich zu den Drohungen mit zwei Messern hätte es vom 22-Jährigen auch Schläge gesetzt - sowohl vor dem Haus, als auch dann, als sich das Geschehen in die Wohnung verlagerte. Der 33-jährige Angeklagte aus Prien habe den 17-Jährigen bei den Schlägen auch festgehalten. Die beiden anderen Angeklagten „machten nichts und sagten nichts“, so eine Zeugin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen aber vor, den Weg aus der Wohnung hinaus versperrt zu haben, um ein Flüchten zu verhindern. Dem 17-Jährigen sei bereits im Vorhinein gedroht worden, das Rosenheimer Quartett gehöre zu den „Black Jackets“ - einer Jugendgang.

Das Opfer habe es dann aber geschafft, die vier Angeklagten auf den Rathausplatz in Marquartstein zu lotsen – dort werde das Geld übergeben. In der Wohnung verständigte der Geschädigte zuvor unbemerkt seinen Onkel, der gleichzeitig die Polizei auf den Rathausplatz schickte. Laut einem Gutachter, der am Mittwoch ebenfalls aussagte, habe der 22-jährige Hauptangeklagte aus Kolbermoor über lange Zeit verstärkt Drogen genommen, vor allem Kokain. Er ist deshalb schon jetzt im Wasserburger Inn-Salzach-Klinikum untergebracht und nicht in „normaler“ Untersuchungshaft. Auch am Tattag stand er unter Kokaineinfluss.

Das Urteil soll am 17. Mai fallen.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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