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Sicherheitslage 2021

„Die Sicherheitslage in Traunstein ist hervorragend“: Welche Sorgenkinder dennoch bleiben

Erläuterten den „Sicherheitsbericht 2021“: Der Landrat des Landkreis Traunstein, Siegfried Walch (rechts) und Manfred Hauser, Leiter Polizeipräsidium Oberbayern Süd.
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Erläuterten den „Sicherheitsbericht 2021“: Der Landrat des Landkreises Traunstein, Siegfried Walch (rechts) und Manfred Hauser, Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Kriminalität im Landkreis Traunstein auf dem Rückzug: Sorgen bereiten dem Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Manfred Hauser sowie Landrat Siegfried Walch Hasskriminalität, Legendenbetrug und Reichsbürger.

Traunstein – Gute Nachrichten für die Bürger des Landkreis Traunstein: Die Kriminalität ist insgesamt auf dem Rückzug. Das berichteten am Mittwochabend der Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Manfred Hauser und Landrat Siegfried Walch bei der Vorstellung der Zahlen zur Sicherheitslage 2021 im Landratsamt Traunstein.

„Die Sicherheitslage in der Region ist hervorragend“, versicherte der Landrat, der seinen Dank für die Arbeit der Polizeibeamten an den Polizeipräsidiums-Leiter zum Ausdruck brachte. „Man kann sich in der Region sicher fühlen“, so Walch.

Kriminalität auf Tiefststand

Dass der Landkreis Traunstein zu den sichersten in Bayern zählt, führte Hauser anhand der Häufigkeitszahl von Straftaten auf 100 000 Einwohner hochgerechnet aus: Der Wert für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung liegt zum Stichtag Ende 2021 bei 2688. Zum Vergleich: Der Durchschnitt im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd liegt bei 3958, bayernweit hochgerechnet bei 4138.

Positive Entwicklung

Die vorgelegten Zahlen zeigen in fast allen Bereichen eine positive Entwicklung auf einen fast historischen Tiefstand der Kriminalität im Landkreis. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 4771 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst, was gegenüber den 5629 des Jahres 2020 einen Rückgang von 858 Straftaten oder 15,2 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote war leicht rückläufig und fiel um 3,5 Prozent auf 68,4 Prozent (im Jahr 2020: 71,9 Prozent).

Rückgänge gibt es bei der Ermittlung von Tatverdächtigen zu verzeichnen: 2505 stehen 3033 im Vorjahr gegenüber. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 757 beziehungsweise 30,2 Prozent, gegenüber 851 beziehungsweise 28,1 Prozent im Jahr 2020. Rückläufig ist auch die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer, die von 295 im Jahr 2020 auf 236 im Berichtsjahr sank.

Erfreulich auch der Rückgang des Anteils der tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden, der bei 448 beziehungsweise 17,9 Prozent gegenüber 604 oder 19,9 Prozent vor zwei Jahren lag.

Beim Blick auf die Statistik fällt auf, dass die größten prozentualen Reduzierungen der Kriminalität bei Tötungsdelikten (minus 80 Prozent, von 15 auf 3), Gewaltkriminalität (minus 40 Prozent, von 210 auf 126) und Rauschgiftdelikten (minus 27,6 Prozent, von 594 auf 430) liegen. Aber auch bei Rohheitsdelikten (Raub, Körperverletzung, erpresserischer Menschenraub) ging es erfreulicherweise abwärts: minus 20,5 Prozent von 1150 auf 914.

Bei der Straßenkriminalität (minus 13,1 Prozent, von 834 auf 725) zeigt die Statistik in die richtige Richtung. Auch ein befürchteter deutlicher Anstieg häuslicher Gewalt aufgrund der Corona-Pandemie sei nicht nachzuweisen, hieß es.

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Wenig erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei der Anzahl der Sexualdelikte, die um 20,4 Prozent von 113 auf 136 stieg. Und auch bei Wohnungseinbruchdiebstählen sei eine Zunahme um 9,4 Prozent (von 32 auf 35) „eine unbefriedigende Zunahme“, so der Polizeipräsident.

2021 haben sich auf den 3023 Kilometer Autobahn, Bundes-, Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen 4629 Verkehrsunfälle ereignet (2020: 4337). Der Anstieg von 292 Verkehrsunfällen bedeutet eine Zunahme von 6,7 Prozent. Zehn Personen verloren im Straßenverkehr ihr Leben (2020: 14). Der Sicherheitsbericht des PP Oberbayern Süd nennt hier als Hauptursachen: „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren“.

Der Polizeipräsident ging auf seine aktuellen „Sorgenkinder“ wie der Verbreitung von illegalen pornographischen Schriften ein, die gerade über Smartphones schnelle Verbreitung finden würden. Auch die sprunghafte Zunahme der Hasskriminalität im Internet bereitet ihm zunehmend Sorge. Diese richte sich zunehmend auch gegen Amts- und Mandatsträger.

Internet darf kein rechtsfreier Raum sein

Waren es 2017 noch 292 Straftaten, stiegen diese 2018 auf 400 und über 835 im Jahr 2020. Nunmehr stehe man mit 1741 Fällen praktisch vor einer Verdoppelung. Hier positioniere man sich in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft klar dagegen, „das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ so Hauser.

Beim Thema Reichsbürger schaue man ganz genau hin, waren sich Hauser und Walch einig. „Hier weichen wir keinen Millimeter.“ 173 Personen würden im Landkreis den Reichsbürgern zugerechnet. Bei 28 habe man die Überprüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit vorgenommen, 16 wurde die Waffenbesitzkarte entzogen. Hauser ergänzte, dass diese Personen oft auch bei Demonstrationen versuchen würden,, ihre staatsfeindliche Haltung auszudrücken.

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