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Hümmer legt Zehn-Punkte-Plan für Einzelhandel und Innenstadt vor

Traunsteins OB fordert neuen Kurs in Corona-Politik: „Keine übertriebene Vorsicht!“

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU).
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Traunsteins CSU-Oberbürgermeister Christian Hümmer (Archivbild).

Auch in der Stadt Traunstein regt sich Widerstand gegen den bisherigen Kurs der Politik in der Bekämpfung der Corona-Pandemie: Für Oberbürgermeister Hümmer ist der Fokus auf die Inzidenzzahl nicht mehr richtig. Was er fordert und wie er Traunsteins Innenstadt wieder voranbringen will:

Traunstein - Ein Auf und Zu für die Geschäfte, ein Auf und Zu für Schulen und Kinderkrippen: Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) sieht in der Bekämpfung der Corona-Pandemie derzeit einen „führungslosen Zustand auf Bundesebene“. Deshalb positionierte sich Hümmer in einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch, 17. März: „Bürgermeister und Landräte müssen die Dinge jetzt selbst in die Hand nehmen.“ Für Traunstein entwickelte die Stadtverwaltung daher einen Zehn-Punkte-Plan für Innenstadt und Einzelhandel (siehe unten).

Hümmer: „Die Politik muss sich jetzt ganz schnell umstellen“

Man müsse die Öffnungsstrategie ändern, bekannte Traunsteins OB: „Der Blick auf die Inzidenzen war lange Zeit richtig, aber das wird in Zukunft nicht mehr richtig sein. Wir müssen auch mehr auf Todesfälle, starke Krankheitsverläufe und die Auslastung der Intensivbetten schauen.“ Außerdem müsse mehr bedacht werden, dass die Hochrisikogruppen durch das Impfen besser geschützt sind. „Die Pandemie lässt sich nicht durch übertriebene Vorsicht und Scheu überwinden.“ Traunsteins Landrat Walch legte nun einen konkreten Vorschlag für eine Öffnungsstrategie vor, der auch Hümmer ausdrücklich unterstützt.

Im Blick hatte Christian Hümmer dabei vor allem die Geschäftsleute seiner Stadt: „Der Einzelhandel leidet in Traunstein massiv - nicht nur die Umsätze, auch die Menschen, die dahinterstehen.“ Man brauche jetzt Verlässlichkeit, Planbarkeit, aber auch Mut und Optimismus. Und der Oberbürgermeister setzte ein weiteres klares Statement: „Die Politik muss sich jetzt ganz schnell umstellen. Niemandem ist geholfen, wenn die Innenstädte veröden. Auch sie sind Träger der Kultur.“ Passend dazu starteten Traunsteins Einzelhändler am Donnerstag auch eine Plakataktion.

Wie viele Geschäftsschließungen drohen der Traunsteiner Innenstadt in der nächsten Zeit? „Konkrete Zahlen können wir dazu nicht ermitteln“, so Jürgen Pieperhoff, Geschäftsführer des Traunsteiner Stadtmarketings, in der Pressekonferenz. Ein Vorteil sei, dass das Zentrum kaum von großen Filialen lebe - „und die Inhaber der kleinen Läden kämpfen, reduzieren auch ihre eigenen Gehälter.“ Das Konzept „Call & Meet“ bei einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 habe zu einem „Aufschrei der Begeisterung“ bei den Geschäftsleuten geführt, so Pieperhoff. Die Tagesumsätze seien teils besser gewesen als vor der Pandemie. Doch die Inzidenz im Landkreis liegt nun wieder deutlich über der 100er-Marke.

Traunsteins Zehn-Punkte-Plan für Innenstadt und Einzelhandel

Oberbürgermeister Hümmer legte zudem einen Zehn-Punkte-Plan für Innenstadt und Einzelhandel vor. Zentral dabei: Vom 8. Juni bis 7. September soll ein „Kultsommer“ veranstaltet werden. Ein umfassendes Veranstaltungsprogramm wird ausgearbeitet, dreimal wöchentlich gibt es Musik auf einer Bühne, Vereine können sich präsentieren, in den Stadtpark kommen Liegestühle, auch die „Traunbar“ soll es wieder geben. Außerdem will Hümmer das Stadtmarketing ausbauen und einen Citymanager etablieren.

Die Stadt hat darüber hinaus vor, ein kommunales Förderprogramm aufzulegen, um Leerstände zu verhindern: Die Förderungen gehen an die Hauseigentümer und sollen an die Pächter in Form von Mietminderungen weitergegeben werden. Auch Baumaßnahmen in Innenstadtlage will die Stadt finanziell fördern. Wirtshäusern wird, wie schon im vorigen Jahr, die Sondernutzungsgebühr für Freischankflächen erlassen, auch das Aufstellen von Werbetafeln soll für Händler und Wirte gratis sein. Nach dem Ende des Lockdowns sollen Kunden für vier Wochen außerdem die Parkgebühren erlassen werden.

xe

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