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„Energie Südbayern“ äußert sich in Tittmoning

Kein Gas mehr? „Im schlimmsten Fall entscheiden: Ist eine Brauerei wichtiger oder eine Molkerei?“

Franz Wutz (links) vom Netzbetreiber „Energie Südbayern“
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Franz Wutz (links) vom Netzbetreiber „Energie Südbayern“ stand in Tittmoning Bürgermeister Andreas Bratzdrum (rechts) und dem Stadtrat Rede und Antwort.

Die möglicherweise unsichere Versorgungslage mit russischem Gas treibt Wirtschaft und Bürger um - der Netzbetreiber „Energie Südbayern“ sprach nun im Tittmoninger Stadtrat Klartext.

Tittmoning - Eigentlich ging es im Tittmoninger Stadtrat am Donnerstag (2. Juni) nur darum, den Konzessionsvertrag mit „Energie Südbayern“ zur Erdgasversorgung zu verlängern - doch es entwickelte sich zur großen Aussprache über die allgemeine Versorgungslage im Zeichen des Ukraine-Krieges. Aber auch „Energie Südbayern“-Vertreter Franz Wutz musste zu Beginn eingestehen: „Wie es mit Gas-Versorgungslage weitergeht? Ich weiß es nicht.“

Tittmoning: „Energie Südbayern“ klärt über Gasversorgung auf

Die ganze Region ist absolut abhängig von Erdgas aus Russland, stellte Wutz klar. In „ganz Südbayern“ komme in aller Regel das Gas von dort. Neben dem beschlossenen Teil-Embargo von russischem Öl wird auf europäischer Ebene auch schon über ein Gas-Embargo diskutiert - auch wenn es derzeit eher unwahrscheinlich scheint. Aber auch ein Lieferstopp Russlands wird immer wieder thematisiert. „Im Hintergrund laufen bereits Vorbereitungen auf eine Kappung“, so Franz Wutz.

Im Fall der Fälle, wenn kein Zugriff mehr auf russisches Erdgas bestünde, gelte laut dem „Energie Südbayern“-Vertreter der Grundsatz: „Solange noch produziert wird, darf die Oma nicht erfrieren.“ Die Priorisierung bei einer Gas-Knappheit obliege dann der Bundesnetzagentur oder den Netzbetreibern. „Im schlimmsten Fall müsste man dann entscheiden, ob eine Brauerei wichtiger ist oder eine Molkerei“, so Wutz. Im Energiewirtschaftsgesetz sei zumindest festgelegt, dass es „schützenswerte Kunden“ gebe: Krankenhäuser, gasbetriebene Wärmekraftwerke oder Kindergärten, so Franz Wutz.

Die Politik plane aber ohnehin das Ende der öffentlichen Gasversorgung bis 2045, so der „Energie Südbayern“-Vertreter in Tittmoning. Biogas sei zwar billiger, mache aber aktuell nur sechs Prozent des Gas-Bestandes aus - „und mehr gibt der Markt nicht her“. Und schon für die Umrüstung von Öl- auf Gasheizungen bei Privatpersonen in den vergangenen Jahren habe die „Manpower“ nicht mehr ausgereicht. Wutz rechnet künftig auch mit einer Beimischung von Wasserstoff ins Gasnetz, mehr als 20 Prozent seien aber nicht möglich.

Der Tittmoninger Stadtrat stimmte schließlich einstimmig zu, den Gaskonzessionsvertrag mit der „Energie Südbayern“ zu verlängern. Andere Unternehmen bewarben sich dafür nicht. Außerdem wurde beschlossen, den Konzessionsvertrag für Strom mit der Bayernwerk Netz GmbH fortzuführen.

xe

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