Bienenwachs: Von der Kerze bis zum Skandal

Mit Biene Maja durch das ganze Jahr: Januar Teil 2

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Bienenwachs: Von der Kerze bis zum Skandal
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Landkreis - Eine Sauerei ist das mit dem Wachs-Skandal. Da werden Produkte für Imker mit billigem Paraffin gestreckt. Der Super-GAU: Die aktuelle Brut stirbt dadurch ab. Wie es anders geht: Hier im Teil 2 der Januar-Ausgabe von "Mit Biene Maja durch das ganze Jahr":

Sind Maja, ihre Freundinnen und die Königin versorgt, geht’s für den Imker im Winter ums Wachs. Die Mittelwände müssen gegossen werden. Das sind Platten, auf denen die Bienen später ihre Waben bauen. Man gießt das flüssige Wachs in eine Form, die mit Wasser gekühlt ist. Nach kurzer Zeit ist es abgekühlt und man kann die Platte entnehmen. Diese Mittelwände werden in Holzrahmen eingelötet. „Mobiler Wabenbau“, sagt Imker Christian Müller dazu.

Fotos: Auf diesen Wachsplatten baut Biene Maja die Waben

Die Holzrahmen mit den Waben lassen sich später leicht aus den Bienenkästen entnehmen. „Die Bienen würden die Waben zwar auch so bauen, aber dann bekäme man sie nicht mehr raus“. Außerdem – und das sei bei all der Naturverbundenheit, die ein Imker hat – gibt’s weniger Ertrag, wenn die Bienen erst einmal die ganzen Waben selbst ausbauen müssen.

Wenn da nicht der Wachs-Skandal wäre

Christian Müller gießt seine Mittelwände selbst. Klar: Die kann man auch schon fertig kaufen aber da gibt es ein Problem: den Wachs-Skandal. Ende letzten Jahres wurde bekannt, dass Tonnen von mit Parafin gestrecktem Wachs zu solchen Mittelwänden verarbeitet und diese vornehmlich über das Internet verkauft wurden. Ein verlockend günstiger Preis scheint der Schlüssel zu sein, warum diese Mittelwände tatsächlich Käufer finden.

Hintergrund für die Panscherei: Paraffin ist wesentlich günstiger als Bienenwachs. Die Folge von solchen Mittelwänden: Sie können zusammenbrechen und – noch viel schlimmer –es gibt Berichte, wonach die Brut in den Waben auf solchen Mittelwänden abgestorben sein soll. Ein Riesenproblem für die gesamte Imkerschaft. Ermittlungen, wer dahinter steckt, gestalten sich oft schwierig. Die wohl sinnvollste Reaktion: selber machen oder zumindest genau nachfragen, genau schauen, was man da kauft und nötigenfalls reklamieren.

Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen im Winter sei das Kerzengießen, so Christian Müller. Es gibt auch die Möglichkeit, sie aus Mittelwänden zu rollen. „Gerollte Kerzen sehen zwar nicht schlecht aus brennen aber nicht sehr lange.

So wird’s gemacht:

  • Docht in eine Silikonform einbringen
  • Silikonform mit heißem Wachs auffüllen
  • Abkühlen lassen und Kerze entnehmen

Fotos: So werden Bienenwachskerzen gemacht

Das ganze Haus riecht dann immer nach Bienenwachs“, erzählt Christian Müller. „Ich liebe es!

Im Februar geht es unter anderem um Met, den Honigwein.

Quelle: innsalzach24.de

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