+++ Eilmeldung +++

Polizei bestätigt Vorfall

Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

Landkreis wehrt sich gegen Müll-Pläne

+
So soll es nach dem Willen Berliner Politiker bald auch in der Region aussehen: Zu den grauen und blauen Tonnen gesellt sich eine dritte, orange Tonne. Die soll Wertstoffe aller Art aufnehmen und Pflicht sein.

Rosenheim/Berlin - Landrat Josef Neiderhell sendet derzeit SOS nach Berlin. Grund: die geplante Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes.

Im schlimmsten Fall droht dem Landkreis, dass ihm das hierzulande gut funktionierende Müllsystem aus der Hand genommen wird. "Mit Sorge" sehe er die geplante Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts, schrieb Landrat Josef Neiderhell an die Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig (CSU) und Angelika Graf (SPD). Neiderhell sieht dabei nicht rot, sondern vor allem orange: Eine orange Tonne soll, so steht es in einem Berliner Referentenentwurf, verpflichtend für Wertstoffe eingeführt werden.

In diese Tonne sollten, so der Plan der Bundesbehörden, Kunststoffe, Folien oder Elektrogeräte. Für die graue Tonne blieben dann nur noch Essensreste und Bioabfall übrig. "Im schlimmsten Fall würde das unsere bisherige Restmülltonne verdrängen. Und dann bricht unser System zusammen", erklärte Neiderhell gegenüber unserer Zeitung.

Aus Sicht des Landrats ist die Einführung einer neuen Tonne nämlich völlig überflüssig. In der Region gebe es ein seit Jahren gut funktionierendes flächendeckendes Wertstoffsystem sowie ein ergänzendes und engmaschiges Wertstoffinselsystem, das sich laut Neiderhell "bestens bewährt hat." Zudem würde in das vorhandene Netz an Wertstoffhöfen kontinuierlich investiert. "Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung wird durch die seit Jahren hohe Recyclingquote von mehr als 70 Prozent dokumentiert", schreibt der Landrat daher an die Bundestagsabgeordneten.

Neben Kommunen und Landkreisen, die wie Neiderhell gegen die Novellierung des Gesetzes Sturm laufen, sind auch die Verbraucherzentralen nicht begeistert. In deren Augen würden die Verbraucher mit der ständigen Einführung und Abschaffung bunter Tonnen überfordert, außerdem sei die Müllabfuhr in kommunalen Händen besser aufgehoben.

Letzteres betont Neiderhell auch in seinem Brief an Graf und Ludwig: Gewerbliche Entsorger würden sich "nur die Rosinen rauspicken", was Abfallgebührenzahlern letztlich schaden würde. Im Landkreis Rosenheim seien nicht zuletzt aufgrund der kommunalen Abfallentsorgung die Müllgebühren seit Jahren stabil.

Auch die in dem Berliner Referentenentwurf vorgesehene Einführung einer flächendeckenden Sammlung von Bioabfällen ist ein Unding, findet Neiderhell. "Das ist doch in einem ländlichen Flächenlandkreis wirtschaftlich gar nicht darstellbar!" Die hierzulande seit Jahren praktizierte Sammlung von Grünabfällen sei gut organisiert und funktioniere bestens. "Wir haben in unser System viel Geld investiert. Diese Aufwendungen dürfen nicht umsonst gewesen sein", fasst Neiderhell zusammen.

Bislang ist der Entwurf noch nicht Gesetz geworden. Deshalb habe er auch den Brief geschrieben, erklärt Neiderhell. Denn: "Es geht darum zu verhindern, dass das kommt."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser