An Ostern: Gibt es Grund zum Wetterneid?

Landkreis - Noch am Ostersamstag waren Busse und Bahnen in Richtung deutscher Flughäfen voll. Lohnt sich der Aufwand oder wären die Kofferzieher besser zu Hause geblieben?

Betrachten wir das mal aus meteorologischer Sicht: Bei der derzeitigen Wetterlage treibt ein Skandinavienhoch zusammen mit einem Mittelmeertief warme Luft aus dem Osten nach Deutschland. So war es am Samstag in Brandenburg und Berlin 20 bis 23 Grad warm. Berlin Kaniswall, im Südosten der Stadt gelegen, brach mit 22,5 Grad für einen 19. April zwar seinen alten Rekord von 21,7 Grad. Aber dort wird erst seit 1996 gemessen und die Jahre mit Sommertemperaturen am 19. April liegen schon weiter zurück. Der Rekord hat also wenig Aussagekraft.

30 Grad in Tunesien

In den anderen Gebieten Deutschlands erreichten die Temperaturen 15 bis 20 Grad, wenn man vom kühlen Ober- und Hochrhein absieht. Ein Blick auf die Mittelmeergestade zeigte gestern wegen des oben erwähnten Mittelmeertiefs von Barcelona über Italien und Griechenland bis Syrien Höchstwerte zwischen 16 und 23 Grad und auch entlang der Küsten Ägyptens und Marokkos sind keine höheren Werte als in Deutschland zu finden. Und das Tief spendiert den Urlaubern dort statt Wärme viele Wolken, Schauer und Gewitter.

Wer allerdings etwas geschickter plante, z.B. Last Minute mit Kenntnis der Wettervorhersage, der kann am Mittelmeer vereinzelt Hitze erleben. Direkt am Strand gestern nur in Tunesien, wo der Wind auch tagsüber vom Land kam und damit Werte über 30 Grad erreicht wurden. Dort, wo der tagsüber übliche Seewind auftritt, kann sich die Luft an den Küsten nur auf Werte um 25 Grad erwärmen, denn das Wasser ist derzeit nur 15 bis 19 Grad warm. Im Landesinneren ist es in Israel, Ägypten und der Sahara heiß.

Wie geht es weiter?

In Deutschland bleiben die Temperaturen teilweise deutlich über den 15 Grad, die Mitte April bei uns zu erwarten sind. Am Niederrhein ist zum Ende der Woche sogar ein Sommertag mit Werten von 25 Grad möglich. Ursache für unsere Wärme ist weiterhin das Mittelmeertief. Die Kehrseite ist natürlich, dass es bei uns leicht unbeständig wird. Auch von Spanien bis zur Türkei bleibt es weiterhin wechselhaft mit Temperaturen wie in Deutschland, teilweise sogar niedriger.

Nur im Osten des Mittelmeers und auf dessen afrikanischen Seite gibt es wirklich Badewetter, aber auch dort sorgen Tiefs für einige Unterbrechungen des gewünschten Dauersonnenscheins, teilweise mit kräftigen Gewittern. Aus meteorologischer Sicht ist der Osterurlaub auf der europäischen Seite des Mittelmeers kein Grund zum Neid. Wer sich aber die anderen Gegenden rund um das Mittelmeer zum Urlaub auserkoren hat, der hat es besser getroffen.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst (DWD)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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