Zwei Jahre nach dem Fischsterben

Alz: Fischbestand entwickelt sich positiv

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Zwei Jahre nach dem Chemieunfall im Industriepark Werk Gendorf (kleines Foto) entwickelt sich der Fischbestand positiv in der Alz positiv.
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Burgkirchen/Emmerting - Zwei Jahre nach dem großen Fischsterben in der Alz erholt sich der Bestand zusehends. Auch die Renaturierung schreitet mit großen Schritten voran.

Vor gut zwei Jahren ereignete sich im Industriepark Werk Gendorf ein Chemieunfall mit dramatischen Folgen für die Umwelt. Schadstoffe gelangten in die Alz und kosteten rund 80 Prozent der Fische das Leben. Infolge des Zwischenfalls hat die Industrie neben der Schadensersatzleistung erhebliche Mittel freiwillig für die Renaturierung des Flusses zur Verfügung gestellt. Alleine das Unternehmen Infraserv Gendorf stellte eine Million Euro bereit, vom ebenfalls in Gendorf ansässigen Unternehmen Clariant kamen noch einmal 300.000 Euro.

Sieben Altwasser sind schon ausgebaut

Wie Georg Hermannsdorfer vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, kommt die Behörde bei der Umsetzung der durch die Industrie finanzierten Maßnahmen gut voran. "Wir haben zwischen Emmerting und der Autobahnbrücke  bereits sieben Altwasser und einen Auegraben ausgebaut", so Hermannsdorfer. Altwasser sind abgetrennte Teile des Flusses mit stehendem Wasser, die etwa bei einem Hochwasser wichtige Retentionsräume sein können, Auegräben sind alte Gräben, die über Seitengewässer mit dem Fluss in Verbindung stehen.

Daneben entstehen zwischen Emmerting und Schützing zwei Eigendynamikstrecken mit einer Länge von 700 beziehungsweise 400 Metern. Dort könne der Fluss seitlich erodieren und sich Raum zurücknehmen, erklärte Hermannsdorfer. Zudem soll in rund zwei Wochen bei Hirten ein weiteres Altwasser in Angriff genommen werden.

Wieder viele Kleinfische in der Alz

Anschließend werden die Arbeiten bis Herbst ruhen. Weitere Teilprojekte des Wasserwirtschaftsamtes sind verschiedene Strukturmaßnahmen von der Autobahnbrücke bis zur Mündung sowie weitere Altwasser. In den nächsten Jahren würden sicher einzelne Maßnahmen umgesetzt, so Hermannsdorfer. Für weitere Altwasser sei allerdings Grunderwerb nötig. Darüber hinaus soll am Wehr in Burgkirchen unter der Federführung von Infraserv eine für wandernde Fische gut überwindbare Rampe entstehen.

Die Fischbestände, deren Entwicklung im Rahmen eines Monitorings beobachtet wird, erholen sich zusehends. "Wir stellen fest, dass die Entwicklung positiv ist. Vor allem bei Kleinfischen gibt es eine Zunahme", so Hermannsdorfer. Anders sieht es bei den großen Fischen aus, die naturgemäß erst noch heranwachsen müssen. "Das wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen", erläuterte Hermannsdorfer.

Aus unserem Archiv:

Im Herbst wurden die avisierten Maßnahmen vor Ort vorgestellt:

Renaturierung der Alz

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts erläutert die Maßnahmen:

Quelle: innsalzach24.de

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