Landrat lehnt neue Wertstofftonne ab

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Rosenheim - Die in Berlin geplante Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts wird von Landrat Josef Neiderhell mit Sorge gesehen.

In einem Brief an Daniela Ludwig (CSU) und Angelika Graf (SPD) schreibt Neiderhell, dass er erwarte, dass auf die gewachsenen kommunalen Entsorgungsstrukturen und auf die Verantwortung gegenüber den Abfallgebührenzahlern Rücksicht genommen werde.

Die geplanten Neuregelungen sehen unter anderem die Einführung einer „Orangen Tonne“ als einheitlicher Wertstofftonne vor. Aus Sicht des Landrats ist sie nicht notwendig. Neiderhell verweist hier auf das flächendeckende Wertstoffhofsystem und das ergänzende engmaschige Wertstoffinselsystem, das sich bestens bewährt habe. Bereits seit 1985 werden im Landkreis Wertstoffe wie Altpapier, Altglas oder Grünabfälle erfasst und verwertet. Bis heute wird das vorhandene Netz an Wertstoffhöfen und –inseln ausgebaut und dem jeweiligen Stand der Technik angepasst. Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung wird durch die seit Jahren hohe Recyclingquote von mehr als 70 Prozent dokumentiert.

Landrat Neiderhell wendet sich in dem Schreiben auch an die im Referentenentwurf vorgesehene Einführung einer flächendeckenden getrennten Sammlung von Bioabfällen: Dies sei in einem ländlichen Flächenlandkreis wirtschaftlich nicht darstellbar. Neiderhell will hier weiter auf die seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten bewährte Sammlung von Grünabfällen setzen. Das Sammelaufkommen von Grünabfällen sei weit überdurchschnittlich, wie ein kürzlich in Auftrag gegebenes Gutachten beweise, schreibt der Landrat. Er wirbt für die seit vielen Jahren betriebene Kreislaufwirtschaft, weil das kompostierte Grüngut aufgrund seiner sehr guten Qualität stark nachgefragt wird.

Die Kommunen als öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger vor Ort wüssten am besten, wie unter den jeweils gegebenen Verhältnissen Hausmüll erfasst werden müsse. Bundeseinheitliche Regelungen brauche es nicht, heißt es in dem Brief. In diesem Zusammenhang macht der Landrat auch deutlich, dass sich gewerbliche Entsorger nur die „Rosinen herauspicken“ würden, was allen Abfallgebührenzahlern schaden würde. Im Landkreis Rosenheim sind die Abfallgebühren seit inzwischen 17 Jahren stabil.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser