B15neu: Wettstreit um Unterstützer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wer kann sich durchsetzen? Befürworter wie Gegner der B15neu mobilisieren ihre Unterstützer. Das Foto zeigt einen Protest gegen die B15neu in Mühldorf am Inn.
  • schließen

Landshut - Rein oder raus aus dem Bundesverkehrswegeplan? Die Initiativen "Pro B15neu" und "Stop B15neu" buhlen um die Gunst von Bevölkerung, Wirtschaft und Politik.

Eine tragfähige Nord-Süd-Achse soll sie werden, die B15neu. Durchgehend vierspurig ausgebaut soll sie vom Landkreis Kehlheim aus durch die Landkreise Regensburg, Landshut, Mühldorf und Rosenheim bis zum Inntaldreieck führen. Noch sind allerdings große Teile der künftigen Bundesstraße nicht gebaut, der 15 Kilometer lange Abschnitt zwischen Velden und Schwindegg etwa ist lediglich als "weiterer Bedarf" im aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen - mit festgestelltem hohen ökologischen Risiko.

"Stop B15neu"-Petition von Tausenden unterzeichnet

Entscheidend für die Zukunft der B15neu wird deshalb sein, welchen Status die Bundesstraße im Bundesverkehrswegeplan 2015 erhält. Dieser gilt für viele Jahre und ist entscheidend dafür, welches Bauprojekt auf wie viele Finanzmittel hoffen kann.

Die Initiative "Stop B15neu" hat vor einigen Wochen eine Petition an den Bundestag gestartet, mit der erreicht werden soll, dass die B15neu südlich der A92 gar nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wird. Sowohl online als auch bei Bürgern vor Ort sucht die Initiative nach Unterzeichnern - bislang mit großem Erfolg. Auf ihrer Homepage verweist die Initiative gegenwärtig auf 4792 Unterstützer, 4561 davon kommen aus Bayern (Stand Mittwoch, 11. September). Mit einer möglichst breiten Unterstützerbasis will "Stop B15neu" untermauern, dass sie die Mehrheit der Bevölkerung vertritt.

Lesen Sie auch:

Die Mehrheit zu repräsentieren reklamiert auch die Initiative "Pro B15neu" für sich. Erst im April 2013 haben sich 92 Unternehmer aus dem Raum Landshut zu der Initiative zusammengeschlossen. Wie Katharina Pöschl, einer der führenden Köpfe von "Pro B15neu", damals erklärte, wolle man damit der "stillen Mehrheit" ein Gesicht geben. Mittelfristig möchte die Initiative erreichen, dass die B15neu als "vordringlicher Bedarf plus" in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird.

"Pro B15neu" in Rosenheim noch nicht angekommen

Freilich wirbt auch "Pro B15neu" online um Unterstützer - ebenfalls mit Erfolg.  Wie Katharina Pöschl gegenüber erklärt, sei die Initiative inzwischen landkreisübergreifend aktiv. Aktuell stehe man zudem mit mehreren Gemeinden in Kontakt. Inzwischen beteiligen sich 138 Unternehmen an der Initiative. Auch Firmen aus dem Landkreis Rosenheim sind inzwischen dabei, zum Beispiel aus Nußdorf und Wasserburg. Der Initiative ist es wichtig zu betonen, dass diese Unternehmen für rund 8000 Mitarbeiter stehen. Insgesamt hat die im April entstandene Initiative bereits über 1600 Mitglieder gewonnen. Eine Petition wie "Stop B15neu" ist nach Angaben Pöschls derzeit allerdings nicht geplant.

Lesen Sie auch:

"Pro B15neu" arbeitet weiter daran, Unternehmen aus dem Raum Rosenheim als Unterstützer zu gewinnen. "Wir sind zügig auf dem Weg nach unten, aber noch nicht angekommen", so Pöschl. Nach Ansicht der Initiative ist die Bundesstraße ein wichtiger Standortfaktor - und zwar sowohl für Landshuter als auch für Rosenheimer Unternehmen.

"Ortsumgehungen sind nur eine kurzfristige Lösung"

Im Landkreis Rosenheim allerdings wächst der politische Widerstand gegen die Bundesstraße. Die Stadträte in Kolbermoor und Bad Aibling haben Resolutionen gegen die B15neu verabschiedet. Beide Städte wollen die B15neu nicht im nächsten Bundesverkehrswegeplan sehen. Zudem hat sich auch der Landkreis Rosenheim gegen die Bundesstraße ausgesprochen. Der Kreisausschuss hat im Juli gegen eine Aufnahme der B15neu in den Bundesverkehrswegeplan votiert. Nach Ansicht der CSU-Fraktion besteht nach der Fertigstellung der Westtangente und der Ortsumfahrung von Lengdorf auf dieser Strecke keinen weiteren Baubedarf mehr.

Mit all jenen Gemeinden, die der B15neu kritisch gegenüberstehen, möchte "Pro B15neu" Kontakt aufnehmen. Ortsumgehungen seien schließlich nur eine kurzfristige Lösung, so Pöschl. "Uns geht es um ein Gesamtkonzept. Die B15neu macht nur Sinn, wenn sie durchgängig gebaut wird." Sollte die B15neu wie geplant bis zum Inntaldreieck führen, würden die einzelnen Gemeinden entlang der Trasse auch nicht mit zusätzlichem Verkehr belastet. Eine Zusatzbelastung entstehe nur, wenn die B15neu - anders als ursprünglich geplant - in einer Gemeinde endet.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser