Bayerische Bundeswaldinventur

Laubbäume auf dem Vormarsch

Landkreis - Die Waldinventur zeigt eine gute Baummischung: Hinter den Zahlen steckt viel Arbeit, die Bäume müssen gehegt werden, das Wild im Zaum gehalten werden.

Die Ergebnisse der aktuellen Bayerischen Bundeswaldinventur geben Grund zur Freude. Der Laubwaldanteil ist von 26 Prozent 1987 auf 36 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Hinter den Zahlen steckt viel Arbeit, wie Werner Schindler, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Traunstein, weiß.

Jahrzehnte lang war die Fichte der Baum in Bayerns Wäldern. Ihr Holz brachte gute Erträge, die Monokulturen waren leicht zu pflegen und der Wildverbiss war verkraftbar. In den vergangenen Jahrzehnten wurde diese Idylle zunichte gemacht. Die Folgen des Klimawandels wurden deutlich sichtbar. Orkane mähten ganze Wälder nieder. Die Böden wurden trockener und die flach wurzelnde Fichte bekam an vielen Orten nicht mehr genug Wasser. Der Borkenkäfer hat seither leichtes Spiel bei den geschwächten Bäumen. Forstexperten war klar: Wollten sie den folgenden Generationen gesunde Wälder hinterlassen war eine Durchmischung der Fichtenwälder mit Tannen und Laubbäumen dringend notwendig.

Mehr alte Bäume und Laubwald

Die Ende 2014 veröffentlichte bayerische Auswertung der Bundeswaldinventur 2012 zeigt, dass es gelungen ist, die Wälder vielfältiger und damit widerstandsfähiger zu machen. Ein Beispiel neben dem Laubholzanteil ist die Altersentwicklung. Heute stehen deutlich mehr gesunde über 100-jährige Bäume in den bayerischen Wäldern wie noch vor zehn Jahren.

Zuwachs um 10.000 Fußballfelder

In den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land liegt der Fichtenanteil auf Grund der unterschiedlichen Klima- und Bodenverhältnisse wesentlich höher als zum Beispiel in Franken. „Für unsere Waldbesitzer ist der Weg zu mehr Vielfalt also noch aufwändiger“, so Werner Schindler, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Traunstein. Angesichts besserer Preise für Fichten- als für Laubholz müssten die Unternehmer zunächst für den Umbau gewonnen werden. „Wir überzeugen durch die Tatsache, dass die erhofften Gewinne nur zu einem Bruchteil realisiert werden. Viele Fichten fallen nämlich dem Borkenkäfer zum Opfer, bevor sie das verkaufsfähige Alter erreichen“, ergänzt Waldbesitzervereinigung-Geschäftsführer Jan Röder. Ein zukunftsfähiger Wald, der durch natürliche Verjüngung Wind, Käfern und Pilzen trotzt, müsse zudem fortlaufend gepflegt werden. Ein regelmäßiger Arbeitseinsatz ist laut Röder notwendige Voraussetzung. „Die aktuelle Bundeswaldinventur widerlegt übrigens die Befürchtung manches Naturschützers, dass zu viele Bäume gefällt werden. Von 2002 bis 2012 nahm die bayerische Waldfläche um 7.400 Hektar zu, das entspricht immerhin der Fläche von 10.000 Fußballfeldern der Fifa-Norm. Ebenso hat der Holzvorrat je Hektar seit der vergangenen Inventur zu- und nicht abgenommen“, meint Waldbesitzervereinigung-Geschäftsführer Schindler.

Intakter Wald sichert Wild

Hat ein Waldbesitzer durch beständiges Auslichten erreicht, dass junge Buchen oder Ahornbäume sprießen, muss er den Nachwuchs sorgfältig hegen. Dazu ist es notwendig, das Wild auch im Privatwald oft verstärkt zu jagen, denn der Verbiss der Stämme bedroht die Aufzucht. Die Bedürfnisse der Jagdverbände, die den Abschussquoten kritisch gegenüber stehen, nimmt die Waldbesitzervereinigung ernst. Schindler und Röder sind jedoch überzeugt, dass nur ein intakter Wald langfristig einen tragfähigen Lebensraum für Reh und Hirsch sichert. „Der Umbau der Wälder fordert Konsequenz, Überzeugungskraft und die Bereitschaft, sich laufend zu informieren. Ich freue mich daher, dass die meisten unserer Waldbesitzer den oft mühsamen Weg mitgehen“, betont WBV-Vorsitzender Werner Schindler.

Pressemitteilung der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit Land- und Forstwirtschaft im Kreisberatungsausschuss Traunstein-Berchtesgadener Land

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit Land- und Forstwirtschaft

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