„Helden des Alltags“ ausgezeichnet

Emil (10) ist Bayerns jüngster Lebensretter

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Emil war gerade mal acht Jahre alt, als er seinen Bruder vor dem Ertrinken rettete. Jetzt wurde er vom bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet.

München - Menschen retten und dabei das eigene Leben riskieren: Bayern hat 82 Lebensretter ausgezeichnet. Der jüngste dieser „Helden des Alltags“ ist gerade einmal zehn Jahre alt.

Der 9. Juli 2011 war ein Tag des Schocks für Familie Minolts aus Senden (Landkreis Neu-Ulm) - und einer des großen Glücks. Damals wäre der vierjährige Jakob beinahe in einem Pool ertrunken; er hatte keine Schwimmflügel. Doch sein Bruder Emil - damals acht Jahre alt - zog ihn heraus und rettete ihm das Leben.

„Der hat sich heimlich, ganz leise angeschlichen, weil er wusste, er darf nicht in den Pool“, sagt Emil. „Er hatte keine Pufferle an und ist dann untergegangen. Ich hab's zuerst gar nicht gemerkt, aber dann bin ich zu ihm hin - da konnte ich fast nicht mehr stehen.“ Ob er Angst hatte damals, das weiß er heute gar nicht mehr. Für seine Mutter Marie-Theres Minolts war das Erlebnis ein großer Schock - „und eine Riesen-Freude, dass alles gut gegangen ist“.

Emil steht am Mittwoch stolz im Antiquarium der Münchner Residenz und zeigt seine Medaille. Er ist der Jüngste, der von Horst Seehofer die Bayerische Rettungsmedaille bekommt, weil er unter Einsatz seines eigenen Lebens das seines kleinen Bruders rettete. 81 weitere Menschen bekommen an diesem Tag die Auszeichnung, 51 werden mit der Christophorus-Medaille für die Rettung aus einer besonders schwierigen Situation geehrt.

Da ist Diego Rizzo aus Unterhaching, der im Februar 2012 drei Jugendliche rettete, die in einen zugefrorenen See eingebrochen waren, oder der Schüler Marvin Rinklef aus Bamberg, der die Bewohner eines Hochhauses in der Neujahrsnacht 2012 vor einem Feuer warnte und sich dabei selbst eine Rauchvergiftung zuzog.

Kreszenzia Mayer rettete im August 2012 im oberbayerischen Teisendorf einen Mann, der von einer wild gewordenen Kuh angegriffen und niedergestoßen worden war. „Frau Mayer begab sich selbst in Lebensgefahr, da sie ohne Hilfsmittel auf das wild gewordenen Tier losging und dadurch dafür sorgen konnte, dass der Verunglückte sich in Sicherheit bringen konnte“, heißt es in der Würdigung. Stefan Feicht aus Schwandorf in der Oberpfalz rettete einen Mann vor einem Sprung in die Tiefe. In letzter Sekunde gelang es ihm, den Mann an der Jacke festzuhalten und über das Geländer zurück zu ziehen.

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Die Christophorus-Medaille bekommt unter anderem Benedikt Feil, der 2012 - im Alter von acht Jahren - einen dreijährigen Jungen aus dem Freilassinger Freibad rettete, der schon regungslos im Wasser trieb.

„Sie sind Vorbilder, Sie sind Helden des Alltags“, sagt Seehofer. „Leuchtende Beispiele für Mut, für Zivilcourage.“ Gerade in den vergangenen Wochen, in denen das Hochwasser weite Teile Bayerns verwüstete, habe sich gezeigt, wie wichtig Hilfsbereitschaft sei. „Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Menschen zusammenstehen.“

dpa

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