Fall Weber: Das sagen die Anwälte zum Urteil

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Traunstein - 2010 hat der Angeklagte seine damalige Freundin Dorena Weber getötet und in einen Schrank gesteckt. Was die Anwälte zum Urteil sagen.

Nach Ansicht des Gerichts ist der 29-jährige Angeklagte schuld an den Verletzungen, die zum Tod Dorena Webers im Oktober 2010 geführt haben. Er wurde am Donnerstag wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt - eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wird angeordnet.

Von der Strafe sollen 18 Monate im Gefängnis verbüßt werden, die bisherige Haft von rund acht Monaten wird angerechnet. Nach dem Gefängnisaufenthalt wird der 29-Jährige in eine Entziehungsanstalt überstellt.

Der vorsitzende Richter Erich Fuchs sah die Angaben des Angeklagten am dritten Verhandlungstag nicht als ein Geständnis an. "Er konnte keinerlei Aussagen dazu treffen, wie Frau Weber ums Leben gekommen ist." Für das Gericht stehe fest, dass Weber nicht an einer natürliche Todesursache gestorben sei, so Fuchs. Der Angeklagte habe durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Hals der 28-Jährige ihren Tod herbeigeführt. "Das Verpacken der Leiche ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Angeklagte etwas mit ihrem Tod zu tun hat." Allerdings sei der Tötungsvorsatz nicht nachweisbar. Auch gäbe es keine Hinweise auf eine fahrlässige Tötung. Daher wurde der 29-Jährige am Donnerstag wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der erste Prozesstag

Das Opfer Dorena Weber.

Die Ermittlungsbeamten im Fall der getöteten Dorena Weber machten am ersten Verhandlungstag ihreAussagen. Der Polizist Wolfgang S. berichtete dabei von der ersten Vernehmung des Angeklagten. "Er behauptete, erst von der Polizei von dem Tod seiner Ex-Freundin erfahren zu haben. Dabei zeigte er aber keinerlei emotionale Regung. Auch erkundigte er sich nicht, wie und wo das Opfer gestorben ist." Bei der Beweissicherung wurde zudem ein Fingerabdruck an einem Klebeband gefunden, mit dem der Schrank umwickelt war. "Dieser konnte eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden", so der 55-jährige Beamte vor Gericht. Anschließend schilderte der Vermieter Otto B. mit allen schockierenden Details, wie er Webers Leiche in dem Küchenschrank entdeckt hatte.

Leiche im Küchenschrank - Mann vor Gericht

Der zweite Prozesstag

Unter tränen machte die Mutter des Angeklagten am zweiten Verhandlungstag ihre Aussage. Trotz ihres Gefühlsausbruches blieb ihr Sohn aber starr und regungslos. “Für mich war Dorena eine ganz Liebe", erzählte die Mutter im Gerichtssaal. Sie verzichtete auf ihr Schweigerecht aus Anteilnahme für Dorenas Mutter und Oma.

Zum Schluss präsentierte Prof. Dr. Randolf P. das rechtsmedizinische Gutachten zur Obduktion der Leiche. Dabei seien Verletzungen des Kehlkopf bei Weber festgestellt worden. “Der Ringknorpel wies links und rechts Risse auf. Das deutet auf eine stumpfe Gewalteinwirkung hin.”

Der dritte Prozesstag

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Ex von Dorena Weber steht vor Gericht

Der 29-jährige mutmaßliche Täter brach am dritten Tag der Verhandlung sein Schweigen. An dem Wochenende ihres Todes sei er zusammen mit Dorena beim Alkoholtrinken im Villa-Park gewesen. Anschließend habe er mit der 28-Jährigen in der gemeinsamen Wohnung weiter getrunken. "Ich bin irgendwann eingeschlafen. Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, wollte ich Dorena wecken. Doch sie hat nicht mehr geatmet." Aus Panik habe er dann die Leiche in den Schrank gesteckt. Er schließe es aber aus, dass er etwas mit ihrem Tod zu tun habe.

Staatsanwalt Andreas Miller beantragt in seinem anschließenden Schlussplädoyer eine Haftstrafe von acht Jahren mit Unterbringung und einem Vorweg-Vollzug von zwei Jahren.

ps/red

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Quelle: chiemgau24.de

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