Rosenheimerin leidet unter extremen Schmerzen 

Warum das Familienauto ein Horror für Lina (12) ist

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Lina im Krankenhaus und mit ihrem Rollstuhl, den sie zur Unterstützung braucht.  
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Rosenheim - Schon als Kleinkind im Planschbecken fiel Linas seltsame Körperhaltung auf. Sie machte regelrecht einen Buckel. 

Doch erst Jahre später sollte diagnostiziert werden, woran das Mädchen aus Rosenheim wirklich leidet. Die Schülerin hat nicht einfach nur einen krummen Rücken, ihre Wirbelsäule dreht sich um die eigene Achse und wächst nach außen. Sie leidet unter starken Schmerzen. 

Im Gespräch mit rosenheim24.de erzählt ihre Mutter, Melanie K. (33), wie der Leidensweg ihrer Tochter begann. Zuerst gingen die Ärzte nämlich von einer Skoliose mit Wirbelsäulenverdrehung aus. Trotz Krankengymnastik und vielen Arztbesuchen wurde die Situation jedoch immer schlimmer. Im Jahr 2012 kam dann eine viel tragischere Diagnose. 

Schock-Diagnose 

"Einer Ärztin fielen Flecken auf ihrer Haut auf, sogenannte Café-au-Lait-Flecken. Ein Spezialist in München diagnostizierte daraufhin: NF1", erzählt Melanie. Neurofibromatose Typ 1, auch Morbus Recklinghausen genannt, ist eine vererbbare Multiorganerkrankung. 

Eine Folge: Linas Wirbelsäule ist um 107° Grad verdreht, jede Bewegung schmerzt, ohne ihren Rollstuhl ist sie schnell aus der Puste, selbst ein kleiner Spaziergang ist eine anstrengende Herausforderung für sie. 

Magnetstäbe im Rücken und ein Korsett sollen nun die Wirbelsäule stabilisieren, damit sie nicht weiter nach außen wächst. Gerade wird ihr Rücken aber nie werden. 

"Schmerzen wird sie immer haben", so ihre Mutter. Aber sie und ihr Mann (38) bemühen sich darum, den Alltag des Kindes so erträglich wie möglich zu gestalten. 

Tagelange Schmerzen nach Autofahrten

Eine wichtige Rolle dabei spielt aber das Auto. Für Ausflüge mit der Familie - Lina hat noch zwei Geschwister im Alter von sechs und zwei Jahren - oder für Arztbesuche bis nach München ist man auf den Peugeot 306 Break angewiesen. Allein schon der Einstieg in den 16 Jahre alte Wagen ist eine Last für das Mädchen. 

"Lina braucht meist mehrere Tage, bis sie sich von den Belastungen einer Fahrt regeneriert hat. Sie ist in unserem Wagen eingequetscht, wenn ihre Geschwister neben ihr sitzen, ihre Schwester dazu noch im Kindersitz", beschreibt ihre Mutter die unerträgliche Situation.

Für die täglichen Fahrten zur Förderschule Fürstätt - die Krankheit NF1 kann wie in ihrem Fall auch zu einer Minderbegabung führen - wird die Schwerbehinderte von Taxis abgeholt und zurückgebracht. Das bietet ihr mehr Freiraum. 

Wenn die ganze Familie einen Ausflug macht, mit Rollstuhl und Kinderwagen, wird es eng im Peugeot. Für Lina unerträglich schmerzhaft eng. 

Finanzierung nicht zu stemmen

Die Leiden der kleinen Lina würden sich erleichtern lassen, wenn die Familie das nötige "Kleingeld" aufbringen könnte. Mit einem Autohaus haben die Eltern bereits über eine Finanzierung eines VW T5 Multivan verhandelt. Der Volkswagen verfügt beispielsweise über drehbare Sitze, die Lina einen viel leichteren Einstieg ermöglichen würden und bietet den Kindern hinten bedeutend mehr Freiraum. Der VW-Kleinbus wäre eine erhebliche Erleichterung für Lina, was auch bei einer Probefahrt deutlich wurde. Doch das Angebot für die Ratenzahlung ist für die fünfköpfige Familie mit einem Hauptverdiener nicht zu stemmen.

"Je mehr wir anzahlen könnten, desto besser ist unsere Chance für die Finanzierung", so ihre Hoffnung. Darum hat eine Freundin der Familie nun über die Crowdfunding-Seite leetchi.com einen Spendenaufruf unter dem Titel "Macht Lina bitte wieder mobil" ins Leben gerufen. Bislang haben sich 23 Personen beteiligt und der Familie rund 1000 Euro gespendet. 

Die Familie will weiter kämpfen

Ein Anfang, auf dem die Familie aufbauen möchte und sich deshalb jetzt an die Medien in der Region wendet. So auch an unsere Redaktion. Sie hoffen, dass noch mehr Personen kleinere oder größere Beträge spenden könnten. 

Trotz ihrer Erkrankung ist Lina ein tapferes Mädchen, sagt ihre Mutter.

Bis dahin muss Lina weiter mit deutlich mehr Schmerzen im engen Peugeot sitzen. Eine andere Alternative hat die Familie nicht, denn nun hat auch noch das alte Auto der Oma, ein Opel Zafira, den Geist aufgegeben. "Zugfahrten sind auch schwierig, denn das Bremsen belastet Linas Rücken stark", berichtet Melanie. 

Die Familie will nun mit weiteren Aktionen auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam machen. So soll beispielsweise ein Benefiz-Flohmarkt organisiert werden. 

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mit der Familie in Kontakt treten? Dann schreiben Sie eine E-Mail an girlof_dance@yahoo.de.

Quelle: rosenheim24.de

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