Flüchtlingskinder: Lösung scheint in Sicht

Rosenheim – Sorgen macht sich die SPD-Stadtratsfraktion um die seit vergangenem Jahr drastisch ansteigende Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, die in Rosenheim aufgegriffen werden.

In einem Antrag forderte die SPD im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, in der Stadt eine Schutzstelle einzurichten, wo aufgegeriffene Kinder und Jugendliche betreut werden können.

Es gehe um die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention. Eine Schutzstelle biete den Betroffenen Rechtsberatung, psychosoziale Betreuung und Ruhe, ebenso die Klärung spezifischer Bedürfnisse. Dazu bedürfe es klarer Konzepte und Handlungsanweisungen für besonderes qualifiziertes und ausgebildetes Personal, begründete die SPD ihren Antrag.

"Wir wollen kein Gebäude, sondern nur sicherstellen, dass die mitunter hochtraumatisierten Kinder in kompetente Betreuung kommen. Pflegefamilien sind da oft überfordert", betonte SPD-Stadträtin und MdL Maria Noichl.

"Aufgegriffene Kinder unter 16 Jahren kommen in die Obhut des Jugendamtes und werden in Einrichtungen der Jugendhilfe, im Kinderheim ,Zur schönen Aussicht' oder bei Pflegefamilien untergebracht", erklärte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer das Vorgehen. Die Träger der sozialraumorientierten Jugendhilfe in der Stadt seien damit einverstanden.

Minderjährige ab 16 Jahre würden wie erwachsene Flüchtlinge nach dem Asylverfahrensgesetz behandelt und nach München zur Inneren Misison der Diakonie gebracht. Bei der dortigen Bundesanstalt für Migration werde dann ein Asylantrag gestellt. Peter Selensky von der Diakonie erklärte, die Stelle bei der Inneren Misision in München sei 365 Tage im Jahr rund um die Uhr besetzt und jeder Aufgegriffene bekomme einen Betreuer.

Jugendamtsleiter Gerd Rose erläuterte vertiefend, dass derzeit Abstimmungsgespräche mit dem Landkreis, der noch stärker betroffen sei, der Bundespolizei und dem Caritas-Kinderdorf am Irschenberg geführt würden. 2010 seien 14 Kinder unter 16 Jahren, heuer bereits fünf aufgegriffen worden. Das Jugendamt sei ebenfalls Tag und Nacht erreichbar und habe auch Dolmetscher zur Verfügung. Bisher sei diese Lösung ausreichend, und das Caritas-Kinderdorf am Irschenberg erfülle im Prinzip bereits die Funktion einer Schutzstelle.

"Die Sache ist auf dem Weg, und wir werden über die Gespräche mit dem Kinderdorf Irschenberg berichten", erklärte die oberbürgermeisterin. Stadträtin Noichl merkte an, dass bei den aufgegriffenen Minderjährigen das Alter oft nur geschätzt werden könne und bat, über den SPD-Antrag abzustimmen. Er wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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