Bayern demonstrieren zum Tag der Arbeit

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Teilnehmer einer Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) halten am Dienstag (01.05.12) auf dem Marienplatz in München ein Plakat der IG Metall hoch, auf dem "Aktion statt Resignation" steht.

Bamberg/München - Zahlreiche Menschen haben am Tag der Arbeit in bayerischen Städten für eine gerechte Entlohnung und soziale Sicherheit demonstriert.

„Wenn das Gehalt nicht zum Leben reicht, hat Arbeit ihren Sinn verloren“, sagte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena am Dienstag in Bamberg. Immer mehr Bayern seien inzwischen von Niedriglöhnen, Leiharbeit und prekärer Beschäftigung betroffen. Jena betonte: „Es geht um nichts Geringeres als die Würde der Beschäftigten. Deshalb müssen wir Arbeit neu ordnen. Wir müssen der Arbeit ihren Sinn zurückgeben.“

Auch Verdi-Landesbezirksleiterin Luise Klemens beklagte bei der Mai-Kundgebung in München die Lage der Beschäftigten: „Im Schatten des Exportbooms der deutschen Industrie müssen immer mehr Menschen am Rande des Existenzminimums leben und arbeiten.“ Minijobs, Befristungen und Werkverträge seien zunehmend eine bedrückende Realität.

Sowohl Jena als auch Klemens lehnten den aktuellen Vorschlag der Bundesregierung für eine „allgemeine Lohnuntergrenze“ ab. „Das ist nicht mehr als eine wahltaktische Scheinlösung“, sagte Jena laut Redemanuskript. Klemens erläuterte, der Vorschlag habe mit einem gesetzlichen Mindestlohn nichts zu tun. „Diese Regelung bietet für viele Unternehmen nur einen Anreiz, sich Pseudo-Gewerkschaften als Partner für Hungerlohn-Tarifverträge zu suchen.“ Diese Entwicklung sei aus der Leiharbeit oder bei Briefzustellern bekannt.

dpa

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