Mangfallpark: So streng ist die Satzung

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Rosenheim - Die Satzung der Stadtverwaltung für den Mangfallpark umfasst 18 Regeln. Aber wie streng wird die Verordnung wirklich durchgesetzt? Wir haben den Leiter des Umweltamtes gefragt.

"Alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, ist verboten."  "Offene Feuerstellen zu errichten und zu betreiben, ist untersagt.""Es ist verboten, Vergnügungen und Versammlungen im Park abzuhalten." Dies sind nur drei der insgesamt 18 Verhaltensregeln, die das Umweltamt jüngst für die Besucher des Mangfallparks zusammengestellt hat. Der Vorschriften-Katalog für den Englischen Garten in München hingegen umfasst lediglich neun Punkte. Wie kommt es also, dass im Rosenheimer Mangfallpark strengere Regeln gelten sollen, als im Englischen Garten? Rosenheim24 hat sich bei Albert Detsch, Leiter des Umweltamtes der Stadt Rosenheim, erkundigt:

Wieso braucht der Mangfallpark strengere Vorschriften als beispielsweise der Englische Garten in München?

Albert Detsch: Wir haben diesen Vorschriften-Katalog aus den Grünanlagensatzungen zusammengestellt, die bereits für den Happinger Ausee und den Floriansee gelten. Allerdings mussten wir einige Punkte streichen, weil der Mangfallpark keine Grünanlage sondern ein Erholungspark ist. Dem Umweltausschuss waren es aber immer noch zu viele Punkte in der Satzung, weshalb wir nun die Verordnung neu aufsetzen werden.

Welche Punkte werden jetzt gestrichen?

Voraussichtlich werden wir den Punkt 'Hineinsteigen in Brunnen und Wasserbecken, sofern diese Einrichtungen nicht zu diesem Zweck errichtet worden sind' streichen.

Was ist mit dem 'Besteigen von Bäumen, Bauwerken oder sonstigen Einrichtungen, sofern diese nicht zu diesem Zweck errichtet worden sind'. Dieser Punkt ist auch nicht in der Verordnung für den Englischen Garten zu finden. Wieso braucht der Mangfallpark diese Vorschrift?

Das ist einzig und allein ein Haftungsproblem. Uns ist es egal, ob Leute auf den Bäumen rumkraxeln. Aber der Park ist eine öffentliche Einrichtung. Und da müssen wir uns natürlich auch rechtlich absichern, falls etwas passiert.

Ein weiterer strittiger Punkt ist das 'freie Laufenlassen von Tieren'. Werden Sie möglicherweise spezielle Hundewiesen im Mangfallpark ausweisen, auf denen Tiere frei laufen können? Oder bleibt diese Verordnung für das komplette Gelände bestehen?

Hunde dürfen im Mangfallpark nur mit Leine geführt werden. Wir werden diese Verordnung auch nicht einschränken, weil freilaufende Hunde auf den Wiesen ebenfalls ein Haftungs- und auch ein Verschmutzungsproblem darstellen. Oberbürgermeisterin Garbriele Bauer hatte auch einmal spezielle Hundewiesen ins Gespräch gebracht. Aber derzeit ist in dieser Hinsicht nichts in Planung. Allerdings wird bestimmt niemand etwas sagen, wenn beispielsweise eine Familie auf der Wiese Picknick macht und sie dabei ihren kleinen Hund laufen lassen. Der Vollzug dieser Verordnungen wird immer mit Augenmaß geschehen.

Wie steht es mit dem Punkt der Lärmbelästigung? Ist jegliche Art von Musik auf dem Gelände verboten oder gibt es Ausnahmen?

Wir wollen nicht unbedingt, dass die Leute mit ihrem CD-Player andere Leute belästigen. Aber wenn jemand beispielsweise auf seiner Gitarre spielt, dann stört das ja auch keinen. Auch wenn sich mehrere Leute zum Musizieren treffen, werden wir bestimmt nicht mit der Keule kommen. Wir wollen nur vermeiden, dass jemand sein komplettes Tonstudio im Park aufbaut und andere Besucher damit belästigt.

'Offene Feuerstellen im Park zu errichten und zu betreiben' ist ebenfalls untersagt. Wird es im Park dafür spezielle Grillplätze geben?

Bislang ist es nicht vorgesehen. Deshalb auch das Verbot , Feuerstellen zu errichten und zu betreiben. Falls es irgendwann einmal Grillplätze geben wird, dann werden wir die Verordnung natürlich ändern.

Das Alkoholverbot für den Mangfallpark ist in der Verordnung des Englischen Gartens auch nicht zu finden. Wieso diese strenge Regelung?

Wir haben hier in Rosenheim ein ziemlich schwieriges Klientel mit den 'Edelsäufern'. Damit sind die Leute gemeint, die sich beispielsweise im Salingarten mit ihrem 'Pennerglück' besaufen und dann untereinander Streit anfangen. Daher haben wir auch im nachhinein ein Alkoholverbot für den Salingarten erlassen.

Und diese 'Edelsäufer' wollen wir natürlich auch nicht im Mangfallpark. Sie pöbeln zwar keine anderen Besucher an, aber viele fühlen sich belästigt. Und im Salingarten ist es ja schon zu beobachten, dass viele einen weiten Bogen um diese Gruppen machen. Aber natürlich wird auch niemand etwas sagen, wenn jemand ein Bier im Mangfallpark trinkt oder wenn beispielsweise eine kleine Gruppe von Jugendlichen auf ihren Abschluss anstoßen.

Die Verordnung besagt doch aber, dass es verboten ist, 'alkoholische Getränke zu sich zu nehmen'. Wo wird da die Grenze gezogen?

Das müssen wir uns noch genauer überlegen. Vielleicht werden wir den Punkt dahingehend ergänzen, dass Alkoholkonsum zulässig ist, wenn kein anderer Besucher dadurch belästigt wird.

Wie wird die Umsetzung der Verbote aussehen?

Es wird keinen speziellen Parkwächter geben. Die Polizei und die Sicherheitswache wird sich um die Umsetzung der Verordnung kümmern. Und falls ein Verstoß vorliegt, dann wird dieser auch vom Ordnungsamt geahndet werden.

Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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