Maximum für Gutverdiener zu holen

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Elterngeld: Soviel bezogen die Mütter und Väter in Rosenheim.

Rosenheim - Die Wirklichkeit zeigt, dass sich Väter noch immer weitgehend aus der Kinderbetreuung raus halten. Eine Statistik verdeutlicht dies:

Ein glücklich lächelnder Vater kümmert sich um sein glücklich lächelndes Baby. Mit diesem Fotomotiv wirbt das Bundesfamilienministerium fürs Elterngeld. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn noch immer halten sich Väter aus der Kinderbetreuung weitgehend raus.

Hier in Rosenheim haben nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr 526 Frauen Elterngeld bezogen, aber nur 120 Männer. Das waren 18,6 Prozent aller Elterngeldbezieher.

Warum nicht mehr Männer eine Auszeit vom Beruf nehmen, um ihr Baby zu betreuen, hat viele Gründe. Berufliche Nachteile fürchten wohl manche, wenn sie mehrere Monate dem Arbeitgeber nicht zur Verfügung stehen. Auch sind die finanziellen Einbußen nicht unerheblich und für so manche junge Familie nicht tragbar.

Für den Staat ist es auf jeden Fall so kostengünstiger, denn in der Regel verdienen Männer noch immer mehr als Frauen und das Elterngeld hängt vom Verdienst vor der Geburt des Kindes ab und ist außerdem gedeckelt. So hätten in Rosenheim 53 Antragsteller zwar einen Anspruch auf mehr als 1800 Euro Elterngeld gehabt, mussten sich aber mit diesem Höchstbetrag begnügen. Das sind rund 8,2 Prozent der Elterngeldbezieher. Weitere 29 lagen mit 1500 bis 1800 Euro auch noch in der Topklasse. Für 156 Eltern gab es dagegen nur 300 Euro. Das sind 20,7 Prozent aller Elterngeldbezieher.

Wird aus den Elterngeldzahlungen ein Durchschnitt errechnet, so kommen Münchner Mütter, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, mit 1088 Euro nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutschlandweit auf den höchsten Anspruch. Alle Elterngeldbezieher zusammengerechnet, lag der Durchschnitt dort bei 941 Euro, in Rosenheim waren es 755 Euro.

Das Maximum kann also nur herausholen, wer gut verdient. Darum gilt: Was die Kinder wert sind, richtet sich nach der Gehalts- und Steuerklasse, die die Frau hat, bevor sie schwanger wird. Für vor der Geburt des Kindes nicht Erwerbstätige gibt es nur den Mindestbetrag von 300 Euro. Erwerbstätig vor der Geburt waren in den jetzt ausgewerteten Fällen in Rosenheim 423 Elterngeldbezieher, wobei kein Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht wird. Nicht erwerbstätig waren 223.

Geld fürs Kind gibt es maximal für 14 Monate. Aber: Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet. Logische Reaktion wäre: Der Vater bleibt die ersten zwei Monate zu Hause. Dann können sich beide ums Kind kümmern und bekommen die maximal mögliche Geldmenge. 112 Elterngeldbezieher blieben tatsächlich zwei Monate daheim, was bei insgesamt 120 registrierten männlichen Elterngeldbeziehern ins Bild passt: Veränderungen bei der Dauer der Inanspruchnahme hat es nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes auf Männerseite bisher übrigens kaum gegeben. "Nach wie vor bezogen drei von vier Vätern Elterngeld für maximal zwei Monate", heißt es dazu.

Außerdem gilt bei uns, nicht alle Familien schöpfen die Möglichkeiten voll aus oder können sich das leisten. Insgesamt haben im vergangenen Jahr in Rosenheim 646 Mütter und Väter Elterngeld bezogen. Im Jahr zuvor waren es 688. Das Elterngeld gibt es schon seit 2007. Ein Vergleich mit den Jahren zuvor ist aber nicht möglich, da 2007 die bewilligten Anträge aufgelistet wurden, in den Jahren danach die beendeten Zahlungen. Für 2008 liegen zudem keine Ergebnisse auf lokaler Ebene vor.

Bayernweit haben 2009 tatsächlich 131 764 Eltern den Bezug des Elterngeldes beendet und 2010 waren es 130 994, also 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 2009 lag der Anteil der Elterngeldbezieher bei den Männern bei 22,6 Prozent, im Jahr darauf erhöhte sich der Anteil auf knapp 24 Prozent.

zs/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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