Staatsanwaltschaft prüft Behandlungsakten

Medizinisches Gutachten gefordert

+

Rosenheim/Bad Feilnbach - Haben Ärzte John Demjanjuk falsch behandelt? Dieser Frage geht derzeit Oberstaatsanwalt Jürgen Branz nach.

Er ließ sich in den vergangenen Tagen die Behandlungsunterlagen des verstorbenen 91-jährigen ehemaligen KZ-Wachmannes kommen. "Als nächstes werde ich ein medizinisches Gutachten in Auftrag geben", kündigte Branz gegenüber unserer Zeitung an. Erst wenn dieses vorliege, will er über die Zulassung der Strafanzeige entscheiden. Diese hatte, wie berichtet, der Anwalt Dr. Ulrich Busch im Auftrag von Demjanjuks Witwe und Sohn bei der Staatsanwaltschaft Rosenheim gegen die behandelnden Ärzte eingereicht. Begründung: Die verabreichten Schmerzmittel hätten zum vorzeitigen Tod Demjanjuks geführt.

Dieser war 2011 wegen Beihilfe zum Mord an 27900 Juden im Vernichtungslager Sobibor schuldig gesprochen worden. Das Urteil wurde nie rechtskräftig. Der Richter hatte es wegen Unverhältnismäßigkeit ausgesetzt. Zuletzt lebte Demjanjuk in einem Pflegeheim in Bad Feilnbach.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser