Mehr Patienten - mehr Personal

Günther Pfaffeneder, Geschäftsführer der Romed-Klinik - mit 2400 Mitarbeitern sind sie einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Rosenheim/Landkreis - Wenn in Studien die lebenswertesten Regionen Deutschlands gesucht werden, ist der Raum Rosenheim stets ganz vorn dabei - nicht nur wegen der Seen und Berge.

Auch Kliniken, die eine wohnortnahe Versorgung garantieren, sind ein bedeutender Standortfaktor. Umso erfreulicher, dass der 2009 gegründete Romed-Verbund mit seinen vier Häusern in Rosenheim, Prien, Wasserburg und Bad Aibling laut Geschäftsführer Günther Pfaffeneder besser denn je dasteht.

Noch im Jahr 1990 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa 2400 Krankenhäuser in Deutschland. Anfang 2010 waren es nur noch rund 2000 Häuser mit öffentlichen, freigemeinnützigen oder privaten Trägern. Gleichzeitig führte das "Kliniksterben" in 20 Jahren zu einem Rückgang der Krankenhausbetten um 180 000 auf heute 500 000.

Massiv unter Druck standen vor Jahren auch die drei damaligen Landkreis-Krankenhäuser. "Wir kämpfen ums Überleben", hieß es 2001 nach einem tiefroten Jahr. Bad Aibling hatte 600 000 Euro Verlust gemacht, Prien 935 000 Euro, Wasserburg sogar drei Millionen Euro.

Erst als die Häuser in Prien, Bad Aibling und Wasserburg 2004 als Kommunalunternehmen unter dem Namen "Triamed" zusammengefasst wurden, ging es wieder aufwärts. Im Sommer 2010 kam es zu einem weiteren Schulterschluss: Die Triamed-Kliniken und das Rosenheimer Klinikum schlossen sich zum Romed-Verbund zusammen.

Die Ziele unter anderem: die medizinische Qualität sichern und verbessern, die Wettbewerbsposition der vier Häuser stärken, bessere Konditionen im Einkaufsbereich schaffen, den Verwaltungsapparat straffen, und - vor allem - möglichst keine roten Zahlen schreiben.

Wurden die Ziele erreicht? Gut ein Jahr nach der Fusion zieht Romed-Geschäftsführer Pfaffeneder im Gespräch mit der OVB-Redaktion eine Zwischenbilanz.

n Die Zeiten, als die Defizite der Häuser in Bad Aibling, Prien und Wasserburg kritisiert und der Erhalt der Standorte in Frage gestellt wurden, scheinen vorbei zu sein. Es ist schon von der "schwarzen Null" die Rede.

"Die Betriebsergebnisse haben sich tatsächlich in allen Kliniken verbessert, der Romed-Verbund hat 2009 ingesamt kostendeckend gearbeitet."

n Wurde am Personal gespart, wie Skeptiker der Fusion im Vorfeld befürchtet haben?

"Nein. Mit rund 2400 Beschäftigten ist unser Personalstand so hoch wie nie. Er wurde in allen Kliniken nicht nur gehalten, sondern sogar ausgebaut. Das ist jedoch den steigenden Patientenzahlen geschuldet."

n Wie viele Patienten waren es denn? Wie viele Betten haben die Romed-Kliniken?

Von Januar bis einschließlich September 2010 hatten wir 34 643 stationäre Patienten - das entspricht einem Zuwachs um ein Prozent. Im gleichen Zeitraum gab es etwa 20 000 Notfälle, die Zahl der Operationen hat sich bis September um zehn Prozent auf knapp 6700 erhöht. Die Romed-Kliniken verfügen derzeit über 1080 Betten.

n Es gab auch Sorgen um die Qualität der Standardversorgung der Patienten...

"Unsere Standardversorgung bietet an allen Standorten eine Grundversorgung auf hohem Niveau. Dazu kommen Spezialleistungen an den einzelnen Krankenhäusern, die auch von niedergelassenen Ärzten angeboten werden, und natürlich abgestufte Versorgungsleistungen, wie wir sie beispielsweise in unseren Traumazentren für die unfallchirurgische Versorgung anbieten."

n Kliniken benötigen heute Spezialgebiete, um im Wettbewerb bestehen zu können, heißt es. Wo liegen die Kernkompetenzen der Romed-Häuser?

"In Wasserburg gibt es die geriatrische Akutversorgung, in Bad Aibling die HNO-Hauptfachabteilung, in Rosenheim wurde die Zentrale Notaufnahme neu strukturiert und der pneumologische Schwerpunkt erweitert, in Prien eine Sprechstunde für Hand- und Fußchirurgie eingerichtet."

n Muss ein Wasserburger Patient jetzt in Kauf nehmen, dass er für eine gängige Operation, etwa eine Gallen-OP, nach Rosenheim fahren muss?

Nein. Das Leistungsspektrum aller Häuser wird systematisch ausgebaut. Aber natürlich streben wir an, Spezialbehandlungen und -Eingriffe möglichst in optimal ausgestatteten Einrichtungen wie den Darmzentren, dem Brust-, Prostata-Karzinom- oder Perinatalzentrum vorzunehmen. Das ist sinnvoll und ein Anpassungsprozess, der vielversprechend verläuft.

n Demnach müssten Sie mit der Fusion zufrieden sein...

Überaus zufrieden. In der Außenwirkung gelten wir mittlerweile als bayernweites Modell. Die Zusammenarbeit unter den Berufsgruppen ist sehr gut, jedes Haus hat Positives für das Gesamtunternehmen beigetragen, und die Chefärzte konnten das Spektrum ihrer Abteilungen weiterentwickeln.

Quelle: rosenheim24.de

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