Mehrgenerationenhaus feiert Jubiläum

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Alles unter einem Dach lautet das Motto des AWO-Mehrgenerationenhauses an der Ebersberger Straße in Rosenheim

Rosenheim - Im Mai vor vier Jahren fiel im Rahmen des Programms Mehrgenerationenhäuser des Bundesfamilienministeriums der Startschuss für das Mehrgenerationenhaus der AWO in Rosenheim.

Das Mehrgenerationenhaus ist fachliche Anlaufstelle für die Anliegen, Bedürfnisse, Interessen und das Engagement aller Altersgruppen. Die Gestaltung des Generationendialogs und die Suche nach zeitgemäßen Alternativen zur klassischen Großfamilie stehen in der Zielsetzung. „Wir sind Vorbild für andere Organisationen, beispielgebend für Ideen, wie die Generationen miteinander in Kontakt gebracht und familienähnliche Netzwerke wieder belebt werden können“, so Projektleiter Klaus Schindler über seine Tätigkeit.

Im Mehrgenerationenhaus vereinen sich Beratungsstellen für Migranten, allgemeine soziale Angelegenheiten, seit kurzem auch für telefonische Pflegeberatung, die Kinderkrippe „Kleine Bären“, die Spielgruppe „Spatzennest“ und die Seniorenbegegnungsstätte des AWO-Stadtverbands. Darüber hinaus bietet das Mehrgenerationenhaus täglich Essen auf Rädern und mobile soziale Dienste, organisiert Kinder- und Seniorenerholungsreisen, beheimatet eine Demenzgruppe und ist Veranstaltungsort für Kurse im sprachlichen, sportlichen, kulturellen, künstlerischen und medizinischen Bereich. Außerdem treffen sich Selbsthilfegruppen und viele weitere Initiativen regelmäßig im Haus. Die Seminar- und Veranstaltungsräume sind mit all diesen Aktionen sehr gut ausgelastet, wöchentlich nutzen bis zu 400 Personen – vom Kleinkind bis zum hochbetagtem Senior - die Räumlichkeiten und Angebote des Mehrgenerationenhauses. Etwa die gleiche Anzahl Menschen wird zusätzlich durch Angebote des Mehrgenerationenhauses außerhalb der Einrichtung erreicht.

Zu diesen teilweise schon vor der Ernennung zum Mehrgenerationenhaus vorhandenen Angeboten, kamen in den vergangenen vier Jahren eine große Anzahl von Projekten und Angeboten unter Beteiligung freiwillig engagierter Helfer hinzu. Klaus Schindler, Diplom-Sozialpädagoge und Leiter des Mehrgenerationenhauses, ist Ansprechpartner für knapp 80 freiwillig Engagierte im Haus und in den verschiedenen Bereichen. „Mit unseren vielfältigen, Generationen verbindenden Projekten versuchen wir für jeden Freiwilligen das richtige Engagementfeld zu finden und ehrenamtliche Hilfssysteme zu entwickeln. Die Interessen, Fähigkeiten und Erwartungen, nicht zuletzt aber auch die zeitliche und örtliche Verfügbarkeit der Interessierten sind Grundlage der Vermittlung in ein Ehrenamt.“ Während beispielsweise die „Tafelrunde“ – ein gemeinschaftliches Essensangebot für von Vereinsamung bedrohte Menschen - und die Schülerpatenschaften mit der Grundschule Erlenau im Haus stattfinden, sind die Lese-Paten im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Gerade das Lese-Paten Projekt mit etwa 40 Freiwilligen in 13 Kindertagesstätten und 4 Senioreneinrichtungen in Stadt, teilweise auch im Landkreis Rosenheim erfordert erheblichen Koordinierungsaufwand. Weitere Projekte heißen „Familienanschluss-Vermittlung“ oder „Wohnraum für Hilfe“.

o haben sich im Laufe der zurückliegenden vier Jahre viele neue Ideen und Ansätze entwickelt, um professionelle soziale Dienstleistungen mit ehrenamtlichem Engagement zu ergänzen und den Wissenstransfer und Querverbindungen zwischen Angeboten unterschiedlicher Zielrichtungen und Zielgruppen herzustellen. So ist das Mehrgenerationenhaus ein soziales „Labor“, das die vielfältigen Beziehungen zwischen Haupt- und Ehrenamt, Dienstleistern und Nutzern von Dienstleistungen, Professionellen und Laien, Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen, armen und gut positionierten, Deutschen und fremdländischen Menschen in vielerlei Hinsicht neu mischt und weiter entwickelt.

Der Fortbestand dieser generationenverbindenden Ehrenamtsprojekte ist jedoch ungewiss. Die Fördergelder aus Berlin laufen Ende dieses Jahres aus. Es besteht die Möglichkeit in ein Nachfolgeprogramm aufgenommen zu werden. „Unsere Chancen stehen gut“ meint Schindler, da gerade durch die Vielfältigkeit der Angebote die bisher bekannten Kriterien des neuen Programms bereits größtenteils erfüllt sind, „aber ob wir noch einen fünften Geburtstag feiern können wissen wir wohl erst im Dezember“.

Informationen zum Mehrgenerationenhaus und den aktuellen Angeboten und Projekten erhalten Sie unter der Telefonnummer 08031 / 94137321.

Pressemitteilung AWO

Quelle: rosenheim24.de

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