Mensa Berchtesgaden im Schwarzbuch

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2004 wurde das Gymnasium Berchtesgaden neu gebaut. Der Anbau der Mensa sorgt jetzt für Ärger.

Berchtesgaden - Zum zweiten Mal in Folge hat es ein Bauprojekt aus Berchtesgaden in das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler geschafft.

Die Beispielsammlung aus unterschiedlichen Bereichen zeigt zum 39. Mal auf, wo die öffentliche Hand aus Sicht des Bundes der Steuerzahler einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit Steuergeld vermissen ließ. "Da geht es unter anderem um Fehlplanungen, Kostenexplosionen, Mängel im Beschaffungswesen und Reisen auf Steuerzahlerkosten, aber auch um Gedankenlosigkeit beim Umgang mit dem sauer verdienten Geld der Bürger", heißt es auf der Homepages des Bundes.

Im vergangenen Jahr landete das Haus der Berge auf der schwarzen Liste. Die Kostensteigerung von ursprünglich elf Millionen Euro auf 19 Millionen Euro stieß den Steuerzahlern sauer auf. Auch in diesem Jahr prangern sie eine Kostenexplosion an: 

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"Bauvorhaben der öffentlichen Hand sind nicht selten mit Kostensteigerungen verbunden. Was sich aber in Berchtesgaden zugetragen hat, stellt so manche Kostenexplosion in den Schatten. Eine neue Mensa für das erst vor sieben Jahren errichtete Schulgebäude war infolge der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) erforderlich geworden, muss doch das Gymnasium seinen rund 520 Schülern auch einen Ort bieten, an dem sie zu Mittag essen können. Zu Beginn der Planung schätzte man die Kosten des Mensa-Neubaus auf 650.000 Euro. Doch wurde man schnell eines Besseren belehrt und musste deutliche Kostensteigerungen hinnehmen, u. a. wegen schwieriger baulicher Verhältnisse und Berechnungsfehler. Allein der Einbau einer teureren Vollküche anstatt einer sogenannten Austeilküche verursachte Mehrkosten in Höhe von rund 70.000 Euro. Nach Fertigstellung der Mensa betrugen die Gesamtbaukosten 1,367 Mio. Euro. Der Steuerzahler wird also mit mehr als dem Doppelten der geschätzten Kosten zur Kasse gebeten."

Dem widerspricht Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp: "Die Kostenschätzung von 650.000 Euro kursierte schon, bevor es irgendeine Planung gab. Dabei hat man lediglich die Kosten für eine Mensa am Rottmayr-Gymnasium in Laufen auf Berchtesgaden runter gerechnet. Das wäre bei dem Standort niemals leistbar gewesen. Im Planungskonzept waren letztlich 1,16 Millionen Euro veranschlagt gewesen." Trotzdem gibt das Gemeindeoberhaupt zu: "So viel darf eine Mensa nicht kosten." Er kann den Eintrag im Schwarzbuch also verstehen. "Für mich ist das ein alter Hut. Ich habe bereits in der Bürgerversammlung und in einer öffentlichen Gemeinderatssitung am 22. März 2010 darauf hingewiesen, dass das viel zu teuer ist." Da er die Planung aber von seinem Vorgänger geerbt hätte, wäre zu diesem Zeitpunkt die Kostenexplosion nicht mehr zu verhindern gewesen.

cz

 

Quelle: BGland24.de

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