Menschen mit Behinderung noch benachteiligt

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Mit den Problemen von Menschen mit Behinderung setzten sich beim gestrigen Aktionstag in der Fußgängerzone Irmgard Badura (Mitte), Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Christine Mayer, die Beauftragte der Stadt (rechts daneben) und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer auseinander.

Rosenheim - Am Europäischen Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung machten nun Betroffene deutlich auf ihre Bedürfnisse aufmerksam. Es gibt noch viel zu tun.

Der Aktionstag fand bereits zum 19. Mal statt. Heuer lautete das Motto "Inklusion beginnt im Kopf". Veranstalter waren die Verbände der Behindertenhilfe und -Selbsthilfe in Kooperation mit der "Aktion Mensch".

Neben einem Informationsstand gab es große Tafeln mit Aufschriften wie etwa "Menschen mit Behinderung arbeiten am besten in Behindertenwerkstätten" oder "Behinderte Menschen haben freien Zugang zu Bus oder Bahn". Passanten konnten unter Aussagen, die ihnen wichtig erschienen, rote Punkte kleben.

Wichtiger noch als diese Aktion war Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, und Christine Mayer, Behindertenbeauftragte der Stadt Rosenheim, aber das Gespräch mit den Rosenheimer Bürgern. Immer noch gäbe es in Sachen "Inklusion" viel zu tun, betonte die selbst sehbehinderte Badura. "Es hat sich zwar schon vieles positiv verändert, aber nach wie vor werden Menschen mit Behinderung im Alltag mit vielen Problemen konfrontiert", berichtete sie. Das fange bereits bei den vielen Treppen an. Mayer berichtet von ähnlichen Problemen. Auch in Rosenheim gäbe es noch Handlungsbedarf. Seit über 20 Jahren setzt sie sich für mehr Integration ein. Ihr Fazit: "Wir kommen nur mit kleinen Schritten voran."

Viel zu tun gäbe es nach wie vor im Bereich der Gaststätten. Viele würden immer noch keine barrierefreien sanitären Anlagen anbieten.

Doch Mayer konnte beim gestrigen Aktionstag auch positive Beispiele aufzeigen, wie sich mitten in der Stadt "Inklusion" bereits verwirklichen ließ.

So sei man jetzt nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten mit der Umgestaltung des Rosenheimer Bahnhofs zufrieden.

Auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer machte sich vor Ort ein Bild. Sie sah ebenfalls noch Verbesserungsbedarf. Derzeit beschäftige sie besonders das Finsterwalder-Gymnasium. "Das braucht dringend einen Aufzug."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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