Messe "JobFit" hilft bei Suche von Traumberuf

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
150 Berufe unter einem Dach: Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK-Gremiums, und die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Rosenheim, Alexandra Gehlhaar, rechnen mit rund 5000 Besuchern bei der JobFit 2011, zu der die IHK am kommenden Samstag ins Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum einlädt.

Rosenheim - Damit der erste Sprung ins Abenteuer Beruf für Schulabgänger nicht mit einer Bruchlandung endet, veranstaltet die Industrie- und Handelskammer die Ausbildungsmesse "JobFit".

Unter dem Motto "Wer wird was?" können sich Jugendliche und ihre Eltern am Samstag, 28. Mai, zwischen 10 und 16 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum (Kuko) kostenlos einen umfassenden Überblick über die Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten in der Region verschaffen, sich über duale Studiengänge informieren und direkte Kontakte zu Ausbildungsbetrieben knüpfen. Aber auch für Unternehmen gewinnt die Veranstaltung zunehmend an Bedeutung, verdeutlichte der Vorsitzende des IHK-Gremiums, Sebastian Bauer, bei einem Pressegespräch: "Schon heute bleiben bei einem Fünftel der Betriebe Lehrstellen mangels geeigneter Bewerber unbesetzt." Und bis zum Jahr 2022 würden dem IHK-Fachkräftemonitor zufolge in Südostoberbayern 35.000 Fachleute in der Wirtschaft fehlen.

Rund 5000 Besucher aus Rosenheim und Umgebung sowie den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Ebersberg, Miesbach, Mühldorf und Traunstein erwarten die Veranstalter zu dem Aktionstag, bei dem rund 80 Betriebe unter einem Dach beinahe 150 verschiedene Berufsbilder vorstellen. Auszubildende stehen ihren "potenziellen Nachfolgern" sozusagen auf Augenhöhe Rede und Antwort über ihre Erfahrungen im Arbeitsalltag; Fachleute geben in Vorträgen und Workshops wertvolle Tipps für die Bewerbung; darüber hinaus können die Jugendlichen in den "lebenden Werkstätten" mit einer ganzen Reihe von Handwerksberufen Tuchfühlung aufnehmen.

"Noch immer stehen zu wenige Berufe im Blickfeld der Schulabgänger, während in vielen Branchen der Nachwuchs schon knapp wird", umreißt Bauer eines der drängenden Probleme auf dem Arbeitsmarkt. So hätten sich im vergangenen Jahr 50 Prozent der frischgebackenen Lehrlinge auf lediglich 18 Ausbildungsberufe verteilt, obwohl in Deutschland immerhin 340 verschiedene anerkannte Berufsbilder existierten. Entsprechend beschränkt sich das Angebot an den Ständen nicht allein auf klassische Berufe wie Industriekaufmann, Kfz-Mechatroniker oder Koch; auch Informationen über weitgehend unbekannte Arbeitsfelder wie das des Milchtechnologen, des Stuckateurs oder des Verfahrensmechanikers für Kunststoff und Kautschuktechnik können sich die Besucher beim Rundgang durchs Kuko einholen.

Wenngleich der erste erlernte Beruf kaum noch bis zur Rente ausgeübt werde, hält es Bauer für unverzichtbar, sich bereits bei der Suche nach diesem "Traumberuf" eingehend über die jeweiligen Anforderungen zu informieren. Denn jeder fünfte Auszubildende breche seine Lehre vorzeitig ab; aber nur wer ein Ausbildungszeugnis in der Tasche habe, dem stünden auf seinem Lebensweg tatsächlich viele Möglichkeiten offen.

Für die Unternehmen geht es unterdessen längst nicht mehr allein darum, Schüler aktiv bei der Lehrstellensuche zu unterstützen und so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Vielmehr zeichne sich in Oberbayern seit fünf Jahren ein gravierender Bewerbermangel ab: Waren es im Jahr 2006 zehn Prozent der Unternehmen, die nicht alle Lehrstellen vergeben konnten, hätten laut der IHK-Ausbildungsumfrage vom Frühjahr inzwischen knapp 21 Prozent der Ausbildungsbetriebe massive Probleme, geeignete Azubis und damit ihre künftigen Fachkräfte zu finden. "Und diese Situation wird sich weiter verschärfen", ergänzt Bauer angesichts der Prognosen über die stetig sinkende Zahl der Schulabgänger und den ungebrochenen Ansturm auf die weiterführenden Schulen.

Nicht zuletzt spiegle sich diese Entwicklung in der Ausbildungsbilanz wider: Mit 1249 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in der Stadt und im Landkreis Rosenheim weise die aktuelle IHK-Statistik für 2010 zwar ein sattes Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus; zugleich konnten aber viele Lehrstellen nicht besetzt werden, weil es an Bewerbern fehlte. Auch hätten sich in den beiden vergangenen Jahren die Nachvermittlungsaktionen der Arbeitsagenturen mangels unversorgter Bewerber erübrigt. Lediglich 18 Jugendliche ohne Lehrstelle habe die Agentur Rosenheim im vergangenen September, also zum Beginn des laufenden Ausbildungsjahres, gemeldet - sowie 208 unbesetzte Lehrstellen.

pil/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser