Aus dem Landgericht

Mordprozess: Gutachten zur Tatwaffe

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Der Beschuldigte.
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Traunstein - Der Mordprozess gegen einen 25-Jährigen, der einen Traunreuter getötet haben soll wurde am Donnerstag fortgesetzt. Ein Sachverständiger präsentierte das Gutachten zur Tatwaffe:

Update 12.35 Uhr:

Ein Diplom-Chemiker präsentierte mittags sein Gutachten zu den Essigspuren in der Wohnung des Getöteten. Demnach seien an zwei Stellen der Matratze und am Bettbezug Essig gefunden worden. Wann diese Spuren erzeugt worden sind, könne er aber nicht sagen.

Ein weiterer Sachverständiger präsentierte anschließend noch sein Gutachten zum Tatmesser und der Messerspitze. Er bestätigte, dass die Spitze, die im Kopf des Opfers steckte, eindeutig zu dem Küchenmesser gehört, das in der Waschmaschine gefunden und als Tatwaffe identifiziert wurde.

Damit ist die Berichterstattung aus dem Gericht für heute beendet.

Update 12 Uhr:

Ein weiterer Nachbar des 61-Jährigen bestätigte, dass sich ein Fleck mit einem Schuhabdruck vor der Wohnung des Getöteten befunden habe. "Ich weiß nicht, ob es Blut oder Kaffee war. Es war auf jeden Fall schon getrocknet."

Am Donnerstag, den 15. Mai, will er den Fleck bemerkt haben - also zwei Tage, bevor die Leiche gefunden wurde. Einen Tag später, am Freitag, sei er weg gewesen.

Update 11.30 Uhr:

Die Nachbarin des Opfers gab bei Gericht an, sie habe die Polizei gerufen, nachdem sie den 61-Jährigen einige Zeit nicht gesehen hatte.

Ein paar Tage zuvor habe sie Schuhabdrücke vor der Haustür ihres Nachbarn bemerkt. "Mit Schmutz oder Erde waren dort zwei Abdrücke zu sehen, die zur Tür hinführten." Ein oder zwei Tage bevor sie die Polizei gerufen hat, seien die Schuhabdrücke aber weggeputzt worden. Von wem, wisse sie nicht.

Update 10.45 Uhr:

Die Mutter des Opfers machte am Vormittag ihre Aussage.

Demnach habe sie zuletzt am 12. Mai mit ihrem Sohn telefoniert: "Ich sollte dann am nächsten Tag vorbeikommen. Ich habe am 13. den ganzen Tag auf ihn gewartet, er ist aber nicht gekommen."

Update 10 Uhr:

Am Vormittag wollte das Gericht zunächst klären, wie hoch die Temperatur in der Tatort-Wohnung war, um so den Todeszeitpunkt besser eingrenzen zu können.

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte eine Verwandte des Todesopfers angegeben, es wäre stets sehr heiß in der Wohnung gewesen, weil der Temperaturregler an einem Heizkörper defekt gewesen sei. Eine Beamtin, die als erstes am Tatort war, meinte am Donnerstag allerdings, "die Wohnung war normal temperiert."

Es sei aber ein "unglaublicher Gestank" in den räumen wahrnehmbar gewesen. Der Frage nach dem genauen Todeszeitpunkt kam das Gericht dadurch allerdings nicht näher.

Vorbericht:

Die Verhandlung gegen den 25-jährigen Mann aus Niedersachsen geht weiter. Er soll im vergangenen Jahr einen 61-jährigen Traunreuter in dessen Wohnung brutal ermordet haben. Die Leiche wurde allerdings erst einige Tage nach der Tat entdeckt. Rund zwei Monate später geriet dann der Niedersachse ins Visier der Ermittler und konnte schließlich am 30. Juli festgenommen werden.

Seit September ist der 25-Jährige, der an einer schizophrenen Störung leidet, in einer Psychiatrie untergebracht. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war die Steuerungsfähigkeit des Mannes zur Tatzeit zumindest eingeschränkt. Der Niedersachse gilt im Prozess deshalb nicht als Angeklagter, sondern als Beschuldigter. Am Ende der Verhandlung könnte der Mann wegen der ihm vorgeworfenen Tat dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden.

Am ersten Verhandlungstag schwieg der 25-Jährige zu den Tatvorwürfen. Gleichzeitig beantragte sein Verteidiger, die Vernehmungs-Protokolle der Polizei ausschließen zu lassen.

Der Antrag wurde am zweiten Verhandlungstag allerdings abgelehnt. Wie der Vorsitzende Richter Erich Fuchs erklärte, sei der Beschuldigte korrekt belehrt worden und die Dauer der Vernehmungen habe ihn nicht in seinem Willen beeinträchtigt.

An diesem Freitag werden nun weitere Zeugen gehört. Chiemgau24.de ist vor Ort und berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

Quelle: chiemgau24.de

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