Rechtsmediziner bestimmt Liegezeit der Leiche

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Traunstein/Traunreut - Ein 25-Jähriger aus Niedersachsen soll einen Traunreuter brutal getötet haben. Am ersten Prozesstag kamen nun weitere Polizeibeamte zu Wort.

UPDATE, 17.31 Uhr:

Der Rechtsmediziner Dr. Randolph Penning präsentierte am Nachmittag noch einen Teil seines Gutachtens. Dabei ging es in erster Linie um die Beurteilung der Liegezeit und die Position des Leichnams. Es seien kaum Leichenflecken zu finden gewesen, was dafür spreche, dass die Leiche kaum bewegt wurde. Für die Berechnung des Todeszeitpunktes stützte der Rechtsmediziner sein Gutachten auf verschiedene Faktoren. Beispielsweise sei das "Herz mit Gasblasen durchsetzt und das Hirn weitestgehend verflüssigt" gewesen. So kommt Dr. Penning zu dem Ergebnis, dass der 61-Jährige vermutlich zwischen dem Wochenende 10./11. Mai 2014 und dem folgenden Mittwoch, 14. Mai, ums Leben kam.

Der Prozess wurde danach für heute beendet.

UPDATE, 17.04 Uhr:

Die DNA-Sachverständige machte am späten Nachmittag ihre Aussage. Demnach könne der Beschuldigte als "Mitverursacher der Spuren" an drei Gegenständen nicht ausgeschlossen werden. Dabei handle es sich um die Flasche der Essigessenz, die auf dem Bett ausgeleert und dort abgelegt wurde. Außerdem um eine Dose Salz und einen Gefrierbeutel, der in einem Rucksack gefunden wurde.

UPDATE, 15.02 Uhr:

Des Weiteren gab der Beamte an, dass die Tatwaffe in der Waschmaschine gefunden wurde. "Die Spitze war abgebrochen und die Klinge verbogen." Dass es sich dabei um die Tatwaffe handle, sei sicher, weil die Spitze der Klinge noch in der Stirn des Leichnams steckte. Spuren seien auf dem Messer allerdings keine gefunden worden, weil es in der Maschine gewaschen wurde.

UPDATE, 14.20 Uhr:

Ein 53-jähriger Polizeibeamter präsentierte am frühen Nachmittag eine 3D-Aufnahme der Tatortwohnung. Darin zu sehen ist auch der Fundort der Leiche im Badezimmer. Ebenfalls darauf zu sehen der Duschschlauch, der auf der Leiche gelegen haben soll. "Dort ist ständig ein Rinnsal über die Leiche gelaufen. Der Boden war deutlich nass."

UPDATE, 13.50 Uhr:

Zwei Beamte des Kriminaldauerdienstes machten am frühen Nachmittag ihre Aussagen. Am 17. Mai, gegen 19 Uhr, seien sie am Tatort eingetroffen. "Unter dem Waschbecken im Bad lag die Leiche, zusammengekauert", so ein 42-jähriger Polizist. Auch er beschrieb den verstreuten Kaffee am Boden. Trotzdem sei der Verwesungsgeruch wahrnehmbar gewesen.

UPDATE, 12.20 Uhr:

Über den Antrag des Verteidigers soll zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden, erklärte der Vorsitzende Richter Erich Fuchs, auch weil sich der Staatsanwalt schriftlich dazu äußern wolle.

Die Vernehmungen werden ab 13.15 Uhr fortgesetzt.

UPDATE, 12.05 Uhr:

Verteidiger Axel Kampf beantragte, dass die polizeilichen Vernehmungen des Beschuldigten nicht vor Gericht verwertet werden dürfen. Unter anderem hätten die Vernehmungen zu lange gedauert - teilweise über acht Stunden. "Aufgrund der ADHS-Erkrankung meines Mandanten und seiner geistigen Beeinträchtigung hätte die Vernehmung früher abgebrochen werden müssen." Zudem sei dem 25-Jährigen erst nach mehreren Stunden eröffnet worden, dass er als Beschuldigter gelte. "Den Beamten war allerdings schon vor der Vernehmung bekannt, dass die DNA meines Mandanten an der Jacke des Opfers gefunden wurde", so der Anwalt. 

Darüber hinaus sei die Vernehmung auch nicht unterbrochen worden, obwohl der Beschuldigte nach einem Rechtsbeistand verlangt hätte.

UPDATE, 10.30 Uhr:

Die ermittelnde Polizistin machte am Vormittag ihre Aussage. Sie berichtete, dass die Polizei am 17. Mai von einer Nachbarin informiert worden sei, dass es streng aus der Wohnung des 61-Jährigen rieche und dass sie den Mann auch schon längere Zeit nicht gesehen habe. "Daraufhin wurde die Wohnung geöffnet. Wir fanden die Leiche unter dem Waschbecken, bekleidet mit einer Lederjacke und bedeckt von mehreren Kleidungsstücken."

Auf dem Boden sei Kaffeepulver verstreut gewesen und auf dem Bett fanden sich Spuren von Essigessenz. Wie die Ermittlungen später ergaben, war das Opfer zuletzt am Montag, 12. Mai, lebend gesehen worden. Durch die Vernehmungen der Freunde und Nachbarn des 61-Jährigen sei man dann auf die Spur des Beschuldigten gekommen. Zuerst wurde er nur als Zeuge vernommen. "Doch wir haben dann seine DNA mit den gefundenen Spuren auf der Jacke des Verstorbenen und an der Essigflasche abgeglichen - sie stimmte überein", so die Beamtin weiter.

UPDATE, 9.40 Uhr:

Am Vormittag startete das Verfahren gegen den 25-jährigen Mann aus Niedersachsen, der im vergangenen Jahr einen Traunreuter brutal ermordet haben soll. Laut Anklageschrift soll der Beschuldigte seinem Opfer mehrmals mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen haben. Als der 61-Jährige dann bewusstlos war, soll er insgesamt 24 Mal auf ihn eingestochen haben.

Der 25-Jährige sei zuvor eng mit dem späteren Opfer befreundet gewesen, habe sogar einige Zeit bei dem Traunreuter gewohnt. Doch im März soll der 61-Jährige den Beschuldigten durch Polizeikräfte aus seiner Wohnung entfernen haben lassen. Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass sich der 25-Jährige mit dem Mord dafür rächen wollte.

Der Beschuldigte leide allerdings an einer schizophrenen Störung. Seine Steuerungsfähigkeit sei zum Tatzeitpunkt zumindest eingeschränkt gewesen. Der Beschuldigte selbst wollte am ersten Prozesstag keine Angaben machen - weder zur Tat, noch zu seiner Person.

Der Vorbericht:

Der Fall des getöteten Rentners hatte im vergangenen Jahren für viel Aufsehen gesorgt: Nachdem eine Nachbarin den 61-Jährigen mehrere Tage nicht gesehen hatte, verständigte sie die Polizei. Am 17. Mai fanden die Beamten dann die Leiche des Traunreuters in dessen Wohnung. Die Ermittlungen nach dem Täter verliefen zunächst erfolglos. Zwischenzeitlich richtete die Kriminalpolizei Traunstein die Ermittlungsgruppe "Georg" ein, um dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Im Zuge der Fahndung setzte das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro aus und ein Lichtbild des vermeintlichen Täters wurde veröffentlicht. Ins Visier der Ermittler geriet daraufhin ein 25-jähriger Niedersachse, der schließlich Ende Juli in seiner Heimat festgenommen werden konnte. 

Er muss sich nun ab Dienstag wegen Mordes vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Der Prozess ist für neun Verhandlungstage angesetzt. Bereits im Vorfeld der Verhandlung hat die Staatsanwaltschaft eine Unterbringung des 25-Jährigen in einer psychiatrischen Klinik beantragt. Sie geht von seiner Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt aus. Er soll aber aus niederen Beweggründen gehandelt haben. Bereits seit September ist der Niedersachse in einer Psychiatrie untergebracht.

Bilder von der Spurensuche am Tatort

Polizeieinsatz in Traunreut

Spurensicherung in Traunreut

Quelle: chiemgau24.de

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