Spezialfirma beseitigt 18 Bäume in Kolbermoor

Moschusbockkäfer: Jagd auf den Schädling geht weiter

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Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 - 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln.
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Rosenheim/Kolbermoor - Der asiatische Moschusbockkäfer beschäftigt die Rosenheimer und Kolbermoorer Gartenbesitzer und das wahrscheinlich noch ein paar Jahre. Unter größtmöglicher Sorgfalt und der Aufsicht des Landwirtschaftsamtes wurden jetzt die betroffenen Bäume aus Kolbermoorer Gärten entfernt.

Bereits im Sommer 2016 hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim auf den Fund aufmerksam gemacht: In Kolbermoor und in Rosenheim wurden mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden. Zum Schutz die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zwei Quarantänezonen eingerichtet, jeweils in einem Umkreis von zwei Kilometern um Rosenheim und Kolbermoor. Somit betreffen sie das gesamte Stadtgebiet von Rosenheim und Kolbermoor. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssten nun 50.000 Gärten inspiziert und ein eventueller Befall aufgespürt werden.

Spezialfirma beseitigte 18 befallene Bäume

Hier melden Sie den Moschusbockkäfer Institut für Pflanzenschutz Tel.: 08161 71-3111 pflanzenpass@lfl.bayern.de

Vorsorglich wurde der befallene Rosenheimer Kirschbaum bereits im Herbst gefällt und entsorgt. Mit größtmöglicher Sorgfalt seien in den letzten Tagen nun von eine Spezialfirma die befallenen Bäume aus den Kolbermoorer Gärten entfernt worden, so das OVB in seiner Donnerstagsausgabe. Begleitet von Vertretern des Rosenheimer Landwirtschaftsamtes wurden die Bäume Stück für Stück abgetragen, wobei sich die Rosenheimer Behörde immer wieder Teilstücke zur weiteren Untersuchung sicherte. Das Holz wurde jeweils entfernt und gehäckselt, um es dann in der Müllverbrennungsanlage Rosenheim zu entsorgen – um auch wirklich jeder Larve den Garaus zu machen und ein weiteres Ausbreiten des Schädlings zu verhindern. „Bei vier Bäumen war es notwendig, auch den Wurzelstock rauszufräsen“, sagte Jürgen Halder, Baumexperte im Kolbermoorer Rathaus und in der Stadt mit dem Thema Moschusbockkäfer betraut, gegenüber dem OVB. Damit sei die Gefahr vorerst gebannt. 

Melde- und Kontrollpflicht bestehen weiterhin

Es wird sich diesen Sommer zeigen, wie stark sich der Schädling ausbreiten wird in der Region und Deutschland. Entsprechend der Allgemeinverfügung müssen alle Kolbermoorer und auch Rosenheimer Gartenbesitzer, die innerhalb der Quarantäne-Radien liegen, alle zwei Monate ihre Kirschgehölze kontrollieren: nicht nur im Hinblick auf den Käfer selbst, sondern auch auf verdächtige Spuren wie Bohrmehl, Ausbohrlöcher oder Larvengänge im Stamm.

Besonders Fruchtbäume wie Aprikose, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Kriecherl, Mirabelle und Pfirsich sind sind gefährdet. Es wird empfohlen, Bäume etwa alle zwei Monate zu kontrollieren. In der Allgemeinverfügung sind weitere Meldepflichten und Auflagen aufgeführt, die bei Nichtbeachtung und Zuwiderhandlung zu einer Geldbuße bzw. Zwangsgeld führen.

So sieht der Moschusbockkäfer aus

Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 - 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln.

Nach der Eiablage am Baum erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre unter der Rinde bis ins Splintholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen. Das letzte Larvenstadium nagt ein Ausbohrloch (ca. 12 mm Durchmesser). Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und Genagsel aus dem Loch, die sich z.B. in Astgabeln anhäufen.

mh

Quelle: mangfall24.de

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