Quarantänezonen für Rosenheim und Kolbermoor eingerichtet

Moschusbockkäfer: 50.000 Gärten müssen inspiziert werden

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Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 - 4 cm lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln.
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Kolbermoor/Rosenheim - Der asiatische Moschusbockkäfer beschäftigt die Rosenheimer und Kolbermoorer Gartenbesitzer und das wahrscheinlich noch ein paar Jahre.

Bereits im Sommer 2016 hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim auf den Fund aufmerksam gemacht: In Kolbermoor und in Rosenheim wurden mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden. Zum Schutz die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zwei Quarantänezonen eingerichtet, jeweils in einem Umkreis von zwei Kilometern um Rosenheim und Kolbermoor. Somit betreffen sie das gesamte Stadtgebiet von Rosenheim und Kolbermoor.

Verdächtige Bäume werden ausnahmslos gefällt

Auf einer Informationsveranstaltung am Dienstag im Mareissaal informierte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Bürger, dass es rund acht Jahre dauern kann, bis der Käfer wieder vollständig verschwunden ist, so der BR am Mittwoch. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssten nun 50.000 Gärten inspiziert und ein eventueller Befall aufgespürt werden.

Hier melden Sie den Moschusbockkäfer

Institut für Pflanzenschutz Tel.: 08161 71-3111

pflanzenpass@lfl.bayern.de.

Geachtet werden soll auf Löcher im Stammfuss und auf Bohrmehl. Wird ein Moschusbockkäfer innerhalb dieser Zonen gesichtet, muss dies an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising gemeldet werden. Verdächtige Bäume werden dann ausnahmslos gefällt. Um der Plage Herr zu werden, hat die Landesanstalt extra drei neue Mitarbeiter eingestellt, die in Rosenheim eingesetzt werden sollen.

Besonders Fruchtbäume wie Aprikose, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Kriecherl, Mirabelle und Pfirsich sind sind gefährdet. Es wird empfohlen, Bäume etwa alle zwei Monate zu kontrollieren. In der Allgemeinverfügung sind weitere Meldepflichten und Auflagen aufgeführt, die bei Nichtbeachtung und Zuwiderhandlung zu einer Geldbuße bzw. Zwangsgeld führen.

Schadpotential des Moschusbockkäfer

Der Asiatische Moschusbockkäfer ist schwer zu finden, da sich die Larve und die Puppe in der Wirtspflanze versteckt entwickeln. Das Julius Kühn-Institut hat im Jahr 2012 eine Risikoanalyse erstellt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Asiatische Moschusbockkäfer in Deutschland ansiedeln und nicht unerhebliche Schäden verursachen kann. Es sind daher Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Abwehr der Gefahr der Verschleppung entsprechend § 4a Pflanzenbeschauverordnung zu ergreifen.

Dies ist der erste amtlich bestätigte Befall in Deutschland. In Europa sind bisher nur zwei Befallsgebiete in Italien bekannt. Der in China vorkommende Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) gilt als Baumschädling und wird in Pflanzen oder in Holz, insbesondere in Verpackungsholz, eingeschleppt.

mh

Quelle: mangfall24.de

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