Oberarzt im Interview

CoVid-Klinik Mühldorf: Wann und wie gibt es wieder Normalbetrieb?

Wann gibt es eine Rückkehr zum Normalbetrieb beim CoVid-Klinikum Mühldorf am Inn?
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Dr. med Daniel Heidenkummer vom InnKlinikum Mühldorf, Pandemiebeauftragter Arzt und klinischer Risikomanager berichtet gegenüber innsalzach24.de, ob und wann es in der CoVid-Klinik Mühldorf am Inn wieder zum Normalbetrieb gehen kann.

Mühldorf am Inn - Seit zwei Monaten nun ist das Klinikum Mühldorf auf die Versorgung von CoVid-Patienten konzentriert. Wir haben uns erkundigt, ob, wann und unter welchen Umständen es wieder zum Normalbetrieb zurück gehen könnte.

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Im Zuge der Corona-Krise war Mitte März beschlossen worden, die stationären Covid-19-Patienten der Landkreise Altötting und Mühldorf auf Mühldorf zu konzentrieren und damit die anderen drei Häuser des Klinikverbunds "virenfrei" zu halten. Bereits zweimal haben wir uns seitdem nach dem Stand der Dinge erkundigt. Anfang April war bekannt geworden, dass sich etliche Mitarbeiter des Mühldorfer Klinikums mit dem Coronavirus infiziert hatten. Zudem beklagten Ärzte des Klinikums knapp werdende Schutzausrüstung. In der Folge sprach innsalzach24.de mit zwei Oberärzten des Krankenhauses. Diese berichteten allgemein über die Lage des Klinikums und seiner Mitarbeiter. Etwa zwei Wochen danach hatten wir Ende April noch einmal nachgefragt. Diesmal sprachen wir mit Armin Tietze, Pflegekraft und Bereichsleitung von zwei Pflegestationen. Dieser berichtete über den Arbeitsalltag des Pflegepersonals in der Corona-Krise.


Nun ist es Mitte Mai. Immer weitere Lockerungen der Maßnahmen zum Infektionsschutz werden beschlossen. Wie sieht es aber eigentlich mit dem Mühldorfer Klinikum aus? Wann kann hier wieder der normale Krankenhausalltag einkehren? Dazu haben wir erneut mit einem der Oberärzte, Dr. med Daniel Heidenkummer vom InnKlinikum Mühldorf, Pandemiebeauftragter Arzt und klinischer Risikomanager gesprochen.

Wie stellt sich die Situation im InnKlinikum Mühldorf aktuell dar?


Derzeit beruhigt sich die Infekt-Situation am Standort Mühldorf. Die Anzahl der positiv getesteten Patienten geht stetig zurück. Zudem ist es durch die Beruhigung der Situation zu einer Entspannung im Bereich des Personals gekommen.

Gibt es bereits Überlegungen für eine Rückkehr zum Normalbetrieb oder den Wechsel zu einer Zwischenlösung?

Es wurde eine Exit-Strategie erarbeitet. Diese sieht eine stufenweise Rückkehr des InnKlinikum zur allgemeinen Versorgung in allen Bereichen vor. Derzeit gibt es eine bis 31. Juli diesen Jahres gültige Allgemeinverfügung, die weiterhin einen definierten prozentualen Anteil an Normalbetten und Intensivbetten für die Corona-Versorgung vorsieht.

Welche Voraussetzungen müssten dafür erfüllt sein?

Weiterhin rückläufige Fallzahlen, sowie die angepassten gesetzlichen Vorgaben.

Welche Herausforderungen stellen sich?

Einen geordneten Rückzug im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen über alle Bereiche gleichzeitig zu ermöglichen.

Wie lange könnte der Betrieb als CoVid-Klinik noch fortgeführt werden?

Ein Schwerpunkt im Bereich der CoVid-Versorgung wird bestehen bleiben, bis die Pandemie überwältigt ist. Durch den Stufenplan wird das InnKlinikum aber im Rahmen der Exit-Strategie nicht mehr ausschließlich als CoVid-Klinik tätig sein.

Wie viele Operationen welcher Art wurden wegen der Umstellung auf die CoVid-Versorgung verschoben?

Am Standort Mühldorf wurden während der gesamten Corona-Krise bis zum 04. Mai alle ambulanten und bis zum 13. Mai alle stationär geplanten Operationen verschoben. Das Spektrum reicht von der Allgemein- und Viszeralchirurgie über die Unfallchirurgie, Orthopädie, Neurochirurgie, Urologie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie bis zur HNO.

Wie wird der "Abbau" der verschobenen Operationen ablaufen?

Es werden verschobene Eingriffe je nach Dringlichkeit einbestellt und zeitnah abgearbeitet.

hs

Quelle: innsalzach24.de

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